Wii Sports (2006)

Wii Sports (2006)

Wii-Review: Schwing das Nunchuck

Endlich ist es soweit! Am 7. Dezember 06 gingen, ein Tag vor dem offiziellen Europalaunch, die ersten Wii's über den Ladentisch. Muskelkater, verschwitzte Hände und Rheuma stehen jetzt auf dem Programm! [publisher]Nintendos[/publisher] neue Wunderkonsole wird samt der Spielesammlung Wii Sports ausgeliefert, welche wir heute für euch testen. Ob der ganze Lärm um die neue Spielmechanik der Wii gerechtfertigt ist und was das mitgelieferte Wii Sports auf dem Kasten hat, erfahrt ihr hier im Test.

Wii Sports überzeugt durch etwas schon lange nicht mehr dagewesenes. Nicht durch Grafik wie es leider bei 99% der Spiele von heute der Fall ist, nein, es überzeugt durch eine der ältesten menschlichen Schwächen: S.U.C.H.T.! Der Singelplayermodus ist relativ schnell durchgespielt und hinterlässt eher einen faden Nachgeschmack. Von Charaktermodellen kann leider nicht die Rede sein, denn es sind so genannte "Mii's". Was mich persönlich ein bisschen gestört hat, war die Tatsache, dass man beim Tennisspiel den Charakter an sich nicht steuern kann.

Auf den Spielspass hat dies jedoch keine grosse Auswirkung, weil man sich dermassen auf das richtige Timing beim Schlagen konzentrieren muss, dass es gar keine Zeit gäbe für eine genaue Charaktersteuerung. Wii Sports taut erst richtig auf, wenn man im Multiplayer, Pad-Schwingend, gegeneinander antritt. Der Partyfaktor dabei ist gigantisch! Wer auf ein graphisch genialen Singelplayertitel aus ist, ist bei Wii Sports an der falschen Adresse. Wer Spass mit Freunden in einer gemütlichen Runde will, ist mit diesem Titel sehr gut versorgt.

Inhalt

Boxen
Boxen © Entwickler / Publisher

Das gab's schon lange nicht mehr, eine Konsole die ein kostenloses Spiel beinhaltet. Bei der Wii bekommt man sogar 5 Stück! Wii Sports ist im Grunde genommen eine Spielesammlung, die die Möglichkeiten demonstriert, welche man mit der innovativen Wii Steuerung hat. Wii Sports beinhaltet Tennis, Baseball, Bowling, Boxen und Golf. Die Games kann man zwar alleine zocken, bringen dich jedoch erst richtig in Fahrt wenn man im Multiplayer zockt. Bei jedem dieser Sportarten wird der Controller auf verschiedene Arten beansprucht, was viel Spieltiefe und Spielspass garantiert.

Gameplay

Bevor man überhaupt zu spielen beginnt, sollte man die Spieleinstellungen checken und die Controllersensibilität einstellen. Ohne diese Einstellung wird das Wii zocken sehr schnell deprimierend, weil man die Bewegungen nicht richtig kontrollieren kann. Hat man dies gemacht steht dem Spass aber nichts mehr im Weg!

Am bekanntesten dürfte Tennis sein, denn bei der Vorstellung auf der E3 und ebenso während der Games Convention war dies eines der ersten Spiele, die präsentiert wurden. Bis zu vier Spieler dürfen sich hier tummeln - einziger Nachteil: Der Platz dürfte hierfür nun wirklich nicht überall vorhanden sein und vier Wii-Motes? Schnell zeigt sich, dass der Einstieg alles andere als leicht fällt. Der Aufschlag gestaltet sich simpel und geht gut von der Hand, doch die Ballannahme wird schon schwieriger. Klappt's hierbei, muss sich aber wiederum in die Präzision eingefunden werden. Dies geschieht allerdings nicht gerade einfach. Bis Schmetterbälle über das Netz fliegen, heisst es die richtige Ausrichtung der Wii-Mote finden und eine gute Priese Glück sollte der Spieler ebenso mitbringen.

Golf
Golf © Entwickler / Publisher

Einfacher geht es beim Bowling zu und her. Hier wird nacheinander gespielt, die Bezeichnung Partyspiel passt hier wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, denn wer hier die Kugel daneben haut, darf höhnisch ausgelacht werden. Doch auch alleine kommt der Spielspass nicht zu kurz. Der Trigger "B" wird gedrückt und die Wii-Mote nach oben gehalten. Schon macht sich der Charakter auf zum Lauf, nun die Bowlingbewegung gemacht und "B" losgelassen, rollt die Kugel auf die Bahn. Zuvor darf festgelegt werden wo der Mii stehen soll.

Für alle US-Sportfreaks geht es beim Baseball ordentlich zur Sache. Vor allem im Mehrspielerpart. Hier darf ein Spieler den Werfer mimen und der andere den Schlagmann. Die Eingewöhnung bedarf einiger Schläge und Würfe, doch dann geht es gut von der Hand und der Ball fliegt durch das Stadion und eventuell wird sogar mal ein Homerun eingefahren. Allerdings ist die Motivationskurve auf Dauer nicht sehr gross, da der Spielablauf immer derselbe ist und es leider keine weiteren Modi gibt.

Für alle Edelmänner unter den Spielern darf die Königsdisziplin Golf natürlich nicht fehlen. Wer bei kühlen Temperaturen nicht auf den Golfplatz möchte oder schlichtweg die Etikette nicht mag, findet hier Abwechslung. Gespielt wird auf einem drei oder neun Loch-Platz. Abgeschlagen wird dadurch, dass die Wii-Mote mit zwei Händen umgriffen und dann die Ausholbewegungen gemacht wird. Klingt simpel, doch es ist Geschick gefragt damit der Ball nicht zu weit fliegt oder vom Kurs abkommt. Gut gelöst ist, dass man vor jedem Abschlag testen kann, wie viel Kraft sinnvoll wäre, bevor der richtige Abschlag durchgeführt wird. Das Spielprinzip geht auf und bietet durch die Vorgaben des Par eine Motivation die Fähigkeiten des Mii zu verbessern.

Als letzte Disziplin geht es zum Boxen. Bevor es hier richtig losgeht, gibt es zunächst eine Einsweisung. Gespielt wird mit Nunchuk und Wii-Mote, die als Ersatz für die Fäuste herhalten müssen. Ob Ausweichen, Kopf und Körper schützen oder Austeilen, jede Menge Fertigkeiten gilt es zu erlernen. Dem Computergegner darf danach ordentlich was auf die Mütze gegeben werden. Hierbei zeigt ein Tortendiagramm die Stärke des Gegners an, ist sie leer, geht er zu Boden. Steht er noch mal auf, ist die Anzeige wieder aufgefrischt, jedoch nicht komplett. Pro Niedergang verliert der Gegner so an Kampfstärke oder er geht mit etwas Glück gleich K.O.. Die Runden ziehen sich allerdings hin und die Begeisterung für den Boxsport dürfte recht schnell abnehmen. Allerdings merkt man so als Spieler wie anstrengend die Nintendo Wii sein kann.

Multiplayer

Tennis
Tennis © Entwickler / Publisher

Wii Sports ist definitiv kein Singleplayer Game! Wer mal kurz eine halbe Stunde relaxt zocken will hat bestimmt Spass bei den fünf Sportarten. Richtige Freude kommt dabei leider nicht auf. Der im Konzept fehlende Storymode oder Karriere Modus fesselt die Solospieler nur kurze Zeit an die Flimmerkisten. Wenn man jedoch einen zweiten Pad sich zulegt und einen Freund zu sich nach Hause einlädt, so kommt das Partypotential von Wii Sports in vollen Glanz zur Geltung! Selten habe ich ein Game gezockt welches im Multiplayer dermassen abgeht wie dieses. Freundschaften werden kurzzeitig ausser Karaft gesetzt und Gefühlsausbrüche sind dabei ganz normal.

Auch wenn es ein riesen Spass macht kann Wii Sports spielen gefährlich sein. Man muss sehr aufpassen, dass man keine Gegenstände oder Freunde in seiner Nähe hat. Dies steht auch vor jedem Spiel in den Ladebildschirmen ausführlich. Nichts desto trotz habe ich fast meinen LCD TV zu Schrott geschlagen....

Technik

Grafisch macht Wii Sports einen sehr mittelmässigen Eindruck. Das Charakterdesign ist ziemlich schwach, die Landschaften und Stadien sehen auch sehr schlicht aus. Die Power der Wii wird durch Wii Sports nicht annähernd genutzt, was ich persönlich schade finde. Vom Spielablauf ist Wii Sports vergleichbar mit dem Kultgame Track and Field für NES. Die Steuerung ist auf jede Disziplin akribisch genau abgestimmt und dadurch sehr abwechslungsreich. Die Möglichkeiten welche man mit dem Nunchuck Controller hat sind einfach nur genial. Jede kleinste Bewegung wird vom Gerät erkannt, berechnet und wiedergegeben. Man bringt den Mund vor Staunen kaum noch zu...

/ rf

Kommentare Total: 7

o0chFIREFIGHTERch0o

Spielspass für alle Altersstufen 😄

muri

...mir tut der Arm weh, vom dauernden Baseball spielen... 😄

muri

Holy Moly, das mit der Sucht stimmt haargenau... Gestern um 20.45 mit dem Spielen begonnen. Als ich um kurz nach Mitternacht auf die Uhr geguckt habe, hätte ich noch locker ein paar Stunden weiter spielen können (Baseball, Bowling, Golf, Tennis), aber das muss bis am Weekend warten...

Glatte Sache, geiles Feeling und ja, man kommt definitiv ins Schwitzen... 😉

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