Robert Ludlum's The Bourne Conspiracy (2008)

Robert Ludlum's The Bourne Conspiracy (2008)

Robert Ludlum's Bourne Komplott
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Xbox 360-Review: Warum Spieleumsetzungen nicht a priori schlecht sind

Ein erfolgreicher Film braucht auch immer,genau: eine Videospielumsetzung. Diesmal wagt sich Publisher [publisher]Vivendi Games[/publisher] an die Versoftung der erfolgreichen Agenten Filme rund um den Amnesie Patienten Jason Bourne. Was an den Kinokassen grosses Geld brachte, soll nun auch in der Spielergemeinde einschlagen wie eine Bombe. Ob dieses Konzept für einmal aufgeht, erfahrt ihr wie immer bei uns.

Ich brauch kein Shampoo!
Ich brauch kein Shampoo!

Vor rund sechs Jahren durften wir uns im Kino das erste Mal an Matt Damon in der Rolle des Jason Bourne erfreuen. Ein junger Mann, der halbtot und ohne Erinnerungsvermögen im Mittelmeer aus dem Wasser gefischt wird. Die Einzige Spur, die sein Gedächtnis wieder etwas auffrischen könnte, ist eine Nummer zu einem Schliessfach in einer Schweizer Bank. Darin befinden sich eine Waffe, diverse Reisepässe und ein grosser Batzen Bargeld. Als gewisse Leute erfahren, dass Jason Bourne noch lebt und wieder auf der Bildfläche aufgetaucht ist, wird's erst richtig ungemütlich. Bourne bleibt nur eine Wahl, die Flucht nach vorn. Robert Ludlum's Bourne Komplott versteht sich nicht als direktes Prequel oder Sequel zu den Filmen, sondern vielmehr als Schnittstelle zwischen der Bücher- und der Filmreihe und versucht gewisse Lücken zu schliessen. So erlebt ihr nebst bekannten Filmszenen auch Szenen aus Bourne's Vergangenheit, die ihr in Form von Flashbacks nachspielen dürft.

Eines ist klar Das Bourne Komplott gehört sicherlich zu den besseren Filmumsetzungen, die wir in letzter Zeit vorgesetzt bekamen. Die Kämpfe sowie die vielen Quicktime Events sind spektakulär inszeniert und fangen die kompromisslose Action des Films gut ein. Einzig die Feuergefechte und der Fahrabschnitt hätten ein wenig spannender ausfallen können. Was bleibt ist eine gelungene Umsetzung, die für Fans der Filmvorlage auf jeden Fall einen Blick wert ist.

Gameplay

Drei auf einen Streich
Drei auf einen Streich

Wer sich mit Das Bourne Komplott einen Agenten Thriller im Stile von Splinter Cell erhofft, wird leider enttäuscht. [publisher]Vivendi[/publisher]'s neuester Filmversoftungsversuch ist ein reinrassiger Actiontitel geworden, bei dem kein Auge trocken bleibt. Der Fokus des Spiels liegt auf seinen knallharten Nahkämpfen, die mit Feuergefechten und gelegentlichen Quicktime Events gewürzt werden. Sogar einige Fahrsequenzen haben es ins Spiel geschafft. Leider geht dieser Genre Mix aber nur bedingt auf, zumal die Fahreinlagen sehr gewöhnungsbedürftig sind. Zum Glück müsst ihr euch aber nur einmal hinter das Steuer eines Mini's klemmen.

Das Kampfsystem ist eindeutig das Highlight von Jason Bourne's Videospiel auftritt. Eine Taste lässt euch leichte Schläge durchführen, eine andere harte. Hält man die Tasten etwas länger gedrückt, holt der Agent zu einem kräftigen Tritt aus, der eure Feinde aus dem Konzept bringen wird. Wechselt ihr regelmässig zwischen harten und leichten Schlägen ab, könnt ihr euren Gegner mit Combos bearbeiten.

In Zürich geht's hoch her!
In Zürich geht's hoch her!

Je länger ihr euch prügelt, desto mehr füllt sich am unteren Bildschirmrand eine Adrenalin Anzeige, die es euch ermöglicht tödliche Takedowns zu erzielen. Diese befördern Gegner mit einer filmreifen Schlagabfolge auf direktem Weg ins Nirvana. Befinden sich Einrichtungsgegenstände oder andere Objekte in eurer Nähe, werden diese von Bourne mit in die Takedowns einbezogen. Kugelschreiber, Tischplatten und Sicherungskästen, alles wird zur tödlichen Waffe. Diese süchtig machenden Finisher Moves wurden dermassen packend inszeniert, dass es einem schon beim Zuschauen schmerzt.

Wenn die Fäuste nicht mehr weiterhelfen, muss auch Jason Bourne auf Waffengewalt zurückgreifen. Leider kommen die Feuergefechte nie an die Intensität der Nahkämpfe ran und sind meist schon an der Grenze zur puren Langeweile. Zwar gibt es auch hier die Takedownfunktion, doch ist diese gänzlich unspektakulär ausgefallen. Auch das Deckungssystem, das uns in schwierigen Situationen den Hintern retten soll, ist schlecht gemacht, da euer Spieler meist hinter dem falschen Objekt Schutz sucht, und dies obwohl man eigentlich ganz woanders abtauchen wollte. Schade, dass hier so viel Potential einfach den Bach runter geht.

Ein der vielen Takedowns
Ein der vielen Takedowns

Das Missionsdesign ist recht linear ausgefallen. Fast immer geht es darum irgendeine Zielperson aufzuspüren und diese anschliessend auszuschalten. Freiraum, der einen selbst tätig lassen würde, bietet der Titel leider keinen. Somit beschränkt sich das Gameplay darauf einen Gegner nach dem anderen zu verprügeln, bis ihr am Ende des Levels einem Bossgegner gegenübertretet, der ein wenig zäher als seine Gehilfen ist.

Was den eintönigen Missionsablauf etwas aufpeppt, sind die eingestreuten Quicktime Events. Hier gilt es in brenzligen Situationen schnellst möglich den richtigen Knopf zu drücken, um in Deckung zu gehen, einen feindlichen Takedownversuch abzuwehren oder in letzter Sekunde unter einem sich schliessenden Gitter durchzuzwängen. Auch hier haben sich die Entwickler besondere Mühe gegeben eine möglichst packende Inszenierung auf die Beine zu stellen, was ihnen auch sichtlich gelungen ist.

Technik

Ab und an fliegt auch mal was in die Luft
Ab und an fliegt auch mal was in die Luft

Das Bourne Komplott lebt ganz klar von seiner spektakulären Inszenierung, die auch technisch sehr gut umgesetzt wurde. Die Animationen sind klasse, die Charakterdetails sehen ebenfalls toll aus und es lässt sich so ziemlich jedes vorhandene Objekt in einen Kampf miteinbeziehen. Auch die KI der Gegner ist nicht von schlechten Eltern. Führt ihr bei einem Nahkampf beispielsweise immer die gleiche Combo aus, wird diese spätestens beim dritten Versuch abgeblockt, wodurch ihr gezwungen seid einen variantenreichen Kampf zu bestreiten.

Die Soundkulisse ist stark an die der Filmvorlage angelehnt und überzeugt mit bekannten Klängen und den originalen deutschen Synchronstimmen. Schade nur, dass es den Entwicklern nicht gelungen ist die Hauptdarsteller auch optisch ins Spiel zu integrieren. Angeblich verweigerte Matt Damon eine Zusammenarbeit auf Grund des zu hohen Gewaltgrades der Videospielumsetzung. Eine spielerische Adaption der Jason Bourne Geschichte im Adventure Stil wäre ihm persönlich lieber gewesen.

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Kommentare Total: 2

o0chFIREFIGHTERch0o

Habe das Spiel durchgezockt und es ist gut. Habe aber gedacht, dass es sich auf alle 3 Filme bezieht. Es geht aber nur um "Bourne Identity". Natürlich wurden noch viele zusätzliche Levels "dazugedichtet", wie zum Beispiel, die Vorgeschichte, oder sogar ein Terroranschlag in Zürich 😮. Ein bischen ungewöhnlich, Terroristen am Zürcherflughafen XD. Und es geht dauernd diese Sprechanlage los: "Das Schweizer S.W.A.T. Team wird jeden Moment eintreffen" 😉. Naja. Ein bischen ungewöhnlich, aber ok 😄. Aber Wem die Filme gefallen, wird auch dieses Spiel lieben 😉.

[Editiert von o0chFIREFIGHTERch0o am 2008-12-03 16:03:48]

[Editiert von o0chFIREFIGHTERch0o am 2008-12-03 16:04:31]

am

Game-Kritik: Warum Spieleumsetzungen nicht a priori schlecht sind

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