God Hand (2006)

God Hand (2006)

PS2-Review: Prügeleien im wilden Westen

Volle Kraft voraus
Volle Kraft voraus © Entwickler / Publisher

Clover Studios, das von [publisher]Capcom[/publisher] neu geformte Entwicklerstudio, hat erst vor kurzem Okami auf den Markt gebracht und überzeugte damit auf ganzer Linie. Es überraschte mit herrlicher Grafik und einer tiefgründigen Story. Nun, kurze Zeit später, wollen sie den Markt für Action Spiele neu aufmischen und zwar mit ihrer neuesten Kreation, God Hand. Ein Westernheld kriegt von Gott höchst Persönlich Hand Gottes, die God Hand. Mit diesem Extra lassen sich massenweise Möchtegern Cowboys erledigen.

Zwar glänzt God Hand mit den vielen Kombo Varianten und den massig vielen Angriffsmoves, doch leider sind auch Mängel spürbar. So etwa dürfte wohl die zu dürftige Geschichte und den etwas zu schrägen Humor eingestuft werden. Alles in allem aber ist God Hand durchaus eine Kaufüberlegung wert, sofern ein reines Action Spiel zu eurem Lieblingsgenre gehört.

Geschichte

Der geschichtliche Hintergrund wird nur sehr spärlich weiter geführt. So steigt es direkt ins Geschehen ein ohne jeglichen Vorgeschmack auf die zukommenden Ereignisse. Nach einiger Spielzeit tauchen dann die wichtigen Leute oder Monster auf, die um einen Tisch herum sitzen und darüber diskutieren, wie sie am besten den God Hand zur Strecke bringen können. Da macht man schon Bekanntschaft mit einem der Widersacher, der Devil Hand. Das war's dann auch schon mit den wenigen Informationen, jedoch ist das nicht weiter schlimm, da solche Spiele sowieso nicht wegen der genialen Story gekauft werden, sondern mehr um die Wut auf den vier Tasten raus zu lassen (o.k. Leute, aber God of War ist auch sonst einfach genial).

Gameplay

Mann gegen Mann
Mann gegen Mann © Entwickler / Publisher

Von den 114 verschiedenen Körperteile-Zerschmetternden Attacken können nicht alle auf einmal für das Spiel eingesetzt werden. Auswählen muss man sie im Menü, wobei viel Zeit investiert werden muss um eine gute Mischung aus effizienten und schnellen Angriffen zu finden. Denn ansonsten wird unser Alter-Ego langsam und zu einer leichten Beute. Denn das darf auf keinen Fall passieren, da die Abwehr nur auf Ausweichmanöver basiert und falls wir jemals einen Schlag abbekommen, sinkt die Lebensanzeige drastisch auf ein Minimum. Also heisst es, so viel wie möglich ausweichen und so wenig wie möglich getroffen werden, da sonst schnell das Game Over auf dem Bildschirm aufleuchtet und somit der ganze Bereich nochmals gespielt werden muss.

Die einzelnen Missionen sind zwar nicht sehr lange, jedoch recht kampfintensiv, ergo wird ein nochmaliges Spielen ziemlich mühsam. Und auch die anfangs witzigen Slapsticks werden mit der Zeit ein wenig eintönig, klar, die geknackten Nüsse sind schon lustig, doch auch das wird mit der Zeit, leider Gottes, fade. Ansonsten lässt sich über den Kampf an sich nicht viel kritisieren. Die Gegner wirken intelligent, greifen die Hauptfigur in Überzahl an und suchen hinter ihren dicken Fäusten gekonnt Deckung. Auch die Angriffe verlaufen fliessend und überzeugen, wie auch die Schläge des eurigen Charakters. Die Action passiert sehr schnell, intensiv und wirklich attraktiv. Und wem die normalen tot bringenden Geschenke nicht genügen, kann noch als cooles Extra die God Hand einschalten. Special-Moves sind die Folge davon.

Ein ungeheuer starker Angriff lässt sich auf diese Weise auslösen, was den Opponenten schwer zu schaffen macht. Oder aber kann sich die God Hand in Rage versetzen, dann geht es den Gegnern erst recht an den Kragen. Mit doppelt so schnellen und doppelt so starken Angriffen wird dann auf die Feinde eingeprügelt. Froh um diese Eigenschaft ist man vor allem dann, wenn das Gegenüber fast nicht tot zu kriegen ist, wie zum Beispiel die tuntigen Schergen des Bösen. Da freut man sich so richtig die gelb blauen Strings fertig zu machen.

Extraschläge
Extraschläge © Entwickler / Publisher

Nebst den hitzigen Gefechten kann man es sich im Casino gemütlich machen und jede Menge Geld gewinnen. Leider ladet Black Jack zwischen den einzelnen Schritten ein bisschen zu lange, was den Spass minimal trübt. Doch im High Stakes Raum vergisst man die kleinen Unannehmlichkeiten und geniesst das Leben eines mit Geld schmeissenden Kriminellen.

Falls dies trotzdem noch zu wenig Action ist, keine Sorge, da gibt's noch mehr. Im Colosseum werdet ihr sicherlich auch auf eure Rechnung kommen

Technik

Der hat gesessen
Der hat gesessen © Entwickler / Publisher

Natürlich gibt es kein gutes Spiel ohne eine angemessene Grafik. Und die ist in God Hand schick gestaltet. Zwar fehlen viele Details, jedoch sind die Figuren gut gelungen und die Umgebungen sehen wie im Wilden Westen aus. Auffallend gut haben die Entwickler das Kantenflimmer in den Griff bekommen, welches praktisch nicht vorhanden ist, aber wie schon gesagt, es sind ja nicht irgendwelche Entwickler, sondern einiger der besten Entwickler die [publisher]Capcom[/publisher] zu bieten hat.

Die Musik ist aufreiberisch und lässt die Kämpfe authentisch klingen. Zu dem Gestöhnen der verschiedenen verkloppten Leidensgenossen gibt es nicht viel zu sagen, da es etwa so tönt wie in jedem anderen mittelmässigen Kinofilm.


Die Ladezeiten sind im gesamten kurz ausgefallen, nur etwa bei Black Jack dürfte es schneller vonstatten gehen.

/ eb