Dracula: Origin (2008)

Dracula: Origin (2008)

PC-Review: Der Ursprung der Langeweile

Das kleine Spielentwicklungsstudio Frogwares war bis anhin vor allem durch seine Sherlock Holmes Reihe bekannt. Nun bringen sie in gleicher Abenteuer-Manier ein Spiel um den mysteriösen Vampir heraus, welches durch den Roman "Dracula" vom irischen Schriftsteller Bram Stoker inspiriert ist.

Auch an sonnigen Plätzen lauert die Gefahr!
Auch an sonnigen Plätzen lauert die Gefahr! © Entwickler / Publisher

Professor van Helsing erfährt vom schrecklichen Tode seines Schülers und Freundes Jonathan Harker. Dieser war auf der Suche nach Graf Dracula um der Anwesenheit dieser Gestalt endlich ein Ende zu bereiten. Doch er hatte den Vampir unterschätzt und bittet in seinem letzten Schreiben den Professor um Hilfe. Er soll Mina, die Verlobte von Harker, vor dem Bösen beschützen und sie in Sicherheit bringen. Allerdings wird die Frau dennoch von Dracula gefangen und van Helsing muss sich nun auf dem Weg machen Mina zu retten und Graf Dracula endlich zu besiegen.

Dieses Abenteuer kann bis auf eine mässige Story und einen langweiligen Professor als Hauptfigur nichts bieten. Die zu lösenden Rätsel sind entweder zu einfach oder zu schwierig. Auch die gut gemeinten Dialoge können den Gesamteindruck dieses Spiels nicht ändern. Dracula: Origin ist ein Spiel für Menschen mit viel Geduld, die sich gerne mit dem Thema Vampiren auseinandersetzen und sich nicht über unlogische Ereignisse beklagen. Für alle anderen ist es nichts.

Gameplay

Riesenbrüste!!
Riesenbrüste!! © Entwickler / Publisher

Gleich zu Beginn erfasst der Spieler in einer längeren Videosequenz wie diese dämonischen Vampire besiegt werden können. Im Mittelpunkt steht natürlich der Professor van Helsing, der seine Erfahrungen mit diesen Gestalten zusammenfasst. Kurz darauf erfährt er vom Tode seines Freundes und einem schrecklichen Mord in London. Sofort macht sich unser Protagonist auf, um diesen Spuren nachzugehen. Doch bevor man so richtig loslegen kann, muss der Spieler zuerst viele Informationen schlucken. Sei es durch Lesen von Briefen und Zeitungsartikeln oder durch Dialoge mit anderen Personen. Das Spiel startet also eher langsam und fade, soll sich aber mit der Zeit ein bisschen steigern.

Wie in allen Ortschaften, gilt es auch am Anfang wichtige Gegenstände aufzunehmen und bedeutende Informationen aufzuschreiben. Wobei man sich im Verlauf des Spiels manchmal fragt, wie ein Schal, ein Stück Papyrus oder ein Bieberkadaver im Kampf gegen einen Vampir helfen soll. Schlussendlich sind aber alle Objekte von Gebrauch auch wenn sie öfters auf seltsame Art und Weise eingesetzt werden müssen. Die aufgenommenen Hilfsmittel müssen zum Teil auch zusammen kombiniert werden um sie einzusetzen, wobei man hierfür keinerlei Infos kriegt und so auch später anfängt mit dem Inventar zu "pröbeln".

Das Spiel besteht also aus Ausrüstungen sammeln, Informationen anhäufen und Rätsel lösen. Letzteres ist noch das Spannendste und auch ziemlich knifflig. Beim Test kam es aber auch schon vor, dass gewisse Rätsel mit dem bestehenden Wissen unmöglich schienen und so musste ich wirklich mal im Internet nach Hilfe suchen, da mir nach 45 Minuten definitiv die Geduld ausgegangen ist. Wenn also mal ein oder zwei einfache Aufgaben gelöst wurden, kommt gleich später ein Rätsel, das aufgrund fehlender Informationen oder wegen zu hoher Empfindlichkeit praktisch unlösbar ist.

Wo ist denn die Wand?
Wo ist denn die Wand? © Entwickler / Publisher

Schön sind die verschiedenen Orte an denen der Professor hinreisen muss. Mit Start in London muss sich die Hauptfigur in Kairo und Wien durchschlagen um an die so wichtigen Informationen zu gelangen. Auch die gut ausgewählte Hintergrundmusik ist an die verschiedenen Ortschaften angepasst. Der Höhepunkt und somit auch das Ende finden aber in Transsylvanien, in der Heimat von Dracula, statt. Dass der Gegner aus Osteuropa stammt, merkt man aber bereits beim ersten Treffen an seinem Dialekt, der gut umgesetzt ist, aber überhaupt nicht zu einer solchen Figur passt. Der Schluss ist ebenfalls völlig misslungen und macht die etwas aufgebaute Spannung auf einen Schlag kaputt. Das Gezeigte in der Abschlusssequenz ist dann auch nicht ganz unerwartet und lässt die Geschichte auf eine Fortsetzung offen; mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten.

Technik

Hänsel und Gretel...
Hänsel und Gretel... © Entwickler / Publisher

Das Spiel glänzt vor allem durch eine einfache Bedienung. Gespielt wird klugerweise mit Tastatur und Maus. Eine Konfiguration für einen externen Controller steht nicht zur Verfügung. Mit der Spacetaste werden im Spiel alle interaktiven Möglichkeiten (Objekte und Aktionen) angezeigt, welche nachher mit einem Mausklick gesteuert werden können. Die Grafik ist sehr einfach gestaltet, vielleicht sogar zu einfach. Auch wenn die Video-Einstellungen hochgesetzt werden können, überzeugt das Spiel visuell gesehen nicht. Ein Vorteil der niedrigen Systemanforderungen ist aber, dass dieses Game auch auf einem etwas älteren Computer gespielt werden kann.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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Trailer Englisch, 01:16