58e Festival de Cannes 2005

Die Interviews & Pressekonferenzen

Kung Fu Hustle - Stephen Chow (Drehbuch, Regie und Hauptrolle) - Hotel Martinez, Cannes, 14.05.05

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International Press (IP): Die Action im Film ist sehr schnell und surealistisch. Sie erinnert an Animations-Filme...

Stephen Chow (SC): Als ich ein Kind war habe ich viele animierte Filme geschaut.

IP: Wie ist es ein internationaler Star zu sein?

SC: Ich fühle mich gar nicht wie ein internationaler Star. Alles ist beim Alten geblieben. Aber natürlich wollen alle Filmemacher, dass ihre Filme auf den internationalen Markt kommen. Das wäre grossartig. Wir haben diesbezüglich alle dieselben Ambitionen.

IP: Was war anders an ihren letzten beiden Filmen, dass sie so ein Erfolg wurden?

SC: Dieser Film wurde von einem Studio produziert, welches ein grössers und besseres Vertriebsnetz hat. Ausserdem versuchte ich diesen Film für ein grösseres Publikum verständlich zu machen. Eine Möglichkeit dies zu tun, ist es, mehr visuelle Akzente zu setzen als verbale. Einfacher gesagt: Mehr Action und weniger Dialog (lacht).

IP: Waren Sie frustiert weil Shaolin Soccer für den amerikanischen Markt synchronisiert wurde?

SC: Nein, Ich habe kein Problem damit. Miramax hat die Rechte gekauft und ich glaube, dass sie darüber entscheiden können. Sie haben mir erklärt wieso es so besser ist und ich konnte das akzeptieren.

IP: Ist es schwierig Regie zu führen und gleichzeitig zu schauspielern?

SC: Es ist sehr schwierig. Aber es geht nur um das richtige Zeitmanagement. Das Problem ist, dass der Kopf nie Ruhe hat. Man denkt immer an dies und jenes. Dauernd gibt es Fragezeichen. Aber weil ich es so liebe ist es möglich. Jedes mal wenn ich ins Kino gehe und das Publikum lachen und applaudieren sehen, macht es die Arbeit wert.

IP: Haben Sie einen solch grossen Erfolg erwartet?

SC: Ja. Aber ehrlich gesagt, hofft jeder Filmemacher, dass sein Film ein Erfolg wird. Jeder.

IP: Wie sieht es mit ihrem nächsten Film aus? Ich habe gehört, dass es eine Sequel zu Kung Fu Hustle geben wird.

SC: Ja. Die Geschichte hat grosses Potential.

IP: Werden die gleichen Charakteren dabei sein?

SC: Ja, dieselben Charakteren und ich würde gerne ein paar neue hinzufügen.

IP: Werden sie auf Chinesisch oder Englisch drehen?

SC: In Englisch? Es ist eine chinesische Geschichte und die Charaktere werden Chinesisch (Kantonesisch) sprechen. Sie können es ja dann nachher synchronisieren (lacht).

IP: Woher hatten sie die Inspiration für diesen Film?

SC: Die Idee für Kung Fu Hustle stammt ursprünglich von einem alten Kung Fu Film aus den 60ern, einer schwarz-weiss Version. Es ist ein Kantonesischer Film aus den alten Tagen. Ich habe sehr viel Inspiration von Hong Konger Kung Fu Filmen. Ausserdem kommen viele grosse Komödianten von Hong Kong.

IP: Wenn man CGI macht, wie weiss man ob etwas möglich ist oder nicht?

SC: Man entscheidet nach Gefühl. Man fragt sich: "Haben wir die Grenzen des Möglichen erreicht oder können wir noch weiter gehen?" Es gibt keine Regel.

IP: Wollten Sie mit Woo-ping Yuen (Action Choreographie) arbeiten weill er einfach der Beste ist oder weil Sie gewisse Stunts wollten wie in The Matrix oder Crouching Tiger, Hidden Dragon?

SC: Ich wollte nicht einen Film machen wie The Matrix oder Wo hu cang long . So was kann man nicht wiederholen. Ich habe Yuen gewählt weil er einer der Besten ist.

IP: Wie haben Sie zusammen gearbeitet?

SC: Bei einigen Szenen wollen ich den Stil der alten Kung Fu Filme imitieren und auf moderne Zeiten und CGI anpassen. I habe mit Yuen darüber gesprochen was möglich ist und was nicht.

IP: Ist es gefährlich diese Art von Film zu machen?

SC: Oh ja, natürlich. Obwohl wir vorher viel Proben gibt es immer wieder Unfälle. Und wenn man 20-30 Meter hoch an einem Draht hängt wird es sehr gefährlich.

IP: Wie bereiten Sie sich auf einen Film vor?

SC: Ein Jahr vor dem Dreh beginne ich mit den Vorbereitungen. Ich gehe ins Fitness und so.

IP: Wird es schwieriger mit dem Alter?

SC: Oh ja, natürlich. I trainiere jeden Tag. Man braucht enorm viel Energie und Kraft für diesen Job. Vor allem wenn man spielt, Regie führt und zudem verantwortlich ist für das Skript usw. Aber wenn ich ins Fitness gehe ist das für mich eine Möglichkeit mich zu entspannen. Nach einem strengen Tag kann ich im Fitness alles vergessen.

IP: Wie kommt es das sie Komödien machen?

SC: Ich kann mich daran erinnern, dass ich in der Primarschule den Lehrer imitierte und die ganze Klasse zum Lachen brachte (lacht gleich selbst).

IP: Wir danken Ihnen vielmals.

SC: Vielen Dank.

Stephen Chow ist ein angenehmer Zeitgenosse. Glücklicherweise hat er uns auch bei kritischeren Fragen nicht zusammengehauen.

23.05.2005 / pf