Battalion Wars 2 (2007)

Battalion Wars 2 (2007)

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Wii-Review: Krieg in der Spielzeugkiste

Mit Kanonen auf Spatzen...
Mit Kanonen auf Spatzen... © Entwickler / Publisher

Strategiespiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, vor allem die PC Spieler dürfen sich über einige Spieleperlen freuen. In letzter Zeit wurde auch die XBOX 360 vermehrt zum Schlachtfeld für Hobby Generäle. Doch die Konsole die durch ihre intuitive Steuerung am besten geeignet wäre, wurde diesbezüglich ein wenig vernachlässigt. Die Rede ist natürlich von der Wii. Nun spendiert uns das eher unbekannte Entwicklerstudio Kuju Entertainment den offiziellen Nachfolger zum Strategietitel Battalion Wars, das seinerzeit auf dem Gamecube für Überraschung sorgte.

Die Geschichte von Battalion Wars 2 ist zwar ziemlich simpel gestrickt, überrascht aber mit einer gehörigen Portion Humor. Commander Pierce und Colonel Windsor von den Anglo Isles haben in dem Glauben, dass das Solar Empire dabei ist, eine zerstörerische Super-Waffe zu entwickeln, zu einem Präventivschlag auf die Coral Atolls ausgeholt. Das stürzt die Welt erneut in einen Krieg, den ihr nun zu gewinnen versucht.

Mit Battalion Wars 2 ist den Entwicklern ein solider Nachfolgetitel gelungen, der an alte Stärken anknüpft, und einige gute Neuerungen mit sich bringt. Der Titel bringt zwar nicht den strategischen Tiefgang wie ein Command and Conquer mit, das actionlastige Gameplay und der ganz spezielle Charme bescherten mir aber dennoch einige spassige Spielstunden.

Gameplay

Schiff ahoi!
Schiff ahoi! © Entwickler / Publisher

Wer den Vorgänger bereits gespielt hat, der wird mit der Steuerung und dem Spielkonzept in Battalion Wars 2 sehr schnell vertraut sein, da sich praktisch nichts geändert hat. Wie gewohnt befehligt ihr eure Truppen aus der Vogelperspektive übers Schlachtfeld, und versucht die gegnerischen Stellungen zu vernichten. Einen Aufbau Part wie man ihn aus Command & Conquer kennt, gibt es bei diesem Strategiespiel nicht. Die Taktikkomponente beschränkt sich lediglich auf den geschickten Einsatz der verschiedenen Truppen Gattungen. Die einzelnen Einheiten schalten sich jeweils gegenseitig im Stein-Schere-Papier-Prinzip aus. Konkret heisst das: Panzer schalten Infanterie Truppen effizient aus, die Panzer werden wiederum von den Flugzeugen ausgeschaltet, und die Flugzeuge werden von den Flugabwehrgeschützen vom Himmel geholt. So gibt es gegen jedes Übel ein effektives Gegenmittel, welches bei richtiger Anwendung das Fortkommen eurer Truppen extrem erleichtert. In den schon bestehenden Fuhrpark von Hubschraubern, Flugzeugen und Panzern wurden nun zusätzlich Marine Einheiten, wie U-Boote und Schlachtschiffe integriert, die das Spielgeschehen auf erfreuliche Weise auffrischen.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit bestimmte strategische Punkte auf der Karte einzunehmen, um mit diesen zusätzliche wirtschaftliche Mittel zu erlangen. Dies ermöglicht euch wiederum ständig für Nachschub an der Front zu sorgen, um euren Feind somit langsam aber sicher in die Knie zu zwingen. Kontrolliert ihr die Mehrheit der Punkte, ist es für den Gegner extrem schwierig gegen die ständig nachrückenden Truppen anzukommen, und der Sieg ist nur noch eine Frage der Zeit. Ein Wort noch zum Schwierigkeitsgrad: Dieser ist ziemlich moderat ausgefallen, vor allem das erste Drittel des Spiels ist mit Leichtigkeit zu bestehen, erst zum Schluss wird's dann einmal richtig heftig. Was den Schwierigkeitsgrad zusätzlich erhöht, wenn auch nur unfreiwillig, ist das Speichersystem. Dem Spieler ist es nämlich nur am Anfang bzw. Ende einer Mission möglich zu speichern, was häufig dazu führt dass ihr einzelne Missionen etliche Male wiederholen müsst.

Mörser Regen
Mörser Regen © Entwickler / Publisher

Das Third-Person Element, das bereits aus dem Vorgänger bekannt ist, hat es auch in den zweiten Teil geschafft. Per Knopfdruck könnt ihr jederzeit die Kontrolle über eine eurer Einheiten auf dem Schlachtfeld übernehmen, und das Geschehen direkt beeinflussen. Dies kann unter Umständen einen grossen Teil zu eurem Sieg beitragen, und sorgt für reichlich Abwechslung. Dabei ist die Steuerung ebenfalls gut ausgefallen, und man fühlt sich sofort in einen waschechten Shooter versetzt.

Wer die Singleplayer Kampagne durchgezockt hat und auf noch mehr Action hofft, der wird nicht enttäuscht. Sogar ein Onlinemodus hat's ins Spiel geschafft. In diesem dürft ihr entweder im Co-op Modus die Kampagne durchspielen, oder ganz einfach an einem Skirmish Match teilnehmen.

Technik

Fliegen will gelernt sein
Fliegen will gelernt sein © Entwickler / Publisher

Technisch weiss Battalion Wars 2 durchaus zu überzeugen, auch wenn die Comic Optik auf den ersten Blick etwas komisch wirkt. Die einzelnen Einheiten sind sehr detailreich designt und flüssig animiert. Auch was die Spezialeffekte angeht, heisst es hier klotzen statt kleckern. Die ungewohnte, leicht kitschige Optik verleiht dem Spiel einen ganz eigenen Charme, der eine willkommene Abwechslung darstellt. Einzig die Alibi-Integration der Wii Steuerung zum steuern von Panzern, Schiffen oder Flugzeugen lässt ein wenig zu wünschen übrig, da durch das wilde schütteln meist etwas ganz anderes ausgelöst wird, als man ursprünglich wollte.

/ Andreas Mutzner [am]