PSP-Review: Schleichen und Schiessen

Du bist Gabe Logan, der Superagent, der erst zum Einsatz kommt, wenn es für James Bond und co. zu brenzlig wird. Eine Lizenz zum Töten brauchst du nicht, da es dich offiziell nicht gibt. Nicht nur im Beamtenjungel bleibst du unentdeckt, auch bei deinen Missionen schleichst du unbemerkt an deine Gegner heran um sie dann lautlos ins Jenseits zu befördern. Endlich erschien für die PSP wieder ein Stealth-Actiontitel der sich gewaschen hat. Ob "Syphon Filter Dark Mirror" hält was es verspricht, erfährst du hier.

Trotz der etwas misslungenen Hintergrundgeschichte und den kleineren Bugs ist Syphon Filter ein technisch ausgereifter Actiontitel, der vorallem in seiner Spielbarkeit glänzt. Genreliebhaber dürften sich nach dem Spielen die Finger lecken aber auch Neulinge, die Action und Gewalt nicht fürchten, sollten sich mal getrost als Agenten versuchen.

Geschichte

Wer trifft wen zuerst?
Wer trifft wen zuerst? © Entwickler / Publisher

In einer Ölraffinerie in Alaska machst du mit der Terrorgruppe "Rote Sektion" auf ruppige Weise Bekanntschaft. Dir wird klar, dass im Labor der Raffinerie Versuche stattgefanden, die mit der Ölgewinnung nichts zu tun haben. Ahnungslos verfolgst du die Anführer der Roten Sektion rund um den Globus um die Machenschaften hinter dem Projektnamen "Dark Mirror" zu erfahren und unterbinden. Die Geschichte mag meiner Ansicht nach nicht zu überzeugen, da sie keine klare Struktur aufweist.

Dein Gegener ist über weite Strecken des Spiels die Rote Sektion, die Personifizierung eines Antihelden findet erst am Schluss statt. Trotz den wunderschön gerenderten Zwischensequenzen wird dem Spieler die Story rund um Projekt "Dark Mirror" nur häppchenweise vorgelegt. Auch so etwas wie eine Liebesgeschichte wurde einbezogen, was den ohnehin schon schwierigen Hintergrund der Story weiter verkompliziert.

Gameplay

Von hinten
Von hinten © Entwickler / Publisher

Die Fülle an Funktionen auf die wenigen Tasten der PSP zu verteilen, wurde einwandfrei gelöst. Das durchdachte Steuerungsschema kann vorerst in einem umfangreichen Tutorial eingeübt werden, bis sie mit der Zeit immer instinktiver von der Hand geht. Der Protagonist wird meistens von Aussen gezeigt, je nach Kameraeinstellung, welche sich automatisch an die Gegebenheiten anpasst, steuert man auch von der Firstpersonperspektive aus.

Blickfeld und Bewegung werden gleichzeitig gesteuert. Weitere wichtige Funktionen bestehen aus Schiessen, Nahkampf, an der Wand gedrückt gehen und geduckt Laufen. Je nach Situation werden auch spezielle Funktionen eingeblendet wie zB. Klettern. Neben einigen Waffen trägt Gabe Logan stehts auch coole Gadgets mit sich rum, was dir dein Agentendasein massiv erleichtert.

Singleplayer

Dank der guten Steuerung und den vielen Gadgets kannst du selbst bestimmen wie offensiv du voranschreiten möchtest. Nur die sehr hohe KI deiner Kontrahenten ziehen dir einen Strich durch die Rechnung. Sobald du entdeckt wirst, nehmen sie Deckung und holen Verstärkung. Versteckst du dich selbst hinter einer Wand werden sich deine Gegner Aufteilen und Rückendeckung geben, während ein anderer angreift. Bei Syphon Filter geht es hauptsächlich darum von A nach B zu gelangen, was sich manchmal als Knacknuss herausstellt. Dennoch packt es einem von Anfang an und man möchte die PSP erst wieder hergeben, wenn auch der letzte Soldat der Roten Sektion erledigt ist.

Technik

Im Fadenkreuz
Im Fadenkreuz © Entwickler / Publisher

Es wurde sehr viel Wert auf Realismus gelegt. So haben alle Waffen spezifische Vor- und Nachteile, was Streuungsverhalten, Geauigkeit und Durchschlagkraft angeht. Auch die Grafik ist detailliert, so sieht man zB. seine aktuellen Waffen immer am Rücken von Gabe befestigt. Die Hintergrundmusik sorgt in den richtigen Situation für ein cineastisches Erlebnis.

Dennoch fallen kleinere Makel auf. Die Umgebung ist nahezu unveränderbar. Die Waffen tönen wie Spielzeugpistolen und ab und zu fallen kleinere Bugs auf. Die Lippensynchronisation bei der deutschen Version ist sehr schlecht. Obwohl [publisher]Sony[/publisher] ein halbes Jahr zur Verfügung hatte, wurde die deutsche Version gegenüber der amerikanischen nur in der Sprache verändert. Jedoch muss man anfügen, dass diese Mängel nur deshalb auffallen, weil der ganze Rest einfach stimmt.

/ OutNow.CH