45. Rose d'Or Festival Luzern 2005
Rosen zum Geburtstag
Das mittlerweile 45jährige Festival für Unterhaltungsfernsehen ist zu Ende. Richard Gere, über dessen Teilnahme viel spekuliert worden ist, kam nicht nach Luzern. Aber wenn uns Persönlichkeiten wie Christopher Lee, Harry Belafonte und Bob Geldof mit ihrer Anwesenheit ehren, sollte uns das nicht weiter stören. Zumal sich Sir Lee grosszügerweise Zeit für ein Interview mit uns genommen hat.
Zu den glücklichen Gewinnern der Awards gehören unter anderem Thomas Gottschalk und Zoe Wannamaker (Harry Potter) sowie Lesley-Anne Down und Sir Bob Geldof. Die Shows "Verbotene Liebe", "Schillerstrasse", "Ladykracher" und andere, bei uns weniger bekannte Unterhaltungssendungen, wurden ebenfalls ausgezeichnet.
Tim Vine, der diesjährige Moderator der Zeremonie konnte nicht mit seinem Vorgänger, dem begabten Stimmenimitator John Culshaw (Rose d'Or 2004) mithalten. Doch muss man zu Vines Verteidigung sagen, dass es ihm das Publikum nicht einfach gemacht hat. Auch nachdem Vine nach seinen unzähligen witzigen Kommentaren bewusst Lücken machte, damit das Publikum Gelegenheit bekam, mit seinem raschen Mundwerk (auf Englisch) mitzuhalten, wurde eher wenig gelacht. Zumindest konnte der Moderator gut damit umgehen und ging mehrmals auf das verkrampfte Verhältnis mit seinem Publikum ein. Trotzdem war es vielleicht etwas gewagt vorher zu sagen: "Only a complete idiot could get this job wrong...".
Aber nicht nur der Moderator sorgte für Aufsehen auf der Bühne. Das Rose d'Or Festival hat mit UNICEF einen wichtigen Partner. Nicht nur am Bal de la Rose d'Or machen sich deshalb berühmte Persönlichkeiten für deren Arbeit stark, sondern auch bei der Award Ceremony. Dabei geriet das Verleihen von Preisen zeitweise gänzlich ins Abseits. So vernahm man lautstarke Worte wie z.B. "Let's kick the politicians in their asses" (Kurt Aeschbacher). Die Reden von Belafonte und Geldolf waren sehr eindrucksvoll. Unter anderem wurden die Medienschaffenden dazu aufgefordert, sich anlässlich des G8 Gipfels in naher Zukunft mit dem Thema Schuldenerlass und Afrika allgemein zu befassen, damit Worten endlich Taten folgend.
Das Rose d'Or Festival setzt mit der engen Zusammenarbeit mit UNICEF ein deutliches Zeichen und betont damit auch die gesellschaftliche Verantwortung, welche die Fernsehunterhaltung hat. Bleibt zu hoffen, dass die bedeutsamen Worte nicht ohne Wirkung bleiben.



