Hallam Foe (2007)

Hallam Foe: This Is My Story

Interview mit Sophia Myles

Sophia Myles

Sophia Myles

Die wunderschöne Sophia Myles (sprich Sofeia) spielt ihre Rollen beidseits des Atlantiks, von unabhängigen Produktionen wie Art School Confidential bis zu Nebenrollen in Blockbusters à la Underworld. Geboren in London fing ihre Leidenschaft für die Schauspielerei Feuer nach nur einem Bühnenstück, obwohl sie grosse Angst vor Menschenmassen hat, wie sie OutNow.CH gestand. Bis zum heutigen Tag hat, hat sie immer noch ein bisschen Panik vor dem roten Teppich und war deshalb ein klein wenig besorgt wegen der bevorstehenden Weltpremiere, als OutNow.CH sie in Berlin traf. In Hallam Foe spielt sie die resolute Kate, eine Hotelmanagerin, die vom mysteriösen Buben Hallam fasziniert ist, der als Tellerwäscher bei ihr anheuert.

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OutNow.CH (ON): Was hat Dich an der Rolle der Kate in Hallam Foe gereizt?

Sophia Myles (SM): Ich war auf der Suche nach einem guten, zeitgenössischen Stoff. Ich hatte zuvor viele Kostümfilme gedreht und wollte nun etwas Modernes und Unkommerzielles machen.

ON: Kate hat einige recht dunkle Seiten.

in Hallam Foe

in Hallam Foe

SM: Sie ist eine sehr interessante Mischung. Da ist einerseits ihr hartes, geschäftliches Äusseres, aber durch ihre Beziehung zu Hallam kommt dann ihre innerliche Verwundbarkeit zum Vorschein. Sie kämpft mit ihren Dämonen und hat - wie wir alle - eine sonnige und viele schattige Seiten. Genau das gefällt mir an den Filmen von Mackenzie: der Mann ist ehrlich, wenn er Menschen darstellt. Er vereinfacht nichts, sondern er zeigt vielschichtige Figuren. Das ist sehr ehrlich.

ON: Zwischen Dir und Jamie Bell herrscht auf der Leinwand eine grossartige Chemie. Kamt ihr auch sonst gut miteinander zurecht?

SM: Ja, wir verstanden uns sehr gut, das war eine sehr unkomplizierte Beziehung. Wobei ich grauenhaft Angst hatte vor dieser Tanzszene. Ich meine, da sass Billy Elliot auf der Couch! (Sie lacht.)

Hier bleibt die Spucke weg

Hier bleibt die Spucke weg

ON: Ist Dir aufgefallen, dass man bei Eurem Kuss Speichel sieht?

SM: Ich weiss. Als ich es sah, hat es mich an den Lesbenkuss in Cruel Intentions erinnert. David Mackenzie, der Regisseur, fand es aber irgendwie gelungen. Sowas geschieht wohl einfach - aber es war Jamies Speichel, nicht meiner!

ON: Waren die Nacktszenen kein Problem?

SM: Nach dem ersten Treffen mit David wusste ich, dass es in Ordnung sein würde. Mir war klar, dass es in dem Film um Voyeurismus ging. Wäre ich die Sache in irgendeiner Weise prüde angegangen, hätte es nicht funktioniert. Aber es war mir weder beim Drehen noch beim Zuschauen jemals peinlich, nicht im Geringsten.

ON: Bis auf die Tanzszene...

SM: Oh ja. Es war schlimmer, mich tanzen als mich nackt anzusehen.

*räckel*

*räckel*

ON: Hallam Foe ist eine Art Bubentraum, und Du spielst das Mädchen darin. Glaubst Du, dass sich auch Frauen von dem Film angezogen fühlen können?

SM: Aber sicher. Hallam beobachtet zwar jede Bewegung dieser Frau, aber es ist ja nicht so, dass er sich damit einen sexuellen Kick verschafft. Da ist nichts Schweinisches dran; es wird vielmehr das angenehme Gefühl vermittelt, dass es ganz OK ist, etwas abnormal zu sein. Der Film zeigt doch auf eine sehr ehrliche Art und Weise, wie Teenager so ticken.

ON: Dein nächster Film heisst Outlander. Worum geht's?

SM: Die Geschichte spielt in Norwegen zur Wikingerzeit, und auf Seite 4 des Drehbuchs landet ein ausserirdisches Raumschiff auf dem Planeten Erde, da sitzt Jim Caviezel drin mit einem fürchterlichen Monster namens Moorwen. Das ist ein Drache, er sieht aber eher wie ein Ball aus. Moorwen ist aber nicht wie andere Monster einfach nur böse, sondern die Zuschauer erfahren sehr schnell, dass er sich auf einem Rachefeldzug befindet.

ON: Darf man fragen, was Du in einem solchen Film machst?

SM: Ich spiele Freya, eine Prinzessin. Mein Vater wird von John Hurt gespielt, und er ist zu dieser Zeit an der Macht. Bereits in der ersten Szene gibt es einen enormen Schwertkampf, mit 120 Bewegungen. Dafür haben wir Monate trainiert.

Mit Blick in eine rosige Zukunft

Mit Blick in eine rosige Zukunft

ON: Anscheinend pendelst Du mühelos zwischen dem Fanboy Babe wie in Underworld und Hauptrollen in Studiofilmen wie Hallam Foe hin und her. In welchem Genre fühlst Du Dich wohler?

SM: Das ist kaum vergleichbar. Die Arbeit an Filmen mit grossem Budget und Spezialeffekten wie zum Beispiel Thunderbirds ist manchmal etwas langweilig, weil man sich als Schauspielerin an Einstellungen halten muss, die bereits zuvor abgesteckt wurden, während es in einem Film wie Hallam Foe viel mehr Gelegenheiten gibt, die Dinge auszuloten und ans Eingemachte zu gehen.

19.09.2007 / rm, juz (Übersetzung)