Wario - Master of Disguise (2007)

Wario - Master of Disguise (2007)

NDS-Review: Assi Mario ist zurück

Wer hält da wen fest?
Wer hält da wen fest? © Entwickler / Publisher

War es schon immer euer Wunsch einmal auf der "anderen Seite" der Gerechtigkeit zu Spielen? Wollt ihr nicht ständig die arme Prinzessin retten, sondern sie selbst mal entführen? Jetzt habt ihr die Möglichkeit dazu. Wario - Master of Disguise wird alle eure Träume verwirklichen, denn endlich könnt ihr im Alltag von Wario euer Unwesen als Schurke treiben.

Als Wario eines Tages gelangweilt in den Fernseher starrte und die Zeit totschlagen wollte, sah er durch einen Zufall eine Sendung über den Meisterdieb und Verkleidungskünstlers namens "Silberzephir". Inspiriert durch die Soap und gesteuert von seiner Habgier hackt er sich einen Plan aus. Er verschwindet kurz in einem hinterzimmer und baut sich dort aus Müll einen Helm, mit dem er in verschiedene TV-Shows gelangen kann. Prompt zapped er sich in die Sendung des Silberzephirs und stielt ihm dort sein Zauberstab und seine Würde. Er macht sich jetzt auf den Weg, alle möglichen Schätze zu stehlen. Doch der Silberzephir schwört ihm Rache...

Endlich einmal ein Titel bei dem man auf der schlechten Seite spielen darf. Die coole Story und das äusserst abwechslungsreiche Leveldesign machen Lust auf mehr. Leider verliert der Titel durch die komplizierte Steuerung und durch kleine technischen Mängel an Glanz. Im Grossen und Ganzen ist Wario - Master of Disguise aber ein guter Titel geworden, der allen 2D Jump'n Run Fans zu empfehlen ist.

Gameplay

Auch wenn es eng wird, Wario behält die Übersicht!
Auch wenn es eng wird, Wario behält die Übersicht! © Entwickler / Publisher

Das Stealth-Jump'n'run steuert sich von Wario's Fernsehzimmer aus. Dort kann man mittels Berührung des Touchpads die Sender, bzw. die Levels, auswählen welche Wario plündern kann. Dies geschieht über die Fernbedienung. Man kann Episoden nach vornespringen oder rückwärts. Mittels "Play"-Button startet man den Level. Neben der Fernbedienung steht euch auch ein Schatzbuch zur Verfügung. In diesem könnt ihr Wario's Ganoven-Karriere nachlesen. Wario: Master of Disguise stellt sich nach einiger Zeit des Spielens als richtige Knacknuss raus.

Die Levels sind nicht linear aufgebaut. Oftmals besucht man die gleichen Räume mehrmals, bis man auf einen Hinweis stösst, welcher für euer Weiterkommen relevant sind. Das Ziel des Ganzen ist es in jedem Level die Schatztruhen zu finden. Findet man eine kann man sie nicht ganz so einfach öffnen und plündern. Sie sind verschlüsselt, und zwar mit einem Minigame. Gewinnt man bei einem solchen Minigame nicht, bleibt die Truhe verschlossen und man muss es so oft wiederhohlen, bis sich die Truhe öffnet. Die Minispiele sind sehr abwechslungsreich und farbenfroh ausgefallen. Von Puzzles bis hin zu Maleinlagen muss man fehlerfrei bezwingen. Bei den Minigames läuft ein Countdown. Macht man einen Fehler verkürzt sich die Zeit. Unter enormen Zeitdruck muss man versuchen die Schlösser zu knacken.

Der wahre Clou bei Wario: Master of Disguise sind die Verkleidungen. Der Zauberstab, namens Stilgut, welcher ihr dem Silberzephir geklaut habt, hilft euch dabei euch zu verkleiden. Stilgut ist nicht nur ein Zauberstab, sondern eine sehr wichtige Informationsquelle, welche euch Hints zum Weiterkommen gibt. Wario hat insgesamt acht Tarnanzüge: Langfinger-, Astro-, Künstler-, Erfinder-, Elektro-, Käptn-, Drachen- und Satansbraten-Wario. Jeder dieser Anzüge Verfügt über unterschiedliche Affinitäten. Langfinger-Wario zb. kann hohe Sprünge machen und Astro-Wario kann Laserschüsse abgeben. Nicht nur ihr können ist verschieden sondern auch ihr Antlitz. In den Levels findet man verschiedenfarbige Juwelen.

Sammelt diese und verstärkt damit eure Anzüge um noch Stärker, Schneller usw. zu werden. Um die Anzüge zu wechseln haben die Entwickler ein cooles Gimmick eingebaut. Mittels Stylus müsst ihr auf Wario ein Zeichen malen damit er sich verwandelt. Um sich zb. in Käptn-Wario zu verwandeln, müsst ihr ein Halbkreis auf ihn zeichnen. Habt ihr es richtig gemacht verwandelt er sich. Leider muss man sagen, dass die Idee zwar absolute Klasse ist, bei der Umsetzung jedoch ein bisschen mühsam ist. Oftmals geschieht es, dass ihr den Befehl mehrmals aufzeichnen müsst bis sich Wario verwandelt. Wenn Gegner in der Nähe sind kann dies ganz schön mühsam werden. Denn bis ihr euch verwandelt habt, seid ihr oftmals schon tot.

UUUhhh, soo kalt!
UUUhhh, soo kalt! © Entwickler / Publisher

Am Ende eines jeden Levels kommt der extrem wütende Silberzephir auf euch zu und gilt dabei als Bossgegner. Dieser ist m.E. sehr schwer ausgefallen. Denn um ihn zu schlagen braucht ihr die richtige Strategie, welche nicht immer einfach ist zu finden. Ihr müsst euch während der Kämpfe mehrfach umziehen um den Silberzephir zu schlagen. Mit der bockigen mechanik kann dies zum Teil äusserst schwer werden. Wie angedeutet ist die Steuerung von Wario: Master of Disguise relativ schwierig ausgefallen. Mit dem Steuerkreuz steuert ihr den Charakter.

Mittels Stylus könnt ihr dann alles andere steuern. Schiessen, springen, rammen, fliegen usw. wird alles zentral mit dem Stift gesteuert. M.E. ist die Befehlseingabe mittels Stylus eine super Idee. Bei Wario - Master of Disguise jedoch fühle ich mich fast schon überfordert. Man muss nicht nur viele verschiedene Zeichen auswendig lernen sondern auch jede Aktion mit dem Stift auslösen, was mit der Zeit nervtötend wirken kann. Mir fiel auf, dass man nach einigen Stunden spielen Krämpfe in der Hand kriegt, denn ihr müsst den DS mit zwei Fingern halten. Mit dem äusserst abwechslungsreichen Leveldesign jedoch trumpft der Titel mächtig auf. Viele verschiedene Schauplätze und Gegner sind vorhanden. Knackige Rätsel und lange und schwierige Bosskämpfe runden das Packet ab. Aufgepasst: Wario - Master of Disguise ist definitiv kein Titel für Anfänger.

Technik

Das Spielgeschehen ist optimal auf den Nintendo DS zugeschnitten. Der tatsächliche Spielablauf wird auf dem Touchpad gezeigt. Auf dem oberen Bildschirm ist stets die Karte sichtbar. Diese ist bei diesem Titel unabdingbar, weil sonst die Möglichkeit bestünde sich in den grossen Levels zu verlaufen und nicht mehr weiterzukommen. Soundtechnisch ist Wario: Masters of Disguise relativ langweilig ausgefallen. Die zum Teil sehr nervenden Melodien motivieren dazu den Sound abzustellen. Die Steuerung erweist sich nach langem Spielen eher schwierig und kompliziert, was das Spielgeschehen für Anfänger trübt.

/ rf