Grounding - Die Letzten Tage der Swissair (2006)
Das Interview mit Michael Steiner (Regisseur)
Der 36-jährige Hergiswiler Michael Steiner realisierte mit Grounding seinen vierten eigenen Spielfilm. Daneben
führte er bei rund 40 Auftragsfilmen und Werbespots Regie, unter anderem für Appenzeller Käse, Volkswagen, Polaroid und Swisscom Mobile. 1996 wurde sein erster Spielfilm Nacht der Gaukler mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und exzellent besprochen in der Branchenbibel Variety. Mit seinem Kassenschlager Mein Name ist Eugen gewann er den Schweizer Filmpreis 2006 und brach gleichzeitig auch viele Zuschauerrekorde.
OutNow.CH (ON): Wo warst du beim Grounding?
Michael Steiner (MS): In der Badewanne... Nein, ich weiss es nicht mehr, hab's aber in den Nachrichten gesehen und erst am Abend wurde mir dann bewusst, was es eigentlich bedeutete.
ON: Nach Mein Name ist Eugen kennt dich fast jeder in der Schweiz. Jetzt die ultimative Frage: Welcher Film ist besser? Mein Name ist Eugen oder Grounding?
MS: Schöne Frage. Es sind zwei total verschiedene Filme. Für mich als Regisseur war's extrem gut, dass ich die beiden Filme in so kurzer Zeit machen konnte, damit ich nicht schubladisiert werden konnte. Nach meinen ersten Filmen war ich in der Action-Schublade, dann ging's in die Unterhaltung und jetzt wieder einen Schritt in Richtung Action, aber halt stark mit Drama verbunden.
ON: Und auf welchen bist du mehr stolz?
MS: Ehm, also Mein Name ist Eugen hab' ich unbedingt machen wollen, weil ich den auf eigene Faust machen konnte. Grounding hingegen ist ein klassischer Produzentenfilm à la Jerry Bruckheimer und Don Simpson. Die Idee kam von PC Fueter, und ich wurde ein Auftragsregisseur, der die Verantwortung wahrnimmt und einen guten Film abliefern will. Aber Grounding ist wirklich mehr ein Produzentenfilm und eigentlich nicht so sehr "meiner". Ich hab mir einfach alle Mühe genommen und alles gegeben, um die Vision des Produzenten umzusetzen.
ON: Was erhoffst du dir vom Film?
MS: Eine Besserung von gewissen Verhältnissen. Einen besseren Überblick der Ereignisse, die man bisher hauptsächlich aus der Vogelperspektive hatte. Du kapierst relativ schnell, was zum Untergang geführt hat. Ich erhoffe mir sicher nicht, dass die Leute nun mit dem Finger auf die ‚Schuldigen' zeigen, sondern dass man durch den Film einen neuen Einblick in das ganze Warum findet. Auch hoffe ich, dass sich durch den Film einige bewusst werden, wie kreativ und visionär man sein sollte und auch sein kann. Ich glaube immer noch, dass wir eines der reichsten Länder der Welt sind, und wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken oder uns zu schämen. Auch das Grounding knickt das nicht. Das Land braucht auch solche Sachen, um sich zu stärken. Die politische Mitte gibt es ja fast nicht mehr. Links und Rechts arbeiten gegeneinander und das Ganze wird immer komplizierter.
ON: Bist du zu 100% zufrieden mit dem Film oder siehst du noch immer Sachen, die du besser anders gemacht hättest?
MS: Also, ich bin sehr zufrieden mit der schauspielerischen Arbeit, sowie mit der Kamera und der visuellen Umsetzung. Aber es gibt praktisch bei jeder Szene etwas, das mir nicht passt und das ich besser hätte machen können. Das beginnt beim Drehbuch und endet beim Schnitt und der Vertonung. Es gibt halt wirklich keinen perfekten Film für das Auge eines Regisseurs. In einem Jahr würde ich das aber wieder ganz anders anschauen, als grad jetzt.
ON: Verfilmst du jetzt den Stromausfall der SBB?
MS: lacht laut heraus Nein, sicher nicht. Ich glaube der Stromausfall war so ein Ereignis wo man sagt, "Hey, das kann ja mal passieren". Das ist sicherlich keine Tragödie und somit auch etwas ganz anderes als Grounding.
ON: Hast du während den Dreharbeiten mal eine Phase gehabt, wo du dachtest "Das war's" oder "Ich mag nicht mehr kämpfen"?
MS: Während des Schreibens des Drehbuchs gab's Phasen in denen ich fast verzweifelt bin, weil gewisse Dokumente gefehlt haben. Da war es halt recht schwierig, an solche Papiere heran zu kommen. Da musste man echt kämpfen, um die Infos zu kriegen. Zwischendurch mussten wir viel graben, bis wir uns ganz sicher waren, wie wir eine Szene filmen wollten.
ON: Habt ihr eigentlich alle Dokumente einsehen können oder gibt es noch welche, die auch ihr nicht gesehen habt?
MS: Ich bin überzeugt, dass es noch Papier gibt, die wir nicht gesehen haben. Aber die wichtigen Sachen, die konnten wir anschauen.
ON: Wer ist denn jetzt, in deinen Augen, schuld am Grounding?
MS: Wenn man den grossen Bogen anschaut, gibt es mehrere Schuldige. Das fängt schon 1992 an und dauert bis 2005. Es gab zu jeder Zeit Leute, welche die Swissair hätten retten können. Und es gab zu jeder Zeit Leute, die Schuld daran hatten, dass es der Swissair immer schlechter ging. Und das zeigen wir im Film ja auch.
ON: Noch ein paar Pop-Ups, dann entlassen wir dich wieder.
ON: Swissair
HM: Nationalheiligtum
ON: Eugen 2
HM: "Nääi, sicher nöd"
ON: Oscar
HM: Ja, sofort
ON: Coiffeure
HM: grinst, fährt sich durch die Haare und sagt Hab ich's nötig?
ON: Traumprojekt
HM: Verfilmung des Lebens von Wernher von Braun
ON: Balsberg
HM: Wir haben glaub ich ein schönes Filmstudio daraus gemacht
ON: OutNow.CH
HM: Immer noch eine sehr gute und geile Page.







