Die Höhle des gelben Hundes (2005)

Die Höhle des gelben Hundes - Gespräch mit der Regisseurin Byambasuren Davaa

Byambasuren Davaa

Byambasuren Davaa

Mit dem Mix aus Doku und Mythos Die Geschichte vom weinenden Kamel hat Filmstudentin Byambasuren Davaa den internationalen Durchbruch, inklusive Oskarnomination, über Nacht geschafft. Die in der Mongolei aufgewachsene Regisseurin ist aber auf dem Boden geblieben. So wirkte sie natürlich und sympathisch, als sie OutNow.CH zum Interview in Zürich traf. "Der Erfolg hat mein Leben nicht wirklich verändert", so Davaa. "Neu sind lediglich die Pressetermine, die Einladungen, in internationalen Jurys mitzuwirken, und eine im Allgemeinen voll geschriebene Agenda."

Zwischen 1994 und 1998 studierte sie an einer mongolischen Filmschule, doch sie war damit nicht zufrieden. "Ich war eine der ersten Filmstudentinnen an der neuen Filmschule. Doch die Schule war sehr arm und es gab keine Möglichkeiten seine Ideen in die filmische Praxis umzusetzen. Alles was wir lernten war Theorie. So habe ich nach einer besseren Möglichkeit gesucht und diese schliesslich in Deutschland gefunden", erzählt sie OutNow.CH.

Ihr neuer Film Die Höhle des gelben Hundes ist um einiges fiktionaler als ihr Debüt. Dennoch gab es kein Drehbuch. "Klar, die Idee und ein Treatment waren vorhanden, doch ein eigentliches Drehbuch gab es nicht. Wir liessen uns einfach gehen und passten uns dem Leben der Nomaden an".

Dawaa bei der Arbeit

Dawaa bei der Arbeit

So wird der Zuschauer also nicht nur eine spannende Geschichte zu sehen bekommen, sondern auch einen Einblick in das Leben einer mongolischen Nomadenfamilie. "20 Prozent der Bevölkerung sind Nomaden. Es gibt aber auch Menschen, die nur periodisch umherziehen, bevor sie wieder sesshaft werden", erklärt die Filmemacherin. In Kontakt mit der Legende des gelben Hundes kam sie bereits als kleines Mädchen. "Ich war etwa in Nanzas Alter, die Hauptfigur der Geschichte, als mir meine Grossmutter diese Geschichte erzählte. Die Geschichte ist in der Region sehr bekannt und taucht auch in abweichenden Versionen in der gesamten Umgebung auf".

Der Film wurde wie auch Die Geschichte vom weinenden Kamel mit einem kleinen Team gedreht. "Das Team sollte Teil der Familie werden, die im Film spielt. Deshalb war es praktischer, mit wenigen Leuten zu arbeiten".

Ein nächstes Projekt ist noch nicht konkret in Sicht. "Es wird aber eventuell wieder in eine ähnliche Richtung gehen, da dies Teil meiner Person, meines Erbes ist" deutet die Dame in erstaunlich gutem Deutsch an. OutNow.CH war froh, diese intelligente und interessante Frau kennen gelernt haben zu dürfen und ist nun umso mehr auf ihr neues Werk gespannt, welches natürlich dann ausführlich besprochen wird.

21.07.2005 / ma