Fallout 3 (2008)

Fallout 3 (2008)

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PS3-Review: Unterwegs in der postnuklearen Einöde!

Die Rollenspiel Experten von Bethesda Softworks haben sich dieses Jahr einem ehrgeizigen Projekt gewidmet, der Restaurierung, resp. der Weiterentwicklung der Kult RPG Reihe Fallout. Mit Fallout 3 beschreitet das mehrfach ausgezeichnete Entwicklerteam für einmal neue Pfade und mischt Shooter Elemente mit RPG Elementen.

Trautes Heim, Glück allein!
Trautes Heim, Glück allein!

Das Spiel beginnt aus einer ganz ungewöhnlichen Perspektive. Bevor man irgendetwas über die Story in Erfahrung bringt, verfolgt man den Kampf eines Säuglings aus dem Leib seiner Mutter. Beim Erblicken des ersten Lichtstrahls beginnt das eigentliche Spiel. Man gibt seinem namenlosen Helden in Spe einen Namen, legt einige Attribute fest und wählt bereits die ersten Fertigkeiten. Danach durchlebt man im Schnelldurchlauf die Kindheit des Protagonisten, erfährt wie die eigene Mutter ums Leben kam und muss tatenlos zusehen wie sich der eigene Vater aus dem Staub macht. Von einer fröhlichen Kindheit kann man hier definitiv nicht sprechen.

Als ob dies nicht schon genug wäre, wächst das vom Schicksal gebeutelte Kind in einer Welt auf, die der unsrigen völlig fremd ist. Zwar spielt sich die Geschichte auf der Erde ab, doch das Antlitz der Welt hat sich grundlegend verändert. Im Jahr 2077 bleibt von unserem blauen Planeten nur noch eine leblose Hülle übrig. Die Menschheit hat es nach den beiden Weltkriegen und einigen weiteren gescheiterten Versuchen doch noch geschafft sich selbst auszurotten. Nach einem Atomkrieg ist lediglich ein radioaktives Ödland übrig geblieben, welches die hässlichsten sich vorstellbaren Lebensformen beherbergt. Für ein friedliches Miteinander ist auf dieser Welt kein Platz und so behält Darwin mit seiner Theorie zum Schluss doch noch recht. Nur die Stärksten überleben!

Fallout 3 ist trotz anfänglicher Skepsis ein grandioser Titel geworden, der es geschafft hat die prominente Rollenspiel Reihe erfolgreich weiterzuentwickeln. Auch wenn das Kampfsystem zu Beginn etwas irritieren kann, macht es, sobald man es beherrscht mächtig Spass. Die Charakterentwicklung kommt grundsolide daher und bietet keine Möglichkeit zur Kritik. Ähnlich verhält es sich mit den Quests, die durchs Band einfach nur Spass machen und die für genügend Stunden Spielspass sorgen.

Höchstes Lob verdient allerdings die herrlich düstere Atmosphäre, die aus Fallout 3 erst das macht, was es ist: Ein grandioses Endzeiterlebnis!

Gameplay

Die letzten Zeugen!
Die letzten Zeugen!

Wer nur einen kurzen Blick auf Fallout 3 geworfen hat und sich mit der Fallout Reihe nicht auskennt, der könnte prompt denken, dass es sich hierbei um einen Shooter handelt, doch dies ist nicht im Geringsten der Fall. Zwar spielt man den Titel aus einer klassischen Shooter Perspektive, wahlweise Ego oder Third-Person Perspektive, doch das Kampfsystem bleibt ein rundenbasiertes. Nimmt man einen Gegner ins Visier so berechnet einem das eingebaute V.A.T.S. System automatisch verschiedene Werte, wie Trefferwahrscheinlichkeit oder Schaden. Diese Werte berechnen sich jeweils aus den Attributen des Charakters und der ausgewählten Ausrüstung.

Dieses System scheint im ersten Moment ziemlich verwirrend, dies vor allem dann wenn das Inventar zum Bersten voll ist und man einen geeigneten Gegenstand hervorkramen will. Nur gut, dass das Spiel in diesen Situationen automatisch pausiert wird. Trotz kurzer Eingewöhnungszeit geht die Steuerung gut von der Hand und macht auch ordentlich Spass. Denn um die jeweiligen Schwächen der verschiedenen Gegner auszunutzen, empfiehlt es sich einzelne Körperteile mittels V.A.T.S. anzuvisieren und gezielt unter Beschuss zu nehmen. Diese Vorgehensweise wird regelmässig mit kritischen Treffern belohnt, die zusätzlich ganz cool in Szene gesetzt wurden. Wem das zu kompliziert ist, der darf sein Glück auch anders versuchen und einfach wild auf die Gegner losballern. Allerdings berechnet der Computer auch hier den gesamten Kampf Verlauf und man hat so viel weniger Möglichkeiten den Ausgang des Kampfes effektiv für sich zu entscheiden, da haufenweise Blindgänger durch die bleigeschwängerte Luft an eurem Gegner vorbeisausen.

Nicht schon wieder!
Nicht schon wieder!

Der nächste unverzichtbare Programmpunkt in einem anständigen Rollenspiel ist das Charakterentwicklungssystem, und eins vorweg: Auch das ist durchaus gelungen. Während man sich von einem Erfahrungslevel zum nächsten hoch kämpft, gewinnt der Charakter fortlaufend an Skills und Spezialfertigkeiten. In zahlreichen verschiedenen Bereichen wie Verhandlungsgeschick, Hacken, Diebstahl, Waffenfertigkeit oder Nahkampf kann man dem Charakter bei Levelaufstieg dann einen Wert zuweisen, um ihn so zu verbessern. Die Spezialfertigkeiten machen statten den Charakter mit zusätzlichen Boni aus. Diese basieren meist auf vorhandenen Skills und machen euch so bspw. noch wendiger oder ermöglichen es mehr Schaden im Kampf mit Waffen zu erzielen und diese auch effektiver zu reparieren. Die Möglichkeiten sind schier unbeschränkt und können frei kombiniert werden, was den Wiederspielwert ungemein steigert. Erwähnenswert ist im gleichen Atemzug auch die riesige Anzahl an Ausrüstungsgegenständen, Waffen und anderen Items.

Verschiedene Trefferzonen
Verschiedene Trefferzonen

Der wohl stärkste Punkt in Fallout 3 ist die Atmosphäre und die fantastische Spielwelt. Auch wenn das Endzeit Setting auf den ersten Blick etwas öde erscheinen mag, wird man bei genauerem Hinschauen schnell eines Besseren belehrt. In der postnuklearen Einöde ist ziemlich viel los. Immer wieder stösst man auf versteckte Orte, die man zuvor übersehen hat, oder wird von blutrünstigen Mutanten und anderem Gesocks in Atem gehalten. Die Gegner Vielfalt reicht dabei von bizarr bis einfach nur furchteinflössend.

Die Spielwelt von Fallout 3 ist frei begehbar. Damit man sich in den Weiten der Kriegszone aber nicht verirrt, wird man durch verschiedene Quests immer wieder an der Hand genommen und sachte ans Ende der Geschichte begleitet. Die verschiedenen Aufträge, seien es Haupt- oder Nebenquests, sind allesamt sehr abwechslungsreich gestaltet worden und werden praktisch nie langweilig. Dazu trägt hauptsächlich die Tatsache bei, dass das Vorgehen weitestgehend einem selbst überlassen ist.

Technik

I am Legend!
I am Legend!

Auch visuell weiss Fallout 3 zu begeistern. Die Landschaft sieht schlicht atemberaubend aus und zeichnet ein düsteres Bild der Welt, wie sie nach einer möglichen, selbstverschuldeten Apokalypse aussehen könnte. Die aufkommende Endzeit Stimmung erinnert dabei stark an Titel wie STALKER. Die ohnehin schon beklemmende Atmosphäre wird durch den grandiosen Soundtrack noch weiter intensiviert.

/ am

Kommentare Total: 5

Chemic

Ich mag keine Rollenspiele im traditionellen Sinn (so das auch Teil 1 und 2 keinen Weg in mein gamearchiv fanden) aber Fallout hatte mich auf Grund des Seetings interessiert und bin positiv überrascht

Das Teil steuert sich wie ein Ego-Shooter, ist einfach zu bedienen, keine komplizierte Itemhandhabung etc. Viele Nebenquest sorgen dafür das immer was zu tun ist und das sammeln macht auch mal wieder mächtig Spass. Storymässig ist eher dürftig, auch wenn ich da noch nicht durch bin. Viele nette Locations und ein geiles Kampfsystem machen aber vieles wieder wett.

db

Ich war immer ein Fan der Fallout Reihe und hatte immer Freude an der grandiosen Endzeit-Atmosphäre. Auch wenn die alten mit Runden-Kämpfen und Augenkrebsgrafik Minuspunkte einheimsten, konnten sie mit einer enorm vielseitigen Welt und einer guten Story überzeugen, welche zum stundenlangen verweilen einliess.

Fallout 3 komprimiert die Handlung auf eine Karte, welche man von Anfang an erkunden kann, präsentiert diese in grandioser Grafik und kann auch mit grossartigem Endzeit-Feeling überzeugen. Allerdings fallen die, von der Main-Storyline besuchten Locations recht einseitig aus und Überraschungsmomente gibt es kaum. Da hätte ich gerne so Knacknüsse wie früher The Glow gehabt, wo man erst spät im Game überhaupt hinkommt und auch sehr spannend im erkunden sind.

An der Charakterentwicklung gibt es kaum etwas zu kritteln und es macht auch Spass mit dem Karma zu experimentieren. Allerdings hätten sie mehr Rüstungen und mehr Big-Guns einbauen können. Da ist man schnell auf dem höchsten Level und das nimmt recht den Reiz. Werde aber mal die Nebenquets abhampeln, vielleicht findet sich da noch besseres.

Storymässig bin ich aber von Fallout 3 enttäuscht. Wasser für alle Ole Ole, na enthusiastische Wissenschaftler in ehren, doch ich fand die Vater Suche und die spätere Entwicklung recht öde und nur sehr mässig spannend. Klar in den Nebenquests gibt es viele Perlen, aber irgendwie sollten die besten Brocken nicht in der Abstellkammer verstecken, sondern dort nutzen, wo der Spieler sicher hinkommt.

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung von den beiden Vorgänger. Atmosphärisch grandios und kann immer wieder mit spannenden Kämpfen und abwechslungsreichen NEBEN-Quests überzeugen. Hätten sie aber die Energie besser eingeteilt und nicht 90% in den Nebenquets verpulvert, hätte es ein viel besseres Game werden können...

mih

Bethesda hat bisher Atmosphärisch und Quest technisch immer gute arbeit geleistet, siehe Morrowind und Oblivion.

Hab mir das ganze mal bestellt, bin schon gespannt was dabei rauskommt, schlecht kanns auf jeden fall nicht werden!

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Trailer: E3 2008 Englisch, 03:14