Star Wars: Episode III - Revenge of the Sith (2005)
Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith
Interview mit Ian McDiarmid

Hoher Besuch in Zürich! Der Meister des Bösen. Der Herrscher der Galaxie und Meiser der dunklen Seite hatte sich angekündigt. Darth Sidious, aka. Ian Mc Diarmid aus Star Wars: Episode III - The Revenge of the Sith lud zum Gespräch. Lange wurde in der OutNow-Redaktion nach Freiwilligen gesucht, die sich dem grusligen Bösewicht gegenüberstellen. Schlussendlich haben sich zwei unerschrockene und tapfere Jedi-Ritter (in Ausbildung) der Mission angenommen und sind ins Hotel gepilgert. Was sie dort mit dem Sith-Lord erlebten, welche erstaunlichen Neuigkeiten dieser zu berichten wagte und ob die beiden heil und unversehrt wieder den Weg auf den Pfad der Gerechten gefunden haben, das zeigt folgendes Interview...
OutNow.CH (ON): Ihre Excellenz, wir unwürdige Journalisten grüssen sie.
Ian McDiarmid (ID): Hallo auch euch. Und steht bequem.
ON: Wie geht's den Sturmtruppen? Noch immer am Umorganisieren der Galaxis?
ID: Als ich das letzte Mal einen der Sturmtruppen gesehen habe, hatte er gerade ein Glas Wein und eine Zigarette in der Hand. [lacht] Die müssen auch mal ausruhen. Das muss ja höllisch unbequem sein in diesen Kostümen.
ON: Aber es gibt immer noch ein paar von ihnen?
ID: Ja, die sind überall auf der ganzen Welt, wie du sicher weisst. Sie sind meine Handlanger. Ich bin sicher, die haben eine Menge Spass, aber ich bedauere sie wirklich, dass sie diese schweren Kostüme tragen müssen. Das muss schmerzhaft sein.
ON: Wie fühlt es sich eigentlich für einen Schauspieler an, wenn man auf eine einzelne Rolle reduziert wird? Du hast so viele andere Sachen für Kino und Theater gemacht...
ID: Ich fühle mich nicht reduziert. Ich denke, es ist ein Teil des Jobs und im Theater verkörpere ich ja viele verschiedene Personen. Aber in diesem Film, den die Welt sehen wird, da werden sie mich in der besten Form sehen, die ich zeigen kann. Ich bin der dunkelste Bösewicht aller Zeiten. Worüber soll ich mich also beschweren?
ON: Wie ist denn das Leben so als oberster Bösewicht in einer Filmreihe und einer der meist gehassten Charaktere der Kinogeschichte?
ID: Gut, ist ja nur ein Job, weisst du...
ON: Bewerfen dich die Leute auf der Strasse nicht mit Tomaten oder schlimmerem?
ID: Interessanterweise nicht. Sie sind eher ein bisschen ängstlich und gehen auf Distanz. Einige kommen dann aber schon und bitten um ein Autogramm. Aber ernsthaft: In London, wo ich einen grossen Teil meines Lebens verbringe, passiert das nicht. Aber auch da kommen Leute und fragen "Sind Sie ihn, oder nicht?". Dann sag ich jeweils "Nein, bin ich nicht" und die antworten "Ups, sorry dass wir sie gestört haben". Bis sie meine Stimme erkannt haben, bin ich bin dann schon hinter der nächsten Ecke verschwunden... [lacht]
ON: In The Return of the Jedi spielst du den alten Imperator. Jetzt, 20 Jahre danach, die jüngere Version. Komische Sache, nicht?
ID: Och, diese Nummern. Episode 6, Episode 3, 126 Jahre alt... Aber ich glaube, dass ist wirklich einzigartig. Du startest dein Leben als Charakter mit 120 Jahren, wenn du selber mal Ende Dreissig bist. Dann gehst du zwanzig Jahre später zurück in der Zeit und musst den gleichen Charakter spielen, der jetzt so alt ist wie du. Sehr kompliziert, aber sehr interessant. Aber noch interessanter ist ja, dass der Charakter eigentlich zwei Figuren darstellt. Chancellor Palpatine und Darth Sidious. Jetzt kann ich's ja sagen und bin von jeglichen vertraglichen Konsequenzen entbunden. Aber der Charakter Palpatine ist nur die Show. Eine Maske. Mein Gesicht, mit dem sich ein schreckliches Monster schützt, das jetzt endlich enthüllt wird. Mit Erfolg, wie er die Sache wohl sehen würde. Kann es noch interessanter und aufregender für einen Schauspieler werden?
ON: Wie lange hat's jeweils gedauert, um aus dir den Darth Sidious zu machen?
ID: Nun, in den früheren Tagen, bei den älteren Filmen, brauchten wir jeweils um die vier Stunden. Das brachten wir runter auf zwei einhalb. Jetzt, mit all der Entwicklung im Make-up und all dem anderen, haben wir mit zwei einhalb Stunden angefangen und waren am Schluss noch bei ein einhalb Stunden. Aber in beiden Fällen waren die Make-up-Leute extrem nett und unterhaltend. Es war also nie eine schmerzhafte Erfahrung.
ON: Wenn du nicht den Imperator dargestellt hättest, welche Rolle hätte dich am ehesten gereizt?
ID: Tja, ich habe die beste Rolle, nicht? [imperales Lachen] Ich möchte echt keinen anderen spielen. Die Rolle, welche ebenfalls sehr interessant ist, ist natürlich diejenige von Hayden Christensen. Und zwar in den letzten zwei Filmen, in denen man ein bisschen Zeuge von Shakespearischer Tragödie wird. Der Fall eines Helden. Der Mann der eigentlich der beste Herrscher der Galaxie sein sollte, wird zum grössten Bösewicht. Das sagen die beiden Filme auch aus. Manchmal werden Leute, wenn sie nicht aufpassen, zu dem, was sie am meisten fürchten.
ON: Was macht Star Wars: Episode 3 besser als die anderen zwei?
ID: Nun, die Geschichte muss ja passen. Man will die Verbindung zum ersten Film machen und das ergibt automatisch eine interessantere Geschichte. Es ist auch der Dunkelste von allen. Das muss es ja auch. Leute werden getötet, die Jedi ausgelöscht. Da waren mehr Spannungshaken als in den früheren Filmen. Die mussten jeweils die Geschichte ein bisschen auf den Höhepunkt zuschneiden. Für mich ist es sowieso der interessanteste Teil, weil mein Charakter endlich aus dem Dunklen tritt und sich zu erkennen gibt. Es waren Chancen, sehr emotional zu spielen, weil die Szenen so extrem sind. Obi-Wan Kenobi wird Zeuge, wie eine Freundschaft zerstört wird. Padmé sieht ihren Ehemann vor ihren Augen zum Monster werden und er selber geht durch schreckliche emotionale Turbulenzen und ergibt sich schliesslich der Person, die enthüllt wird.
ON: Was war eigentlich für eine Stimmung am Set? Alle wussten ja, dass das der letzte Star Wars Film sein sollte...
ID: Wir wurden richtig nostalgisch. Aber die Stimmung war sehr gut, weil wir, wie du richtig gesagt hast, uns schon alle kannten. Wenn wir einen Film wie diesen machen, und die Leute heben die Augenbrauen wenn ich das sage, dann ist das wie wenn man einen kleinen unabhängigen Film dreht. George Lucas hat immer diese kleinen, unabhängigen Filme gedreht. Mit Ambitionen und dem Reinpacken von allem Neuen und Aufregendem. Dann wurden die Filme international erfolgreich und jeder war erstaunt und froh darüber. Wieso auch nicht? Aber es war ein spezieller Moment am Set als Darth Vader zurückkehrte. Wir wussten, dass Hayden Christensen in der Maschine steckte. aber der Dreh stoppte einfach und jedermann stand nur da und liess den Moment passieren. Wie wenn George Lucas sich setzte... [lacht] Ich dachte schon, wir könnten die Szene nie mehr drehen, aber wir haben's ja dann doch noch geschafft.
ON: Warst du glücklich mit dem Auftritt des Imperators in The Empire strikes back)? Das warst ja nicht du...
ID: Nun, jetzt bin ichs. Wenn du die DVD hast, dann siehst du, dass George Lucas diese andere Person rausgenommen hat. Auch die Stimme. Und wir haben das ganze neu gedreht als wir in Australien für den aktuellen Teil drehten. Jeder der sich jetzt den Film ansieht, sieht mich im Hologramm. Wir haben auch den Dialog angepasst. Es war sehr genugtuend für mich und ich habe den anderen Schauspieler gar nie gesehen. Also konnte ich ihm auch nicht böse sein. Aber es war schon ein komisches Gefühl, jemand anderes in deiner Rolle zu sehen. Also Kenny Baker and Anthony Daniels haben immer noch den Rekord, dass sie in allen Filmen aufgetreten sind. Aber ich bin knapp dahinter...
ON: Du hast sehr aktiv und erfolgreich ein Theater in Islington, Schottland, geleitet. Was ist denn der grosse Unterschied vom Theater zu einer so grossen Filmproduktion?
ID: In Sachen Stimmung und Atmosphäre sind sich die beiden Dinge recht ähnlich. Und das Umherziehen mit George Lucas und Hayden Christensen oder all den anderen Leuten erinnert mich daran wie es am Theater war. Eine Gruppe von Leuten, begeistert von ihrer Arbeit und hoffend, dass die Leute das mögen, was sie sehen. Ich würde sagen, es ist wie in einer Gruppe Kinder. Oder in einer Gang. Als wir letzthin in London waren, am Leicester Square an der Premiere, da war zur gleichen Zeit im Kino "The Empire" nebenan ein Kinomarathon im Gang, wo die Fans alle Filme hintereinander sehen konnten. Von acht Uhr morgens an oder so. Diese ausgehungerten Seelen... Und deren Bonus war, dass sie den Film gleichzeitig sehen konnten, wie die eingeladenen Berühmtheiten. Die waren aufgeregt, kauften sich die Tickets lange vorher, besorgten sie sich auf EBay und so. Was sie nicht wussten war, dass wir kurz vor dem Film auftauchen und "Hallo" sagen sollten. Nun gibt es in Schottland einen Fussballverein, der Hampton heisst. Die haben einen "Hampton Schrei". Das ist vielleicht das beeindruckendste Geräusch, das aus einer menschlichen Menge kommen kann. Die Reaktion in London war etwa die gleiche, als wir ins Kino kamen. Die Leute konnten es kaum glauben. Wir sagten ein paar Worte, winkten und hofften, sie würden den Film geniessen. Dann sollten wir eigentlich wieder zur offiziellen Premiere zurückgehen und unsere Plätze einnehmen. Aber wir blieben ein bisschen und es war fantastisch. Die Leute klatschen für die Guten, schimpften über mich, lachten und zeigten alle Gefühle die sie hatten. Und George Lucas meinte dazu: "So sollte es sein". Als ich gestern Abend in den Bahnhof in Zürich [zur Schweizer Premiere im Kino im HB] kam, war dieselbe Stimmung und Atmosphäre. Aber wir sind ja nur ein Haufen glücklicher Kinder, die tun, was sie am besten können.
ON: Am Schluss unserer Interviews haben wir immer ein paar Pop-Up Fragen. Also los!
ON: Frauen mit Glatze wie aktuell Natalie Portman
ID: Schön
ON: Internet
ID: Ich brauche es, aber es wird mein Leben nicht ruinieren.
ON: Lieblings Schriftsteller
ID: William Shakespeare
ON: Sleepy Hollow
ID: Tim Burton
ON: The Professionals [TV-Serie, die als Die Profis auch bei uns bekannt ist]
ID: [lacht] Martin Shaw
ON: Beste Star Wars-Episode
ID: The Revenge of the Sith, komischerweise. Aber da bin ich die letzte Person die objektiv ist, obwohl ich das wirklich so empfinde. Es ist an der Spitze mit The Empire strikes back
ON: Samuel L. Jackson
ID: Genialer Schwertkämpfer. Supertyp.
ON: OutNow.CH
ID: Eine gute Zeit
ON: Herzlichen Danke, Herr Imperator, Sir, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten.
ID: Gern geschehen. Hat Spass gemacht. Danke.






