Prey: We Are Next. (2006)

Prey: We Are Next. (2006)

Prey: Wir sind die Nächsten.
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PC-Review: Ein Indianer im Weltraum

Stirb!
Stirb! © Entwickler / Publisher

Prey erzählt die Geschichte von Tommy, einem Cherokee, der in einem Reservat festsitzt und mit seinem Dasein als Indianer höchst unzufrieden ist. Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als eine Macht aus einer anderen Welt, ihn und die einzigen beiden Menschen die ihm auf der Welt etwas bedeuten entführt. Durch einen Traktorstrahl, wird der Ex-Soldat Tommy mit seiner geliebten Freundin Jen, und seinem Grossvater an Bord eines riesigen Raumschiffs gebeamt, wo sie lediglich als Nahrungsquelle einer barbarischen Alienrasse herhalten müssen. Durch die Rebellengruppierung die Verborgenen wird Tommy jedoch von seinem schrecklichen Schicksal befreit, und setzt nun alles daran seine Geliebten zu retten und zur Erde zurückzukehren.

Gleich zu Beginn von Prey, sieht man dem Titel seine Hollywood Allüren an. Bereits das Intro macht klar wie viel Wert die Entwickler auf eine Story mit Atmosphäre gelegt haben. Man fühlt sich von der ersten Minute an mitten in das Geschehen hineingezogen und erlebt die Ereignisse so intensiv, als wäre man direkt an ihnen beteiligt. Auch wird die Geschichte rund um die Versklavung der Menschheit, durch die übermächtige Alienrasse nie langweilig, da sie vor dramatischen Wendungen und Überraschungen nur so strotzt. Wer also schon lange auf einen Shooter mit genialer inszenierter Story wartet, kann bereits jetzt getrost zugreifen, denn Prey muss sich in dieser Hinsicht nicht einmal vor der Genre Referenz Half Life 2 verstecken.

Wer für das anhaltende Sommerloch noch einen heissen Titel sucht, der ist mit Prey bestens versorgt. In Sachen Atmosphäre, Storyführung und Dramatik stellt Prey einige Genre Konkurrenten in den Schatten. Verstärkt wird das ganze durch die gelungene Optik und den famosen Soundtrack. Abzug gibt es lediglich in der KI eurer Gegner, die teilweise einfach ein bisschen zu statisch ist. Ebenfalls schade ist die geringe Artenvielfalt eurer Gegner. Im Grossen und Ganzen sind diese Mängel jedoch gut zu verschmerzen, und wer auf anspruchsvolle Shooter Kost steht, der kann getrost zugreifen.

Nach fast 9 Jahren Entwicklungszeit, veröffentlichen die Human Head Studios endlich den lang ersehnten First Person Shooter Prey, der frischen Wind ins Shooter Genre bringen soll und dem Spieler endlich auch ein bisschen Grips abverlangen wird. Das ehrgeizige Shooter Projekt "Prey, wurde bereits ende der 90er Jahre vom Entwicklerstudio 3D Realms begonnen und später aber wieder auf Eis gelegt. Im Jahre 2002 widmeten sich dann die Human Head Studios dem Titel um ihn schliesslich Erfolgreich zu Ende zu führen.

Gameplay

Prey ist kein 08/15 Shooter, der euch durch geradlinige Levels schickt, wo ihr alles niederballern müsst, dass euch in die Quere kommt. Denn kaum habt ihr euch von euren Fesseln an Bord des Raumschiffs befreit, macht ihr auch schon Bekanntschaft mit der extrem reduzierten Schwerkraft die in dieser Höhe herrscht.

Da gibt es Räume in denen sich die Schwerkraft in jede beliebige Richtung drehen lässt, was aus einer Wand einen Boden und aus einer Decke wieder eine Wand werden lässt. Dementsprechend sind auch die Rätsel an Bord des Mutterschiffes gestaltet worden. Immer wieder kommt ihr an Passagen, bei denen ihr mithilfe von Schaltern, einen Raum um 180 Grad drehen müsst um euren Weg dann an der Decke fortzusetzen. Dieses Feature ist durchaus spassig, doch nichts für Leute mit einem schwachen Magen.

Ungleiche Gegner
Ungleiche Gegner © Entwickler / Publisher

Ebenfalls eine wichtige Rolle im Spiel, stellen die Portale dar, durch die sich eure Gegner an jeden beliebigen Ort im Level beamen können, um euch so das Leben schwer zu machen. Jedoch könnt ihr diese Portale auch zu eurem eigenen Vorteil nutzen und könnt euch damit von einem Levelabschnitt in den anderen beamen lassen.

Wie ihr aus diesen beiden Features schon erahnen könnt, ist das Level Design von Prey äusserst abwechslungsreich ausgefallen. Ihr erkundet verwinkelte Gänge, Laboratorien und Aufbereitungsanlagen, klettert auf der Oberfläche von Asteroiden herum, liefert euch Kämpfe in der Nähe eines abgestürzten Passagierflugzeugs oder schippert als lebende Fracht durch ein gigantisches Transportsystem. Doch damit nicht genug: Manchmal schwingt ihr euch hinter das Steuer eines kleinen Shuttles, fliegt durch Röhrensysteme und werdet in Dogfights verwickelt. Abgerundet wird diese abwechslungsreiche Mischung durch die grandiose Atmosphäre, in Prey wird dem Spieler einfach nie langweilig.

Wem diese schlagenden Argumente immer noch nicht ausreichen, der wird vielleicht spätestens mit dem abgespaceten aber umfangreichen Waffenarsenal, oder den Spirituellenkräften, über die Tommy verfügt, überzeugt. Eine dieser speziellen Kräfte ist der "Spirit Walk". Dabei verlässt der Geist von Tommy für kurze Zeit seinen Körper, und streift durch die Levels, um beispielsweise Sicherheitssperren zu überwinden, Schalter zu betätigen, oder Munition aufzusammeln.

In den insgesamt 22 Kapiteln begeistert uns Prey vor allen Dingen mit der hohen Qualität des Gezeigten und den mitunter schon wahnwitzigen Experimenten mit der Schwerkraft und den Portalen. Dem Spieler wird einiges für sein Geld geboten, doch leider bleibt die Spielzeit dabei ein bisschen auf der Strecke, nach gut 10 Stunden hat man das Game durchgespielt und sitzt vor dem Spruch "To be continued".

Multiplayer

In Sachen Multiplayer, erfindet Prey das Shooter Genre nicht gerade neu, und kommt mit einem Deathmatch Mode, und einem Team Death Match Mode eher enttäuschend daher. Ein Pluspunkt für Online Fans, sind jedoch die liebevoll gestalteten Maps, bei denen ihr auf keines der Schwerkraft Features verzichten müsst.

Technik

Kopfüber
Kopfüber © Entwickler / Publisher

Prey basiert auf der aufgebohrten Doom 3 Engine, was das Spiel stellenweise auch nicht verbergen kann. Denn immer wieder trifft man auf die bekannten Bump Mappings, Metall- und Spiegeleffekt durch die eure Gegner oftmals ein bisschen zu plastisch rüberkommen. A propos Gegner, etwas mehr Abwechslung hätte dem Monsterdesign nicht geschadet, denn insgesamt gibt es lediglich 12 verschiedene Gegnertypen die nur darauf warten von euch über den Haufen geballert zu werden. Trotz dieser kleinen Mängel versprüht Prey einen ganz speziellen Charme, der vor allem von der genialen Mischung aus Bio Materie und Zukunfts Technik herrührt.

Bestnoten sackt Prey jedoch für die Soundkulisse ein. Von besinnlichen Klängen bis hin zu treibenden Rhythmen bietet das Spiel alles, was ein Spieler Herz begehrt. Kein Wunder denn der epische Soundtrack, stammt von niemand geringerem als Jeremy Soule, der bereits für Titel wie Oblivion, oder Guild Wars am Werk war.

/ Andreas Mutzner [am]