Dead Rising (2006)

Dead Rising (2006)

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Xbox 360-Review: Wenn die toten auferstehen...

Massenschlägerei
Massenschlägerei © Entwickler / Publisher

Von vielen Spielern als langweilig und nervig bezeichnet, wurde es in der Game Branche längere Zeit ruhig um die sabbernde Zombie Brut, doch nun dürfen die schlurfenden Untoten endlich wieder als Kanonenfutter herhalten. [publisher]Capcom[/publisher] fliegt euch mit dem XBOX 360 exklusiv Titel "Dead Rising" in eine Stadt, die in Wahnsinn, Mord und Chaos versinkt. Schafft ihr es 72 Stunden am Leben zu bleiben?

Mit "Dead Rising" ist [publisher]Capcom[/publisher] ein einzigartiges Spiel gelungen, das mit zu den unterhaltsamsten Titeln der vergangenen Jahre gehört. Es gibt nicht viele Spiele die auf der einen Seite derart bizarr und gewalttätig wirken und auf der anderen total albern und verspielt daher kommen. "Dead Rising" steht für pure Zombie Action und Unterhaltung der Extraklasse. In diesem Sinne: Ab ins Einkaufszentrum.

Gameplay

Schicke Grafik
Schicke Grafik © Entwickler / Publisher

Die rabiate Einkaufstour ist in Missionen unterteilt, in denen ihr diverse Aufträge erledigen müsst. Dabei habt ihr wiederum nur 72 Spielzeit Stunden um eure Aufgaben zu erfüllen, so viel wie möglich über die Vorkommnisse in Willamett zu erfahren, möglichst viele spektakuläre Bilder zu schiessen und um diesen gottverlassenen Ort lebendig zu verlassen. Das Gameplay von Dead Rising kommt überraschend frisch daher und erinnert an einen Mix aus Survival Horror und GTA. Denn grösstenteils lässt euch das Spiel selbst entscheiden wie ihr euch eure 72 Game Stunden um die Ohren schlägt. Die hasenfüssigen Feiglinge und die Camper unter euch können sich schnellst möglich einen sicheren Ort suchen an dem sie ungestört drei Spieltage überdauern können, um dann mit dem Helikopter zurück in die heile Welt zu fliegen.

Seid ihr eher der barmherzige Helden Typ, so könnt ihr losziehen um einen Überlebenden nach dem anderen vor seinem frühzeitigen Untergang zu retten. Sado masochistisch veranlagte Hobby Fotografen haben ebenfalls die Möglichkeit sich auszutoben, in dem sie ahnungslose Überlebende in bewusst gefährliche Situationen bringen, um anschliessend von ihrem brutalen Ableben einen spektakulären Schnappschuss zu ergattern, der wiederum Punkte zur Charakter Aufwertung einbringt. Wenn ihr eher zum Massenmörder neigt, so könnt ihr euch einen der zahlreichen Gegenstände schnappen und mit richtig Schmackes auf die Zombie Brut einschlagen bis keiner mehr übrig ist. Das Kampfsystem wurde hierfür bewusst einfach gehalten.

Auf Knopfruck teilt ihr Faustschläge aus oder verschanzt euch hinter eurer Deckung. Besonders hartnäckige Zombies greift ihr mit dem "Grab" Knopf und lasst Würfe und Spezialangriffe auf die wankenden Gegner los. Hielft dies alles nicht um die lästigen Mumien loszuwerden, so dürft ihr euch am reichhaltigen Inventar des Einkaufszentrums bedienen. Dabei wird so ziemlich jeder Gegenstand zu einer Waffe umfunktioniert. So verpasst ihr den stöhnenden Hirnfressern mit einer Heckenschere einen radikalen Haarschnitt, gestaltet ihre verfaulten Gesichter mit einer präzis platzierten Bratpfanne um, oder jagt die Mistkerle mit einer schön platzierten Propangas Flasche reihenweise in die Luft. Euren noch so kranken Fantasien sind in diesem Spiel wirklich keine Grenzen gesetzt.

Oftmals ist es sogar dringend nötig euch einen möglichst blutrünstigen Schlachtplan auszuarbeiten, bei dem ihr möglichst viele Zombies auf einmal um die Ecke bringt, denn die herumwankenden Untoten sind zwar nicht gerade clever, dafür aber in ausgesprochen hohen Stückzahlen vertreten. In jedem Gang, hinter jeder Ecke und in fast jedem Schrank lauern die lebenden Toten und machen selbst einfache Eskort-Aufgaben zu einem Kampf ums Überleben. Habt ihr eine Mission gemeistert, erhaltet ihr so genannten "Prestige Points", die ihr, ähnlich wie bei Devil May Cry 3, nutzen könnt, um neue Angriffe und noch härtere Spezialmanöver freizuschalten.

Was bei "Resident Evil" nach den ersten paar Zombie Gefechten schnell langweilig wurde, bereitet einen in "Dead Rising" sogar noch nach etlichen Stunden einen Riesenspass, denn im gigantischen Einkaufskomplex gibt es etwa 100 Arten von Zombies, viele haben ihre eigenen Angriffsmuster und reagieren sogar auf den Wechsel von Tag und Nacht, dabei werden sie im Dunkeln deutlich aggressiver und stärker, als noch zuvor in der prallen Mittagssonne. Hinzu kommen auch noch menschliche Gegner, wie durchgeknallte Häftlinge, skrupellose Amokläufer und Psychopathen und sogar die örtliche Polizei.

Doch abseits jeglicher Gewalt birgt "Dead Rising" seine grösste Stärke, die nicht lineare Spielstruktur. Durch den immensen Umfang des Spiels ist es dem Spieler gar nicht möglich beim ersten Mal durchspielen die ganze Storyline zu erfassen oder alle Missionen und Nebenmissionen zu meistern. Denn hin und wieder kommt es einfach vor, dass sich zwei Ereignisse zur gleichen Zeit abspielen und ihr so gezwungen seid euch für das eine oder andere zu entscheiden. Deshalb erlebt man das Abenteuer und vor allem seinen Ausgang je nach Herangehensweise völlig unterschiedlich.

Technik

Sind das nicht zu viele?
Sind das nicht zu viele? © Entwickler / Publisher

Das aussergewöhnlichste an [publisher]Capcom[/publisher]s neuem Zombie Titel ist eindeutig der eigenwillige Stil zwischen Gemetzel und Familienidylle. Seid ihr bei "Resident Evil" noch durch düstere Anwesen und verregnete Dörfer geschlichen, so ballert und prügelt ihr euch bei "Dead Rising" durch ein Licht geflutetes Einkaufszentrum, das bunter und knalliger nicht sein könnte.

Dabei sieht die ganze Umgebung auf der XBOX 360 extrem gut aus. Die verschiedenen Areale wurden mit sehr viel Detail Verliebtheit gestaltet und werden dem Spieler auch beim zehnten Mal durchspielen nicht langweilig. Eine weitere grossartige Errungenschaft der Entwickler ist die extreme hohe Anzahl an individuell agierenden Zombies, die dem Spieler das Leben schwer machen sollen. Dabei gerät Microsofts Wunderkiste nicht einmal ins Schwitzen und serviert euch eine konstant hohe Framerate.

Auch bei den Soundeffekten wurde nicht gepfuscht und so verfügt jede Schuss- und Schlagwaffe über einen ganz individuellen Ton, der sich jedes Mal extrem realistisch anhört.

/ Andreas Mutzner [am]