Gears of War 2 (2008)

Gears of War 2 (2008)

  1. ,

Xbox 360-Review: Vom Gejagten zum Jäger!

Als Gears of War vor zwei Jahren auf der Xbox 360 veröffentlicht wurde, avancierte der Titel in kürzester Zeit zum Kult-Shooter der vergangenen Jahre. Nun bringt Epic Games passend zum Weihnachtsgeschäft die Fortsetzung des Action Krachers auf den Markt.

Mensch vs. Biest!
Mensch vs. Biest! © Entwickler / Publisher

Nach dem Ende des ersten Gears of War, welches mit einem sprichwörtlichen Knall endete, hat sich nicht wirklich viel auf dem fiktiven Planeten Sera verändert. Die Locuste sind einfach nicht tot zu kriegen und trachten immer noch nach der alleinigen Herrschaft auf dem Planeten. Dabei stehen ihnen eigentlich auch nur noch die Menschen im Wege. Doch diese schlagen sich tapfer und haben es immer wieder geschafft ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, auch wenn ihr Bestand auf ein Minimum getilgt wurde.

In die Enge getrieben, versucht der letzte kämpferische Rest der Menschheit nun einen Plan zu entwickeln, wie die schier aussichtslose Situation doch noch zum Guten gewendet werden kann und wie man die Locuste endgültig vernichten will. Der Plan hört sich im Prinzip auch ziemlich simpel an: Dringe in die Mitte des Planeten ein und vernichte die Brutstätte dieser verdammten Mistviecher!

Gears of War 2 übertrifft alle Erwartungen und schafft es seinen ohnehin schon starken Vorgänger zu überflügeln. Das hervorragende Leveldesign sowie die dichte Atmosphäre und die Hollywood reife Inszenierung treiben den Spieler weiter und weiter ohne dabei jemals Langeweile zu versprühen. Im Gegenteil, ist man erst einmal durch, will man eigentlich gleich schon wieder von Vorne beginnen. Langzeitmotivation ist auch dank des umfangreichen Multiplayer Modus garantiert. Kurz gesagt: Gears of War 2 ist ein hervorragendes Spiel geworden, das kein erwachsener Action Fan verpassen sollte.

Gameplay

Das gibt ein saftiges Steak!
Das gibt ein saftiges Steak! © Entwickler / Publisher

In Gears of War 2 übernimmt der Spieler ein weiteres Mal die Kontrolle über den Kriegsveteranen Markus Fenix, der zusammen mit seinem Trupp versucht die Welt von ihrer lästigen Ungeziefer Plage zu befreien. Aus der Third-Person Perspektive steuert man den Muskelprotz durch eine vom Krieg zerfressene Welt, die mit der unsrigen nicht mehr viel gemein hat. Auf der gesamten Planeten Oberfläche wimmelt es nur so von blutrünstigen Locusten, die nicht einmal so blöd sind, wie sie vielleicht ausschauen.

Diese Konfrontation von Gut und Böse bringt uns gleich zum Schwerpunkt des Titels, den intensiven Feuergefechten. Anstatt sich darauf zu beschränken mit der Waffe in der Hand von einem Bereich in den nächsten zu rennen und dabei möglichst viele Gegner über den Haufen zu ballern, zwingt einen Gears of War 2 dazu etwas taktischer vorzugehen. Dies hat vor allem drei Gründe, die Locuste sind gerissen, sie sind den Menschen zahlenmässig überlegen und sie können einiges einstecken bevor sie zu Boden gehen. Einziges Mittel gegen eine solche Übermacht ist also eine clevere Vorgehensweise.

Hast du mal Feuer?
Hast du mal Feuer? © Entwickler / Publisher

Um am Leben zu bleiben muss man seinen Charakter stets von einer Deckung zur nächsten jagen. Nähert man sich Mauern, Kisten, Sandsäcken oder anderen Deckungsmöglichkeiten, so wirft sich der Protagonist per Knopfdruck sofort in Sicherheit. Da man sich aber nicht einfach hinter einer Deckung verschanzen kann um abzuwarten bis die Gegner vor Langeweile tot umfallen, muss man stets ein Auge für ein sicheres Plätzchen offen halten. Dies führt dazu, dass Markus ständig in Bewegung ist und sich von einer Deckung in die nächste wirft. Im Vergleich zum Vorgänger sind die zahlreichen Feuergefechte noch ein bisschen intensiver ausgefallen. Dies hat der Titel vor allem der stark verbesserten KI der Gegner zu verdanken, die nichts unversucht lassen um Fenix und seine Männer ins Jenseits zu schicken. Glücklicherweise geht die Deckungssuche nun noch ein bisschen präziser von der Hand, so dass es kaum vorkommt, dass man an einer Kante hängen bleibt oder ungewollt aus der Deckung nach vorne prescht.

Sogar fliegen können die Viecher!
Sogar fliegen können die Viecher! © Entwickler / Publisher

Um den Horden an Gegnern die Stirn zu bieten, kann Markus jede Waffe aufnehmen, die er im Spielverlauf findet. Neben bekannten Waffen aus dem ersten Teil, wie beispielsweise das Lancer Gewehr, welches mit einem Kettensägen-Bajonett daherkommt, bietet Gears of War 2 auch einige neue Schiesseisen. Da wäre beispielsweise der Flammenwerfer mit dem man sich grössere Mengen an Gegner auf einmal vom Leiben halten kann. Des Weiteren gibt es verschiedene schwere Waffen, die einen zwar verlangsam, dafür aber mit einer immensen Feuerkraft aufwarten. Ebenfalls neu ist ein Mörser der Granaten vom Himmel regnen lässt und deshalb vor allem aus der Ferne äusserst effektiv ist. Ein weiteres cooles Feature sind die Granaten. Diese können nun auch einfach in den Boden gesteckt werden, wodurch sie automatisch zu Kontaktminen umprogrammiert werden.

Kommt man den Locus Biestern einmal zu nahe, so wirft Markus per Knopfdruck sein Kettensägen-Bajonett an und halbiert seine Gegner. Bereits der erste Teil gehörte zu den blutigsten Titeln seines Genres, doch Gears of War 2 schafft es diesen fragwürdigen Erfolg gleich noch einmal zu toppen. Dafür sorgen unter anderem die verschiedenen Finishing-Moves, mit denen man verwundete Gegner endgültig ins Nirvana schicken kann. Wem dies als eine unnütze Verschwendung von Locust Leben erscheint, der kann die verwundeten Biester kurzerhand auch als lebendiges Schutzschild verwenden und sich so zum nächsten Checkpoint kämpfen.

Ein Ort der Ruhe!
Ein Ort der Ruhe! © Entwickler / Publisher

Gears of War 2 besitzt einen spürbar anderen Look als sein Vorgänger. Wo der erste Teil noch vorwiegend in zerstörten Städten und unterirdischen Katakomben spielte, bekommt man in der Fortsetzung überraschend viele Aussenareale zu Gesicht. Die Einsätze führen einen in verschlafene Bergdörfer, verschneite Felder und Ruinen längst vergangener Kulturen. Dieser Mix an abwechslungsreichen Umgebungen steigert den Spielspass ungemein und wirkt derart motivierend, dass man den Titel in einem Zug durchspielen könnte.

Multiplayer

Als ob der spassige und motivierende Singleplayer Modus nicht schon genug wäre, packten die Entwickler auch noch einen gelungenen Multiplayer Modus ins Paket. Besonders erwähnt sei an dieser Stelle der Koop Modus. Hier darf man zusammen mit einem Freund wahlweise über Splitscreen oder XBOX Live die Kampagne durchspielen.

You'll never walk alone!
You'll never walk alone! © Entwickler / Publisher

Wer über einen XBOX Live Account verfügt, der darf sich natürlich auch online austoben. Bereits bekannte Modi wie Warzone, Execution, Assassination oder King of the Hill sind genauso im Paket, wie einige neue Spielvarianten. Submission beispielsweise ist eine Art Capture the Flag mit dem Unterschied, dass man einen Zivilisten durch die Gegend schleppt an Stelle einer Flagge. In Guardian stürzt man sich in Teams in die Schlacht. Diese Teams haben jeweils einen bestimmten Leader. Solange dieser Anführer lebt, können alle anderen Team Mitglieder respawnen, stirbt der Leader, so ist es mit diesem Komfort vorbei. Ebenfalls neu ist der Horde Modus. In diesem kämpft man mit fünf Mitspielern gegen herannahende Gegner Horden. Solange mindestens ein Teammitglied überlebt, wird die gesamte Truppe am Ende einer Runde wiederbelebt. Ist dies der Fall wird die zweite Runde eröffnet, in welcher noch mehr und noch schwierigere Gegnerhorden über einen hinwegschwappen.

Wer vor einem online Gefecht erst noch trainieren will oder gar keine XBOX Live Mitgliedschaft besitzt, der kann auch auf Bots zurückgreifen. Diese sind erstaunlich clever ausgefallen und stellen eine gelungene Alternative zu menschlichen Mitspielern dar.

Technik

Da hat wohl jemand eine Gasleitung angebohrt!
Da hat wohl jemand eine Gasleitung angebohrt! © Entwickler / Publisher

Auch wenn Gears of War 2 noch auf der Engine des ersten Teils basiert, so wurde aus dieser das bestmöglichste Resultat heraus gekitzelt. Der Titel glänzt mit einer überwältigenden Detailvielfalt, hervorragenden Texturen und atemberaubenden Effekten. Obwohl die Levels im Vergleich zu Konkurrenz Produkten wie Far Cry 2 ziemlich klein ausgefallen sind, wirken sie extrem lebendig und authentisch. Ausserdem schafft es die Engine eine ungeheure Anzahl an Gegnern und Effekten auf einmal auf den Bildschirm zu zaubern, ohne dabei in die Knie zu gehen.

Abgerundet wird der hervorragend aussehende Shooter durch überzeugendes Voice-Acting der englischen Synchronsprecher und einen wunderbar düsteren Soundtrack. Da kommt Endzeitstimmung auf.

/ Andreas Mutzner [am]

Kommentare Total: 5

Markus

So, ich hab's gestern mal noch fertig gezockt. Macht wirklich Spass das Teil.

Find's definitiv besser als Teil 1 und vorallem ist es auch ohne 'Ich mache ausser FPS zocken in meinem Leben nichts'-Skills machbar.

Teil 1 habe ich bis heute nicht fertig gekriegt (Scheissschluss).

Wer eine XBox hat, muss das definitiv haben.

Assuma

Um auch mal positive kritik zu verteilen... das review ist echt sehr gut... ausserdem macht das spiel laune... einwandfreie grafik und effekte saugen den spieler vollkommen in die cyber-welt ein.... generell gibts wenig bugs und die atmosphere ist fast immer überragend. endlich mal wieder ein shooter der mehr erfordert als stumpfsinniges trigger halten und sinnloses dauerfeur auf schlecht modellierte mobs^^ auch der multi-mod verspricht einiges an game spass und ist herrvoragend umgesetzt für leute die auf shooter stehn ein absolutes muss!

[Editiert von Assuma am 2008-11-27 15:39:48]

dad

Seit ich das Spiel besitze komme ich aus dem Staunen nicht mher raus😄 AWESOME GAME EPIC GAMES!!! Die Kampagne ist um ein vielfaches abwechslugsreicher geworden und der Multiplayer macht mindestens genau so viel Spass wie schon im ersten Teil.

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen