Rock Band (2007)

Rock Band (2007)

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PS3-Review: Rock Tour um die Welt!

Nachdem Activision mit Guitar Hero einen riesen Hit gelandet hat, versucht nun auch [publisher]EA[/publisher] in dem lukrativen Geschäft der Musikspiele Fuss zu fassen. Anstatt lediglich einen Guitar Hero Klon abzulegen, lässt euch Entwickler Harmonix mit einer (fast) kompletten Band abrocken. Wie sich Rock Band im Test schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

Rock your TV!
Rock your TV! © Entwickler / Publisher

Während Rock Band in Amerika bereits letztes Jahr Millionen-Erfolge feiern durfte, kommt der Partyknaller mit reichlich Verspätung nun auch in den europäischen Handel. Am Spielkonzept hat sich dabei nichts geändert. Man sucht sich einen Song aus und versucht diesen dann anhand von vorbeisausenden Tastenkombinationen mit dem entsprechenden Instrument nachzuspielen. Es gilt zur richtigen Zeit die richtigen Tasten zu drücken um damit Punkte zu sammeln und das Publikum zu unterhalten. Spielt man viele Noten in Folge richtig, löst man Multiplikatoren aus und erhält so mehr Punkte.

Folgt man der Karriere des Gitarristen, so drückt man am Gitarren Hals den entsprechenden Ton und schlägt ihn sogleich mit der Saite an. Das Handling der Drums unterscheidet sich nicht gross von der Gitarre. Auch hier gilt es die vorgegebenen farbigen Noten zur richtigen Zeit zu treffen. Dazu schlägt man auf eines der vier farbigen Drumpads und bedient zusätzlich das Fusspedal. Der Gesangspart läuft ähnlich ab wie in anderen Karaoke Spielen à la SingStar. Text nachsingen und versuchen die Töne zu treffen. Das hört sich in der Theorie eigentlich ganz simpel an, fordert in der Praxis aber einige Eingewöhnungszeit, bis man den Umgang mit den Plastik Instrumenten im Griff hat.

Rock Band ist ein gutes Spiel geworden, das vor allem in Gesellschaft enorm viel Spass macht. Die Songauswahl ist grösstenteils gelungen (bis auf Tokio Hotel) und äusserst umfangreich. Die Möglichkeit zusätzliche Songs herunterzuladen sorgt dabei für genügend Nachschub, auch wenn der Preis für die einzelnen Track-Packs wieder ziemlich hoch angesetzt ist. Generell muss man für den Partyspass ziemlich tief in die Tasche greifen, zumal das Instrumentenset nicht im Bundle mit dem Spiel ausgeliefert wird und so separat angeschafft werden muss.

Kritik muss sich der Titel lediglich in der Verarbeitung der Instrumente gefallen lassen. Bei der Entwicklung des Drumkits wurde definitiv am falschen Ende gespart.

Gameplay

Chaos mit vier Spielern!
Chaos mit vier Spielern! © Entwickler / Publisher

Als angehender Rockstar tretet ihr im Karrieremodus in verschiedenen Locations auf und gebt eure Songs zum Besten. Es gilt dabei jeweils fünf Songs in einer Stadt zu spielen, bevor man in die nächste aufbricht und dadurch weitere Songs freischaltet. Je besser die Show war, desto mehr Kohle könnt ihr verdienen. Die virtuellen Dollars kann man dann in die individuelle Gestaltung seines Rockstars investieren. Dabei steht eine ganze Palette an Einstellungen zur Verfügung. Nebst Hosen, T-Shirts, Schuhen, Frisuren und Tattoos kann man seinem Schützling auch neue Instrumente kaufen, oder ihnen eine neue Lackierung verpassen.

Wer seine Skills an den Instrumenten verbessern will, ohne dabei unter Druck zu geraten, der kann dies im Übungsmodus tun, wo man jeden einzelnen Abschnitt eines Stücks bis zum Umfallen üben kann, um so die verschiedenen Soli fehlerfrei zu meistern. Zu den einzelnen Instrumenten gibt es jeweils vier verschiedene Schwierigkeitsstufen. Während sich die ersten beiden noch ziemlich human spielen, sind die beiden letzten den wahren Profis des Genres vorbehalten. Es braucht einiges an Übung bis man auch die letzen Lieder auf Expert meistert.

Rampensau!
Rampensau! © Entwickler / Publisher

Bis anhin hört sich alles ziemlich vertraut an und nicht wirklich neu an. Was Rock Band im Vergleich mit Guitar Hero aber besonders auszeichnet, ist die Möglichkeit mit verschiedenen Instrumenten loszurocken. Dabei spielt die Qualität der Plastik Imitate natürlich eine grosse Rolle. Einziger Vergleich zur Konkurrenz bietet bis dato die Gitarre. Während man in Guitar Hero noch mit einer Gibson abrocken durfte, entschied sich Harmonix für eine Fender Stratocaster. Die bedeutendste Neuerung am Gitarrenmodell aus Rock Band sind die beiden Griffbretter die sich am Gitarrenhals befinden. Während sich am oberen Ende ein Griffbrett in "normaler" Grösse befindet, wurde am unteren Ende des Halses ein kleineres angebracht, bei welchem die Tasten wesentlich schmaler sind und zusätzlich näher beisammen stehen. Dies ist vor allem für Spieler mit kleineren Händen von Vorteil, oder für solche die in ihre Soli noch etwas mehr Tempo hineinbringen wollen. Der Anschlag der Saiten wurde ebenfalls leicht abgeändert. Dieser macht beim Anschlagen nämlich kaum Geräusche, dafür wirkt das Timing im Spiel teils ziemlich schwammig. Besonders in sehr schnellen Passagen ist der Anschlag nicht ganz so präzise wie beim Genre-Konkurrenten.

Die Fender Strat!
Die Fender Strat! © Entwickler / Publisher

Ganz neu spielt sich das Drumkit. Wie bereits erwähnt haut man hier im Takt auf verschiedenfarbige Drumpads und bedient zusätzlich das Fusspedal. Wer schon mal an einem richtigen Schlagzeug gesessen hat, weiss wie anspruchsvoll die Koordinierung von Hand und Fuss sein kann. Dies ist auch hier der Fall und wurde von den Entwicklern ziemlich gut eingefangen. Einziger Wehrmutstropfen: Das Drumkit macht einen enormen Lärm, und mit jedem Schlag auf die Drumpads hat man das Gefühl, dass bald einmal das gesamte Gestell einstürzt. Hier besteht eindeutig noch Verbesserungspotential. Das Mikrofon weist hingegen keine nennenswerten Schwächen auf, auch wenn es mit einem professionellen Mikro wohl kaum zu vergleichen ist. Kurios ist einzig die Art es einzuschalten resp. zu bedienen. Dazu muss man nämlich den Standard PS 3 Controller einschalten und jegliche Einstellungen auf diese Art vornehmen.

Multiplayer

Richtig spassig wird Rock Band erst im Multiplayer Modus. Hier könnt ihr mit bis zu vier Freunden gleichzeitig abrocken, wobei jeder ein Instrument übernehmen darf. Gemeinsam geht ihr hier auf Welttournee, stellt euer Können auf verschiedenen Stages unter Beweis und verdient euch so ein saftiges Taschengeld. Rock Band erweist sich als richtiger Partykracher, denn in Gesellschaft rockt es sich eindeutig besser und man kommt sich im Plenum nicht mehr ganz so blöd vor, wie wenn man alleine vor der Kiste rumzappelt.

Technik

Monster Solo!
Monster Solo! © Entwickler / Publisher

Grafisch ist Rock Band nicht gerade eine Wucht, sieht aber doch ziemlich ordentlich aus. Dies ist bei einem solchen Spiel aber auch nicht wirklich ein gewaltiges Erfordernis, denn die Musik steht ja schliesslich im Vordergrund und beim Versuch sich auf die vorbeirasenden Noten zu konzentrieren, hat man gar keine Zeit sich der Bühnenshow zu widmen.

Was die Grafik einbüsst, macht der hervorragende Soundtrack gleich zweimal wett. Zwar werden dem Einen oder Anderen einige Songs bereits aus Guitar Hero bekannt sein, dafür ist die Vielfalt der Titel um einiges breiter gesät als bei der Konkurrenz. Und solltet ihr an einem Punkt angelangt sein an dem ihr alle Songs auswendig kennt und sie euch langsam zum Hals raushängen, so könnt ihr im Online Shop auf zusätzliche Tracks zurückgreifen, die gegen Entgelt heruntergeladen werden können. Der Umfang dieses virtuellen Plattenladens ist beträchtlich. Insgesamt 70 neue Tracks stehen euch hier zur Auswahl. Kleines Schmankerl vorweg: Alle Songs, die Heruntergeladenen wie auch die "Original"-Songs aus dem Spiel, werden in Rock Band 2 allesamt spielbar sein

/ Andreas Mutzner [am]