Grounding - Die Letzten Tage der Swissair (2006)
Das Interview mit Pasquale Aleardi ("Peter Landolt")
Pasquale Aleardi liess sich an der Zürcher Theaterhochschule ausbilden. Er hat seither auch international Karriere gemacht und stand unter anderem mit Heike Makatsch in Nachts im Park und für die Hollywood-Produktion Resident Evil und vor der Kamera. Der heute in Deutschland wohnhafte Schauspieler hat in den vergangenen Jahren in zahlreichen
Fernseh- und Kinoproduktionen mitgewirkt. Grounding ist seine erste grosse Schweizer Produktion seit mehreren Jahren. Im Film spielt er den Swissair Co-Piloten Peter Landolt.
OutNow.CH (ON): Wo warst du, als du im Oktober 2001 vom Grounding erfahren hast?
Pasquale Aleardi (PA): Ich war in Südafrika am Drehen mit Veronika Ferres für einen Sat.1-Film. Ich konnte es kaum glauben.
ON: Wie bist du zu der Rolle in Grounding gekommen?
PA: Ganz normal über eine Anfrage an die Agentur. Ich wurde zu Testaufnahmen mit Stephanie Japp eingeladen und durchlief dann den Castingprozess.
ON: Es ist deine erste Rolle in einem grossen Schweizer Film.
PA: Das stimmt eben nicht ganz. Meine erste grosse Kinorolle war Tschäss im Jahre 1994.
ON: Seither bist du vor allem in Deutschland aktiv. Hast du extra so lange auf eine gute Rolle in der Schweiz gewartet?
PA: Nein. Ich bekam einfach nicht viel mit, weil ich immer gearbeitet habe. Auch im Theater. Seit dem Film Nachts im Park gab es immer wieder Projekte und ich konzentrierte mich auf die Menschen mit denen ich zusammenarbeitete. Ich liebe aber die Schweiz und ich habe auf einmal bemerkt, dass ich schon zehn Jahre nichts mehr in der Heimat gemacht hab. Jetzt bin ich sehr stolz, dass ich bei Grounding dabei sein konnte. Es ist einfach ein geiler Film!
ON: Der Schweizer Film erreicht momentan ein hohes Niveau. Kannst du das mit deiner Auslanderfahrung bestätigen?
PA: Ich habe jetzt drei Schweizer Produktionen hinter mir. Neben den bereits erwähnten auch noch Süssigkeiten von Markus Fischer für das Schweizer Fernsehen. Es war immer eine positive Erfahrung von A bis Z. Mir fiel auf, dass in Deutschland alles ein bisschen kälter ist. Dort ist es ganz normal, dass jeder einen Wohnwagen bekommt. Beim Schweizer Film geht man zum umziehen oft nur schnell hinter den Paravent.
ON: Deine Figur im Grounding ist keine aus dem Management. Es gab deshalb keine Akten zu studieren für dich. Hattest du Kontakt zu Piloten für deine Rolle?
PA: Den Businessteil des Drehbuchs durfte ich nur einmal vor zwei Jahren lesen. Dann bekam ich wegen der Geheimhaltung nur noch den fiktiven Teil. Ich machte aber schon Recherchen. Ich legte Wert darauf, die Dramatik nachempfinden zu können. Ich hatte Kontakt zu Betroffenen und hatte ein sehr berührendes Treffen mit einem Co-Piloten. Seine Emotionen gaben mir den Kick für die die Figur des Peter Landolt. Durch die Rolle lernte ich auch das Phänomen des "Quartalssäufers" kennen. Hier mussten wir aber aufpassen, dass er nicht zu einem Paradebeispiel wurde. Obwohl es auch bei Piloten solche Fälle gibt, ist es natürlich nicht der Normalfall, dass sie alkoholkrank sind.
ON: Es soll noch mehr Szenen gegeben haben, die deiner Figur ein bisschen mehr Tiefe gegeben hätten.
PA: Für Schauspieler ist es normal, dass immer wieder Sachen rausgeschnitten werden. Aber es stimmt, Peter Landolt hatte schon grosse Probleme in der Jugend und es gab ursprünglich auch mal einen Monolog, wo er die Anonymen Alkoholiker ins Auge fasste. Ich bin mir nicht sicher, ob die kleinen Hinweise, die jetzt noch in der fertigen Fassung drin sind, von allen bemerkt werden. Er trinkt zum Beispiel ein Pepsi, wenn alle anderen Militärpiloten mit Bier feiern.
ON: Wie waren die Reaktionen auf die Premiere?
PA: Sehr gut. Am meisten freut mich, wenn mich Piloten loben. Ich wurde auch gefragt, ob ich im richtigen Leben auch Co-Pilot sei. Das höchste der Gefühle für einen Schauspieler. Andere fragten, ob die Kotzszene wirklich nötig war. Denen sage ich: "Ja, denn die Situation damals war wirklich zum Kotzen."
ON: Zum Schluss die berühmten OutNow.CH Stichworte.
HM: Los!
ON: Michael Steiner
HM: Genial
ON: Swiss
HM: Trauer
ON: FA-18
HM: Geil
ON: Resident Evil
HM: Sehr geil.
ON: Heike Makatsch
HM: Heiss







