PC-Review: Wo bleibt der Rum, wenn man ihn braucht?!

Erotik pur!
Erotik pur! © dtp entertainment

Es ist noch kein halbes Jahr her, als uns mit Tales of Monkey Island ein sympathisches Piraten-Point'n'Click beschert wurde. Der herzliche Guybrush konnte seinen alten Charme aufgefrischt wieder auf den Bildschirm bringen und die Fans freuten sich ungemein. Eine wichtige Person bei der Entwicklung dieser Game-Reihe um den tollpatischen Piraten war Bill Tiller, welcher nun mit seinem neusten Projekt aufwartet. Ghost Pirates of Vooju Island kommt in ähnlichem Gewand daher, wird es aber sicher schwierig haben, im Schatten des grossen Guybrush Threepwood zu punkten.

Auf einer scheinbar ruhigen Insel lebt der Vooju-Magier Papa Doc glücklich und zufrieden, als urplötzlich die hinterhältige Queen Zimbi ihn zu einem Geist verzaubert. Dabei kommen auch der tollpatschige Koch Blue Belly und die draufgängerische Piratin Jane Starling in den Bann der Verschwörung und sehen sich selbst nur noch als Geister. Während Queen Zimbi machthungrig die Insel für sich beanspruchen will, müssen die drei tapferen Freunde einen Weg finden, so schnell als möglich zu ihren Körpern zurückzufinden. Gleichzeitig versuchen aber andere Piraten, die Insel einzunehmen, was die ganze Aktion zusätzlich erschweren lässt...

Ghost Pirates of Vooju Island ist ein gutes Abenteuer-Spiel geworden, das vor allem durch seine sympathischen und witzigen Darsteller gefällt. Aufgrund des etwas vielen Ausprobierens und des Wechsels zwischen den verschiedenen Personen bricht der Spielfluss aber teilweise ein. Auch wären hie und da etwas mehr Informationen sicher besser gewesen. Das Spiel eignet sich auch deswegen eher für etwas erfahrene und fortgeschrittene Fans dieses Genres. Diese werden aber mit dem gut gemachten Game absolut zufrieden sein. Wer also die neuen Abenteuer von Monkey Island durch hat, kann ja mal einen Blick in dieses Game riskieren.

Story

Wenn die wüsste, was jetzt gleich passiert...
Wenn die wüsste, was jetzt gleich passiert... © dtp entertainment

In einer längeren Eingangssequenz bekommt der Spieler die wichtigsten Infos zu sehen, um dann auch gut ins Spiel einzusteigen. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, den Überblick zu verlieren, der Storyverlauf ist recht linear. Doch manchmal kann es schon eine gewisse Zeit dauern, bis man wieder Neues von der Geschichte mitbekommt. Alles in allem aber eine passende Story, ganz in magischer Piratenmanier.

Gameplay

Nach der lustigen und gut gemachten Einführung geht's dann auch schon los. Der Spieler hat stetig die Möglichkeit, zwischen den drei Hauptcharakteren zu wählen und muss somit immer wieder die Geschehnisse aus verschiedener Sicht verfolgen. Zwar kommt dies zu Beginn noch ganz witzig rüber, kann aber nach einer gewissen Zeit auch für den Spielfluss etwas störend sein.

Ja ist denn schon Fasnacht?
Ja ist denn schon Fasnacht? © dtp entertainment

Gespielt wird einzig und alleine nur mit der Maus, die Tastatur findet ausser fürs Pausenmenü keine Einsatzmöglichkeit. Somit ist das Ganze dann auch nicht wirklich schwierig zu steuern, und Neulinge sollten keine Probleme bei der Bedienung haben. Mit der rechten Maustaste wird das Inventar geöffnet, in dem durch Klicken auf das entsprechende Bild der Darsteller gewechselt werden kann.

Was bei Ghost Pirates of Vooju Island nach einigen Momenten auffällt, ist die Tatsache, dass recht viel gepröbelt werden muss. Dem Spieler werden nicht immer genügend Informationen mitgegeben, sodass mit dem Inventar und den anderen Freunden des illustren Trios viel ausprobiert werden muss. Und natürlich darf da einige Vooju-Magie auch nicht fehlen. Witzig ist auch die Möglichkeit, seine zwei anderen Freunde über einen jeweils neu aufgenommenen Gegenstand zu befragen. Hier sind teils versteckte Informationen zu finden.

Der dicke Casper?
Der dicke Casper? © dtp entertainment

Langweilig wird's bei diesem Spiel eigentlich nie. Zwar kann es schon eine Weile dauern, bis man ein gewisses Rätsel gelöst hat, doch danach werden meist neue Informationen zur Story preisgegeben, was wiederum für die Spannung des Spiels gut ist. Die drei Protagonisten sowie die anderen Hauptfiguren sorgen ebenfalls für Unterhaltung und haben nicht selten ein paar witzige Sprüche drauf. Dem einen oder anderen Spieler wird somit sicher ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Technik

Wie bei vielen Spielen dieses Genres ist auch hier die technische Darbietung eher auf unterem Niveau. Nichtsdestotrotz wurden die einzelnen Ortschaften der Insel ziemlich bunt und umfangreich gezeichnet. Die tollen Soundeffekte passen ebenfalls und tragen so zu guter Atmosphäre bei. Wiederum kommen die nicht allzu hohen Systemanforderungen allen Spielern mit etwas älteren Komponenten entgegen, wobei auch Breitbild-Formate und Kantenglättung unterstützt werden. Alles in allem kann sich das Game in dieser Hinsicht sehen lassen.

Daniel Wick [daw]

Liebhaber von Action- und Thriller-Filmen. Aber hauptsächlich zockt Dani auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Sogar ein Game mit Super Mario als Tomb Raider würde er spielen. Ihn erschüttert nichts, schon gar nicht, seit er an der «Quinzaine des Réalisateurs» in Cannes war.

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Trailer Deutsch, 01:14