BioShock (2007)

BioShock (2007)

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Xbox 360-Review: Ein Metropolis unter Wasser

Seltsame Welt
Seltsame Welt © Entwickler / Publisher

Kaum ein Spiel hat in der letzten Zeit so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen wie Bioshock. Bereits vor seinem Release staubte der Titel diverse Auszeichnungen ab. Jetzt steht die lange herbeigesehnte Shooter-Revolution endlich in den Läden und wir haben uns auf eine Erkundungstour durch die düstere Unterwasserenklave Rapture gewagt. Was wir dort alles erlebt haben, erfahrt ihr im folgenden Tiefsee-Report.

Mit Bioshock ist den Irrational Game Studios ein wahrhaftes Meisterwerk gelungen, dass in dieser Branche seines gleichen sucht. Die Latte für den Anwärter auf den Titel "Spiel des Jahres" wurde mit diesem Beitrag ein ganzes Stück höher gesetzt. Optisch, akustisch sowie spielerisch gibt es an diesem Spiel nicht das Geringste auszusetzen. Selbst wenn euch das Gameplay nach einer Weile zu eintönig erscheint, so könnt ihr eure Vorgehensweise stets verändern und euch alternative Wege suchen um ans Ziel zu kommen. Überzeugt euch selbst von der Qualität dieses Top Titels und greift gedankenlos zu, ihr werdet es nicht bereuen.

Geschichte

Der sieht nicht nett aus
Der sieht nicht nett aus © Entwickler / Publisher

Die Story von Bioshock mit all ihren philosophischen und sozial kritischen Ansätzen stellt eindeutig den Höhepunkt dieses Titels dar und ist eine Gratwanderung zwischen roher Gewalt und tiefgehenden Emotionen. In einem Moment befinden wir uns in einer Gewalt-Orgie während wir uns im nächsten Moment in einer herzzerreissenden Szene voller Nächstenliebe wieder finden. Gekonnt werden durch Tagebücher, Funksprüche und Dialoge die düsteren Hintergründe von Rapture nach und nach ans Licht gebracht. Niemals zuvor gab es eine beängstigendere und besser durchdachte Geschichte in einem Videospiel, die eine derart beklemmende Atmosphäre kreiert. Als konstanter Motiviationstreiber peitscht sie einem durch die verschiedenen Levels, ohne dabei jemals langweilig zu werden.

Gameplay

Achtung, Papi kommt
Achtung, Papi kommt © Entwickler / Publisher

Kaum ist der Protagonist Jack in Rapture gestrandet, wünscht er sich auch nichts sehnlicher als aus diesem Gott verlassenen Ort wieder zu verschwinden. Wer denkt, dass Bioshock ein weiterer stupider Ego-Shooter ist, bei dem es darum geht ein Level nach dem anderen abzuhaken und dabei seine Gegner möglichst qualvoll ins Jenseits zu schicken, der ist falsch gewickelt. Geschickt verknüpft der Titel Rollenspielelemente und First-Person-Shooter Elemente. So könnt ihr euren Helden durch so genannte Plasmide, die unglaubliche Kräfte in euch freisetzen, Schritt für Schritt aufwerten. Während den verschiedenen Levels stösst ihr immer wieder auf neue und andersartige Plasmide, die euch zusätzliche Kräfte vermitteln. Somit seid ihr schlussendlich in der Lage mit euren Händen Elektro-Stösse und Feuerbälle zu werfen sowie eure Gegner für kurze Zeit einzufrieren.

Zusätzlich zu diesen übernatürlichen Superkräften könnt ihr eure Rüstung und Skills in verschiedenen Bereichen, wie bspw. dem Hacking, verbessern. In Windeseile könnt ihr dann Maschinen und Sicherheitsmechanismen zu den eigenen Gunsten verändern. Kameras sehen euchen dann auf einmal nicht mehr als Feinde an, sondern lösen Alarm aus, sobald ein Feind ins Sichtfeld kommt. Dann rücken die fliegenden Schiessroboter an und erledigen den Rest für euch, ohne dass ihr euch überhaupt die Hände schmutzig machen müsst.

Doch ein richtiger Abenteurer wäre nichts ohne seine durchschlagenden Argumente. Das Waffenarsenal erstreckt sich über Pistolen und Flinten, bis hin zu Maschinengewehren und Chemie-Werfern, die mit zusätzlichen Wirkstoffen wie Napalm aufgerüstet werden können. Als kleine Bonus-Unterstützung findet ihr in eurem Inventar ebenfalls eine kleine Kamera, mit deren Hilfe ihr die Schwachstellen der jeweiligen Gegner ausmachen könnt.

Diese sind über eure Ankunft in der sagenhaften Unterwasserstadt so gar nicht erfreut, und begrüssen euch standesgemäss mit einem Bleigewitter. Dabei stösst ihr auf die verschiedensten Gestalten, wie die bereits erwähnten Big Daddys und Little Sisters, doch auch noch andere Kreaturen wie die so genannten Slicers werden euch versuchen das Leben schwer zu machen. Wie ihr mit den diversen Gefahren umgeht, die euch auf eurem Weg zurück an die Wasseroberfläche begegnen, bleibt während des ganzen Spiels euch selbst überlassen. Bioshock kann, sofern ihr es wünscht praktisch gewaltlos durchgespielt werden, in dem ihr Verwirrung stiftet und so Konflikte zwischen den verschiedenen Einwohnern heraufbeschwört, so dass ihr unbeschwert eures Weges gehen könnt, ohne eine Waffe zu zücken.

Neben den vielen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten in den Levels, stellen gerade die sehr grossen und dennoch offen gestalteten Gebiete an sich ein weiteres grosses Plus dar. Die oberste Maxime hinter Bioshock ist es, wie bereits erwähnt, immer eine Alternative zu haben. Das Spiel drängt einem nie in eine Ecke aus der es nur einen Ausweg gibt, der Spieler hat immer die Wahl, wie er Gegner ausschalten oder Hindernisse überwinden will.

Diese erhöhte Freiheit in der Spielgestaltung hebt diesen Titel ganz klar von der Genre-Konkurrenz ab, und bleibt während des ganzen Spiels auf konstant hohem Niveau. Selbst wenn man denkt alles gesehen zu haben, überrascht einem der Titel mit immer wieder neuen Besonderheiten, wie beispielsweise die Möglichkeit aus Müll Munition herzustellen. Dermassen innovativ war seit Half-Life kein Ego-Shooter.

Technik

Wildkatze
Wildkatze © Entwickler / Publisher

Ein weiteres Highlight von Bioshock ist die atemberaubende Atmosphäre, die einen bereits beim Einlegen der Disc erschaudern lässt, und einen so schnell nicht wieder loslässt. Meisterhaft werden optische Leckerbissen und musikalische Untermalung miteinander verbunden. Wolkenkratzer strecken sich der Wasseroberfläche entgegen. Giftiger grüner Dunst wälzt sich durch botanische Gärten, die einst Erholungszentren waren. Wasser drängt durch haarfeine Risse in der Glaskuppel ins Innere.

Plakate werben an glänzenden Kacheln für genetische Modifikationen. Das ganze Setting ist im 50er Jahre Look gehalten und könnte direkt aus einem Jules Verne Roman stammen. Jeder Raum ist voll gestopft mit Details. Verwüstungen, herumliegende Teile, das ganze Mobiliar und dessen Design sind einfach nur herausragend, und lassen jeden Spielabschnitt einzigartig erscheinen. Unsere Augen konnten sich an Rapture gar nicht satt sehen. Ähnlich ging es auch unseren Ohren die von der Qualität der Synchronisation, der Umgebungsgeräusche und der Hintergrundmusik förmlich vom Hocker gerissen wurden. Bioshock ist optisch wie akustisch einfach hinreissend!

/ Andreas Mutzner [am]

Kommentare Total: 14

Fabi7

ich bin auch gespannt auf teil 2, aber spiel erstmal teil 1 fertig und sag mir ob du geschichtlich drauskommst und alles verstanden hast 😉

daw

So, jetzt hatte ich endlich Zeit es ein wenig auf den PC zu zocken und ich bin begeistert. Selten ein so toller Shooter gesehen mit einer wirklich sehr durchdachten Story und einer grossen Portion Action. Hab es natürlich noch nicht fertig aber es macht schon süchtig 😉

Die Grafik ist 1A. Man braucht schon etwas Leistung aber man bekommt so tolle Strukturen und hervorragende Bilder. Das Spiel eignet sich absolut mit dem X360-Controller zu spielen.

Alles in allem ein wirklich sehr gut gemachtes Game! Ich kann es jedem empfehlen und warte schon sehnsüchtig auf Teil 2...

db

Zitat Fabi7 (2008-12-08 17:42:54)

Warum zocken denn alle schon auf Vista 😏 Das ist doch noch gar nicht gut 😎

Hatte keine andere Wahl. Neuste Hardware und XP vertragen sich nicht mehr. Zudem konnte das RAID nicht installiert werden, deshalb musste ich notgedrungen auf Vista umsteigen. Bin auch kein Fan von...

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