The Whispered World (2008)

The Whispered World (2008)

PC-Review: Langweiliges Geflüstere

Magst du Angeln?
Magst du Angeln?

Nach dem gelungenen Spiel Edna bricht aus präsentiert uns die Entwicklerfirma Daedalic Entertainment das nächste Abenteuer-Spiel. Das neuste Game der Macher, The Whispered World, entführt den Spieler in eine faszinierende Fantasywelt. Im Mittelpunkt steht der junge Clown Sadwick. Dieser reist mit seinem Bruder und Grossvater durch den Herbstwald und tritt mit ihnen im Wanderzirkus auf. Doch dem jungen Artisten ist es überhaupt nicht nach Lachen zumute.

Ziemlich erfolglos sucht er nach dem Sinn des Lebens. Und immer wieder wird Sadwick von üblen Alpträumen heimgesucht. In diesen Träumen tritt immer wieder eine blaue Gestalt auf, die mit ihm spricht und den Clown auf eine abenteuerliche Reise schickt. Im Verlaufe der Zeit stellt sich dieses Abenteuer aber als alles andere als einfach und ungefährlich heraus. Sogar Sedwicks vertraute Welt scheint in Gefahr zu sein.

Leider ist den Entwicklern mit The Whispered World kein sehr tolles Spiel gelungen. Die einfache Story, die nicht sehr interessanten Charaktere und die schwache technische Darbietung sprechen klar gegen dieses Game. Wer schon öfters solche Point-and-Click-Abenteuer gespielt hat, wird wohl kaum Freude an diesem Game haben. So eignet sich dieses Spiel wohl eher für Vertreter der jungen Generation, welche in dieses Genre einsteigen wollen. Alle anderen können dieses Spiel ohne schlechtes Gewissen ignorieren.

Gameplay

Ist das der Jungbrunnen?
Ist das der Jungbrunnen?

Beim Spiel The Whispered World handelt es sich um ein einfaches Point-and-Click-Abenteuer, in dem der junge Clown Sadwick die Hauptrolle übernimmt. Der Spieler steuert das traurige Zirkusmitglied durch die bunte Welt des Herbstwaldes. Immer auf der Suche nach Antworten zu seinen Alpträumen. Dabei stösst er auch ab und zu auf andere Personen, mit denen er das Gespräch unbedingt aufsuchen muss, um ans Ziel zu gelangen.

Das Spielen an sich ist nicht wirklich schwer. Trotzdem wäre eine kurze Einführung zu Beginn des Spiels wünschenswert gewesen. Alle nötigen Infos findet man aber im umfangreichen Booklet. Das Game wird (fast) ausschliesslich mit der Maus gesteuert. Mit der Space-Taste an der Tastatur werden alle interaktiven Möglichkeiten angezeigt. Durch längeres Drücken mit der Maus auf eine solchen Punkt kann der Spieler zwischen den Taten "Auge" (genauer anschauen), "Hand" (Objekt mitnehmen) und "Mund" (mehr Informationen erhalten) auswählen.

Des Königs Büro
Des Königs Büro

Während des Tests konnte im Spiel leider kein wirklicher Reiz gefunden werden. Das Game plätschert nur so vor sich hin, und wer solche Spiele schon mal gezockt hat, wird schnell merken, dass mit The Whispered World nichts Neues erschaffen wurde. Zwar mag der kleine Sadwick süss sein, da er aber immer ein so grimmiges Gesicht zieht, vergeht auch nach einiger Zeit der Spass, ihm beim Abenteuer zuzuschauen.

Die Story passt allerdings in diese Fantasy-Welt und hat auch ihre Höhepunkte. Aber es fällt auf, dass die Geschichte trotz allem sehr einfach gehalten wurde. Dies wohl, um möglichst junge Spieler anzusprechen. Und das Spiel eignet sich wohl auch am besten für eine junge Zielgruppe. Die Rätsel sind nämlich etwas einfach gemacht, auch wenn es mal schon länger gehen kann und mit dem umfangreichen Inventar gepröbelt werden muss.

Schaut her, ich bin Tarzan!
Schaut her, ich bin Tarzan!

Die im Spiel enthaltenen Charaktere bieten wiederum eine gewisse Abwechslung. Da wäre die immer gut gelaunte Hausraupe von Sadwick, die sich auch mal als sehr nützlich erweist. Die Familie mag der junge Clown hingegen gar nicht, und sein Bruder und Opa haben auch gleich zu Beginn ein paar nette Sprüche auf Lager. Während des ganzen Abenteuers trifft Sadwick dann noch auf andere Charaktere, die fürs Erfüllen des grossen Ziels unausweichlich sind. Trotzdem können auch sie das Spiel nicht wirklich aufwerten.

Dem Spiel liegen noch drei Würfel bei. Diese werden bei jedem Start des Games auch gebraucht, um überhaupt ins Hauptmenü zu gelangen. Dies dient einem zusätzlichen Kopierschutz. Allerdings befindet sich auf der Rückseite des mitgelieferten Posters noch eine Art Brettspiel, bei dem die Würfel ebenfalls gebraucht werden. Zwar ist dieses Spiel auch nicht gerade sehr revolutionär, junge Spieler werden sich aber hiermit auch mal die Zeit vertreiben können.

Technik

Burning Spot
Burning Spot

Auf den ersten Blick mag die 2D-Optik zu gefallen. Sehr bunt wurde die Welt gezeichnet und präsentiert sich in einem Comic-ähnlichen Stil. Mit der Zeit merkt man aber, dass sicher mehr dringelegen hätte. Gespielt wird in einer Auflösung von 1024x768, die sich auch nicht verändern lässt. So ist das Bild dann auch etwas eingeschränkt, und beim Spielen wirkt man irgendwie eingeengt. Die Geräusche im Wald sind aber sauber zu hören und gut integriert. Eine passende Hintergrundmusik sucht man allerdings vergeblich. Im technischen Bereich macht The Whispered World also auch nicht gerade den besten Eindruck.

/ daw