Tony Hawk's American Wasteland (2005)

Tony Hawk's American Wasteland (2005)

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Xbox 360-Review: Tony Hawk's stetiger Untergang

Das kann ich doch im Schlaf
Das kann ich doch im Schlaf © Entwickler / Publisher

Genau wie das Christkind, so kommt auch Tony Hawk jedes Jahr auf unsere Erde nieder und beschert uns einen weiteren Titel aus seiner kultigen Skate-Serie. Insgesamt sechs Titel der Reihe sind bereits erhältlich und die Entwickler schafften es bisher jedes Mal ihre Kundschaft mit witzigen Neuerungen bei Laune zu halten. Ob der jüngste Ableger der Skateboard-Simulation aber tatsächlich noch entscheidende Neuerungen mit sich bringt, erfahrt ihr im folgenden Test.

Das neueste Update der Tony Hawk Reihe bietet dem Spieler eine völlig neue Skate-Landschaft und einige kleine Neuerungen, wie beispielsweise das BMX und einen Multiplayer Modus über XBOX Live. Das Gameplay von Tony Hawk's American Wasteland hat sich jedoch nicht bedeutend verändert, was Fans der Serie bestimmt freuen wird. Trotz den wenigen Neuerungen und der teilweise schlampigen Grafik, hatte ich auch mit dem neuesten Teil der Skateboard-Saga einen Heidenspass. Jeder der die Vorgänger geliebt hat, wird auch mit diesem Teil gut beraten sein und all diejenigen unter euch die mit den durchgeknallten Typen auf ihren fliegenden Brettern noch nie etwas anzufangen wussten, lassen auch diesmal besser ihre Finger davon.

Geschichte

Das Geschehen rund um unseren Underdog, der den amerikanischen Traum lebt, ist den Entwicklern ziemlich gut gelungen und fängt den Geist des Skateboardens in relativ unspektakulärer Art und Weise besser ein, als seine Vorgänger der Underground Serie. In der Tat wirkt sich der Story-Modus als richtiger Motivationsmotor auf das Gameplay aus und führt uns mit schön inszenierten Zwischensequenzen durch die abgedrehtesten Missionen.

Gameplay

BMX mit von der Partie
BMX mit von der Partie © Entwickler / Publisher

Wer sich mit Funsport Spielen ein wenig auskennt und in den vergangenen Jahren mal ein Spiel der Tony Hawk Reihe gespielt hat, der wird sich ziemlich schnell heimisch fühlen. Am gewohnt genialen Gameplay wurde also nicht gerüttelt, leider wirkt das ganze nach sieben Episoden aber ein wenig abgelutscht. Dennoch haben es die Entwickler geschafft die Spielqualität ihres neuesten Produkts, im Vergleich zu den Vorgängern ein weiteres Mal zu steigern. Natürlich sind auch die gelungenen Neuerungen der Vorgänger wieder mit dabei, wie zum Beispiel der Freak-Out-Modus oder der Focus-Mode. Auch am Spielablauf während des Story-Modus wurde nichts verändert.

Sehr hilfreich in dieser Hinsicht ist der neu hinzugekommene Missionsradar, mit dem ihr stets den Überblick über noch verbleibende Aufträge und Bonusaufgaben habt. Das Kernstück des Spiels, der eben erwähnte Story-Mode, gibt sich sehr einsteigerfreundlich, was auch totalen Anfängern einen schnellen Einstieg ins Skater-Universum ermöglicht. Denn der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Missionen steigt nur langsam an und alle wichtigen Tricks lernt man nach und nach in Form von kurzen Aufgaben.

Der wichtigste Neuzugang dürfte dieses Mal jedoch das BMX darstellen. Der Spieler darf nun an jeder beliebigen Stelle auf das wendige Zweirad umsteigen, das sich teilweise aber leider sehr hakelig steuert. Auch wenn die Integration dieses kleinen Spielzeugs nicht ganz so schlecht gelungen ist, wie die Integration von Jar Jar Binks ins Star Wars Universum, wird sich der Spieler primär mit dem Skateboard oder zu Fuss fortbewegen. Die Klettermanöver unseres Protagonisten wurden nochmals erweitert und so dürft ihr nun auch Saltos aus dem Stand machen, oder mit einem Wallrun höher gelegene Plattformen erklimmen. All diese Zirkuseinlagen, lassen sich natürlich auch mit Skate-Tricks kombinieren, was schlussendlich zu noch fetteren Highscores führt.

Nebst dem Storymodus haben die Entwickler auch wieder den Classic-Modus aus dem Vorgänger mit an Board genommen, der eine willkommene Abwechslung zum Skateralltag darstellt. Neben dem spassigen Klassik-Modus dürft ihr unter anderem auch wieder euren eigenen Skater, eure eigenen Tricks, Graffitis und Parks erstellen, was dank gelungener Editoren ziemlich gut von der Hand geht.

Multiplayer

Wer den Singleplayer-Part von American Wasteland bereits durch hat und auf neue Herausforderungen scharf ist, der wird nicht enttäuscht. Über Splitscreen oder online über XBOX-Live dürft ihr euch gegenseitig den Highscore abjagen. Neben dem üblichen Trickturnier müsst ihr entweder gegeneinander oder im Team die verrücktesten Aufgaben erfüllen. Ganz neu ist beispielsweise der Goldesel-Modus, in dem nur derjenige Spieler Punkte macht, der das störrische Vieh in seinem Rucksack hat. Insgesamt 13 Modi bieten acht Spielern mehr als genug Abwechslung und machen Tony Hawk's American Wasteland zu einem der spassigsten online Spiele.

Technik

Nicht nur mit dem Brett wird gegrindet
Nicht nur mit dem Brett wird gegrindet © Entwickler / Publisher

Das Beste aus technischer Sicht ist ganz klar das Design der jeweiligen Stadtteile, die mit sehr viel Liebe zum Detail konstruiert wurden. Leider war's das dann auch schon, die einzelnen Texturen wirken zum Teil sehr schwammig und auch die Gesichter der Akteure sind alles andere als realitätsnah und wirken ziemlich simpel zusammengeschustert. Die ohnehin schon veraltete Grafik-Engine, wirkt schon auf den älteren Konsolen nicht wirklich berauschend und ist auf [publisher]Microsofts[/publisher] NextGen Konsole schlichtweg unakzeptabel.

Eine höhere Auflösung von der eh nur die HDTV Besitzer profitieren ist einfach nicht genug. Dafür wurde beim exzellenten Soundtrack nichts falsch gemacht, und das Spiel kommt in gewohnt rockigem Gewand daher. Alle XBOX Besitzer dürfen zusätzlich auch zu ihren eigens importierten Musikstücken abrocken.

/ Andreas Mutzner [am]