Mein Name ist Eugen (2005)
Die Buben
Drei Monate Schauspieltraining und 57 intensive Drehtage schweissen zusammen. Richtig gute Kumpels sind sie geworden, die vier jugendlichen Hauptdarsteller aus dem Schweizer Kinohit Mein Name ist Eugen. "Ein einig Volk von Lausbuben", wie sie sich im Film nennen würden. Für die Pressebetreuerin manchmal wohl eher ein Sack voll Flöhe. Sie kennt die Berner Manuel Häberli und Dominic Hänni, den Zürcher mit marokkanischem Nachnamen Janic Halioua und Alex Niederhäuser aus dem Entlebuch schon seit dem Casting, für das sie auch verantwortlich war. Heute hat sie ihre "Jungs" aber bestens im Griff. Im Kino Abaton in Zürich wird der Film erstmals den Journalistinnen und Journalisten gezeigt. Eine Pressekonferenz ist angekündigt und zu Hause wurde extra nochmals Autogramme schreiben geübt, wie eine der Mütter stolz wissen lässt. Auch die Eltern sind dabei, wenn die vier ihren Film zum ersten Mal in voller Länge sehen dürfen. "Geil" sei er geworden meint Jani alias "Wrigley" danach und Alex, der "Edouard" aus dem Film, ist erstaunt wie gut die einzelnen Szenen zusammenpassen.

Manuel Häberli
Eugen

Janic Halioua
Wrigley

Dominic Hänni
Bäschteli

Alex Niederhäuser
Eduard
Auf dem Podium sind sie noch leicht nervös. Meistern alle Fragen aber mit bravourösem Witz. Dass er nicht den Edouard spielen konnte, wäre klar gewesen, meint der schmächtige "Bäschteli"-Darsteller Dominic. Immer das "Weichei" zu sein, fand er aber auch ein bisschen "blöd". Und auf die Frage ob sie im richtigen Leben auch kleine Lausbuben seien, fragte Alex nur rethorisch zurück: "Wele Giel isch ke Luusbueb?"
Dass die vier Schlingel auch hinter der Kamera nicht die brävsten waren und - ganz wichtig für die weibliche Fans - ob sie schon in festen Händen sind, fand OutNow.CH dann im Einzelinterview raus.
OutNow.CH (ON): Macht euch die Pressearbeit Spass?
Manuel Häberli (MH): Nähä.
Alex Niederhäuser (AN): Doch! (Alle lachen).
Janic Halioua (JH): Ich finde es noch lustig.
Dominic Hänni (DH): Ich auch.
ON: Habt ihr das Buch schon gekannt, bevor ihr zum ersten Mal vom Film gehört habt? Lest ihr überhaupt noch Bücher?
JH: Ich habe das Buch gekannt, aber noch nicht gelesen. Als ich mich beim Casting meldete, habe ich es dann gelesen.
DH: Ich habe es bekommen, kurz bevor ich mich angemeldet habe, aber dann doch noch nicht gelesen.
MH: Mir hat es die Mutter vorgelesen, als ich noch kleiner war.
AN: Ich habe es nicht gekannt und gelesen schon gar nicht.
ON: Ihr seid aus 1200 Kindern, die sich beim Casting gemeldet haben, ausgewählt worden. Wie fühlt man sich als einer der vier Auserwählten?
MH: Keine Ahnung. Man merkt nicht so viel davon, ausser dass man eben sehr viele Fragen der Presse beantworten muss. Auf der Strasse wurde ich erst zweimal angesprochen, aber nur weil ich ein T-Shirt vom Film getragen habe.
ON: Aber das wird sicher noch kommen, wenn der Film dann in den Kinos läuft.
MH: Könnte gut sein. Ich weiss es aber nicht, weil ich noch nie einen Film gedreht habe.
ON: Habt ihr ein bisschen Angst vor dem Berühmtsein, dass ihr nicht mehr unerkannt durch die Stadt laufen könnt?
(Alle verneinen)
ON: Bei der Miss Schweiz Wahl gibt nie eine zu, dass sie sich selber angemeldet hat. Wie ist das bei euch? Habt ihr besonders ehrgeizige Mamis, oder wolltet ihr euch fürs Casting melden?
DH: Ich habe den Aufruf im Fernsehen gesehen. Und die ganze Familie hat gesagt, das wäre eine tolle Sache.
MH: Ich hatte noch nie daran gedacht, Schauspieler zu werden. Meine Gotte hat davon gehört und es meiner Familie mitgeteilt. Dann hat mich meine Schwester angemeldet.
AN: Meine Mutter hat mir gesagt, dass es in der Zeitung stand. Ich habe das Inserat durchgelesen, das Formular ausgedruckt und mich selber angemeldet.
JH: Bei mir war es auch die Mutter und ich habe mich selber angemeldet.
ON: Wie haben sich die Kostüme aus den 60er Jahren angefühlt. Die schweren Wanderschuhe. Haben die Hosen gejuckt?
JH: Erstaunlicherweise haben sie nicht gejuckt. Nicht einmal die Socken.
DH: Es war einfach warm wie verrückt darin.
JH: Einmal hat ein Nagel durch die Sohle hindurchgedrückt.
ON: Habt ihr eine Lieblingsszene im Film?
JH: Die Postgasse in Bern, als wir vom Dach runterfallen. (Die anderen stimmen alle zu).
ON: Aber dort seid ihr doch von Stunt-Kindern gedoubelt worden. Durftet ihr trotzdem etwas machen in der Szene?
DH: Ja. Aufs Tuch springen durften wir selber. Einfach nicht von ganz oben.
ON: Waren die Stunt-Kinder denn gleich alt wie ihr?
AN: Älter und jünger.
ON: Aber bei denen wäre es doch genau so schlimm gewesen, wenn denen etwas passiert wäre?
AN: Aber wir mussten den Film noch fertig drehen. Das wäre teurer geworden. (Alle lachen).
ON: Habt ihr während den Dreharbeiten der Crew auch Streiche gespielt?
JH: Ein paar Mal schon.
AN: Es war ein bisschen mehr als nur die Crew. Auch die Anwohner gewisser Gegenden mussten daran glauben. Aber das ist Betriebsgeheimnis.
DH: Das mit dem WC-Papier darf ich nicht erzählen.
MH: Doch.
DH: Okay. Einmal haben wir nasses WC-Papier aus dem Fenster geschossen. Auf die Passanten. Da ist die Kioskfrau zu uns rauf gekommen.
ON: Etwas was eure weiblichen Fans sicher interessiert ist, ob ihr schon eine Freundin habt.
JH: Alle dieselbe. (Sie kichern)
JH: Nein. Nein. Also ich habe keine.
(Auch die anderen drei verneinen)
ON: Das trifft sich ja gut für eure Fans. Besten Dank.




