Scarface: The World Is Yours (2006)

Scarface: The World Is Yours (2006)

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PS2-Review: Tony Montana

Say hello to my little friend Tony Montana! Nach fast 25 Jahren wird eines der meist zitierten und meist kopierten Gangsterepos zum Spiel und du schlüpfst endlich in die kubanische Haut des Narbengesichts und versuchst die Stadt fest in deinen Händen zu halten. Genau wie in der Filmvorlage ist der temperamentvolle Einwanderer auch in der interaktiven Version voller Wut und gewaltvoller Pläne. Ob es sich lohnt für eine Weile den Film ruhen zu lassen um selber in der Stadt den Ton anzugeben haben wir für euch getestet.

Das Spiel tritt eine schwere Erbschaft an, aber schafft es in nahezu allen Punkten zu überzeugen. Das Gameplay und der Sound verhindern, dass man nach ein paar Stunden den Controller weg legt, trotz der durchschnittlichen Grafik. Mit Scarface kann man sich die Wartezeit auf Weihnachten, das neue Jahr und die PS3 ganz schön versüssen. Man sollte sich nur eines Fragen: What will happen, when the world is yours?

Geschichte

Die Geschichte des Spiels beruht natürlich auf der des Films von Brian de Palma aus dem Jahre 1983, ausser dass hier das Ende umgeschrieben wird. Wieder ganz unten angelangt muss man mit den wenigen, treuen Freunde die einem geblieben sind wieder die Nahrungskette erklimmen.

Gameplay

Ratterratterratter
Ratterratterratter © Entwickler / Publisher

Der Spielmodus ist aus GTA den Meisten bekannt. Die Hauptfigur wird aus der Drittperson Perspektive gesteuert und man kann gehen, rennen, Autos fahren, Boote steuern und... schwimmen. Sonst schafft ein kurzes Tutorial Abhilfe. Aber die Steuerung ist ziemlich simpel und sollte keine Mühe bereiten.

Wenn schon die Idee nicht neu ist, dann soll zumindest die Umsetzung gewisse interessante Neuerungen enthalten. Dies ist hier auch der Fall. Das ganze Spiel zum Beispiel wird von einem Satellitentelefon aus beeinflusst. Ob man nun ein neues Boot, Auto, Möbel, Fahrer, Mörder, sonstiger Laufbursche, Kokain, Plattenfirma, Hauseinrichtung... braucht, alles kann über das Telefon gekauft werden. Der Fahrer bringt einem sogar den Wagen wenn mal keiner in der Nähe die Schlüssel im Auto vergessen hat. Die verschiedenen Missionen und Ziele werden auch hier angezeigt und wenn man einfach nur durch die Stadt fahren will, dann sollte man die riesige Musikauswahl nutzen und das Radio einschalten. Besonderheit: Musik gibt's immer während dem Spiel und nicht immer nur im Auto.

Mit allem was nicht zum Überleben gedacht ist, beschafft man sich einen guten Ruf und in diesem Geschäft geht es nur um den eigenen Ruf. Punkto Waffen ist man beschränkt, maximal drei Waffen darf man mit sich tragen und von jeder Gattung maximal eine.

Terroristenstyle
Terroristenstyle © Entwickler / Publisher

Wenn der Zeitpunkt kommen sollte wo Diplomatie keinen Platz mehr findet und man den Gegnern das Atmen mit ein paar zusätzlichen Körperöffnungen erleichtern möchte, dann sollte man Tony dazu noch den Feind beschimpfen lassen. Dadurch wird der Balken "Balls" gefüllt, dieser ermöglicht Tony ausrasten zu lassen. Man wird für kurze Zeit unverwundbar und füllt die eigene Lebensenergie mit jedem erledigten Gegner.

Verkauft man Drogen oder bringt man die Missionen zu Ende verdient man Geld, schmutziges Geld, dass gewaschen werden muss. Über den Preis der Reinigung muss aber verhandelt werden, sowie auch über den Verkaufspreis des "Yoyo", wie es vom Chef genannt wird. Man mit der Bank, Dealer aber auch mit Polizisten und Gangmitglieder verhandeln über Preis oder den eigenen "Heat-Level". Wie "heiss" man ist kann auch mit Geld beeinflusst werden und bei manchen Missionen wo viel Blut fliesst, ist man froh dass sich die Polizei nicht einmischt.

Wie schon erwähnt geht es darum seinen Ruf wieder herzustellen. Mit Autos und Booten beweist man, aber nur dass man Geld hat. Mit Fassaden wie Einkaufshäuser und anderen Geschäften kontrolliert man die verschiedenen Stadtviertel. Dabei muss man die rivalisierenden Gangs berücksichtigen, die sich das Gebiet nach dem Zusammenbruch des Montana Imperium unter den Nagel gerissen haben. Für diese Angelegenheiten empfiehlt es sich einen Knochenbrecher zu engagieren, mit dem man gerade selber die Gegend reinigt. Sonst kann man auch in die Rolle des Fahrers schlüpfen und Autos schieben, oder als Auftragskiller Steine aus dem Schuh von Tony entfernen. Wie ihr seht sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt.

Meine Villa, die ist schön
Meine Villa, die ist schön © Entwickler / Publisher

Das spezielle in Scarface sind die "Balls". Die Anzeige lässt sich mit besonderen Fertigkeiten während des Spiels füllen, sobald diese voll ist kann man die blinde Wut von Tony Montana entfachen und die Feinde vernichten. Das Spiel gibt einem wirklich das Gefühl Teil dieses Mythos zu sein, die Altersfreigabe ab 18 ist durchaus berechtigt. Vor allem ab dem Zeitpunkt wo die Motorsäge freigeschaltet wird. Rein vom Spielen unterscheidet sich Scarface aber nicht von den anderen Games dieser Sorte.

Technik

Die Texturen sind nicht unbedingt überwältigend, dafür erkennt man Al Pacino's Gesicht sehr gut. Die Grafik könnte um einiges besser sein, aber irgendwo muss auch mal was gespart werden. Der Sound ist dafür umso besser. So viele Musikstücke haben vielleicht nicht einmal auf iPod platz und es ist wirklich für alle etwas dabei. Etwas länger fallen leider die Ladezeiten aus. Es wird viel geladen, für Zwischensequenzen die das Herz jeden Scarface Fans höher schlagen lassen.

/ gek