The Ring Thing (2004)

Das Interview mit Dominik Kaiser

Gleich zwei Produzenten brauchte es, um Ring Thing rechtzeitig ins Kino zu bringen. Mit beiden wäre auch eine richtig tolle, supertechnische Konferenzschaltung geplant gewesen. Doch Kristian Widmer von der Condor Communications sprang im letzten Moment ab. Deshalb sprach OutNow.CH ganz alleine mit Dominik Kaiser. Der erfolgreiche Musikproduzent war Mitglied des Vorstands der Street Parade und als ehemaliger Geschäftsfüher von VIVAplus in Köln mit dabei, als VIVA 2 zu Grabe getragen wurde. The Ring Thing ist das erste Filmprojekt der Produktionsfirma Elevator Group.

OutNow.CH (ON): The Ring Thing wird gern auch die Schweizer Antwort auf The Lord of the Rings genannt. Warst du der geldgieriger Produzent, der erstmals danach gefragt hat?

Dominik Kaiser (DK): Nein. Die Idee hatte Christoph Silber.

ON: Und wann war das ungefähr?

DK: Das war in der ersten Woche vom Januar diesen Jahres.

ON: Bist du nun zufrieden mit dem Film?

DK: Der Film ist gut geworden.

ON: Weiss man schon, ob der Film auch finanziell ein Erfolg sein wird?

DK: Das wird noch ein Weilchen dauern, bis wir das wissen. Da kommt dann noch die DVD-Auswertung und so weiter.

ON: War es sehr schwierig "Schweiz Tourismus" vom Film zu überzeugen und als Sponsor zu gewinnen?

DK: Das wäre nun ein Frage für Kristian Widmer, den zweiten Produzenten, er hat "Schweiz Tourismus" aufgetrieben. Ich kam da erst ganz zum Schluss dazu. Ich kann deshalb nicht sagen, ob es eine grosse Überzeugungsarbeit brauchte oder nicht.

ON: Wurmt es dich manchmal, dass Schweiz Tourismus nicht den gleichen publicityträchtigen Wutanfall hatte wie das VBS bei Achtung, Fertig, Charlie?

DK: Nein. Bei "Charlie" kam der Wutausbruch schon vor dem Kinostart und das hat sich dann über Wochen hingezogen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Das ist natürlich einmalig. Vor allem ist das VBS auch eine wesentlich spannendere Quelle von Wutausbrüchen.

ON: Das Budget der Produktion war sehr niedrig. Komfortable Löhne für die Leute am Set liegen da nicht drin. Hat die Crew das Riesenfondue essen müssen, um satt zu werden?

DK: Wir haben viel Fondue gegessen. Es gab ein paar Leute die kostenlos gearbeitet haben, wie zum Beispiel ich. Dann gab es ein paar Leute, die wenig Geld bekamen und das war es dann auch. Wir alle wollten den Film unbedingt machen. Gekostet hat der Film aber trotzdem immer noch eine Menge Geld.

ON: Kannst du ein Prognose wagen über die Erfolgschancen von The Ring Thing in Deutschland?

DK: Kann ich nicht. Da müsstest du den deutschen Verleiher fragen. Der Film startet im April. Das ist so ziemlich das einzige, was im Moment bekannt ist. Wir sind glücklich, dass wir kurz vor der Premiere schon einen deutschen Verleiher hatte. Das haben wir als erste geschafft.

ON: Aber ich gehe richtig in der Annahme, dass der Film nicht auf Festivals gezeigt werden wird?

DK: (Er lacht) Das müsste schon ein spezielles Festival sein. Wir müssten den Film zuerst englisch untertiteln, bevor wir ihn an Festival schicken könnten. Vielleicht gibt es ja ein, zwei Festivals, wo man so etwas hinschicken könnte. Aber sicher nicht die Festivals, wo es um Kunstfilme geht. Das passt ja überhaupt nicht.

ON: Sind weitere Spoofs geplant. Oder hat man die einmalige Gunst der Stunde genützt?

DK: Wir haben die Gunst der Stunde genutzt. Das stimmt. Wenn The Ring Thing ankommt, machen wird sicher noch mal einen. Wenn nicht, machen wir andere Filme.

ON: Wie lange gibt es deine Firma Elevator Group schon?

DK: Die Firma gibt es seit 2001. Weil aber ein anderes, sehr grosses Projekt dazwischen kam, war sie inaktiv bis Anfang Jahr. Sie wurde damals gegründet, um Filme zu machen. Ein anderes grosse Projekt kam jedoch dazwischen. Deshalb ist sie erst seit Anfang Jahr bzw. Ende 2003 aktiv.

ON: Wie steht es um das Projekt Elevator TV?

DK: Elevator TV hat nichts mit der Elevator Group zu tun und ist eine separate Firma. Das Projekt ist nach wie vor aktiv und ich bin da auch involviert.

Der Kaiser hat den Durchblick

Der Kaiser hat den Durchblick

ON: Verfolgst Du die Übernahme der MediaVivamedia AG durch VIACOM und die dadurch unsichere Zukunft von VIVA in der Schweiz mit Interesse?

DK: Ich kenne VIVA sehr gut und auch MTV ein bisschen. Beide habe ich schon beraten und eine zeitlang habe ich einen VIVA Sender in Köln geleitet. Ich habe vor allem Kontakt zu meinen alten Kollegen in Köln und diese sind etwas verunsichert da sie noch nicht wissen, wie es weitergeht. Die Crew von VIVA Schweiz kenne ich weniger.

ON: Wäre denn Elevator TV ein Programm, das VIVA in der Schweiz konkurrenzieren würde?

DK: Nein, wir werden ein anderes Programm machen. Wenn wir die Lizenz haben und alles andere klar ist, geben wir bekannt, was wir genau vorhaben und dann werden wir auch das Programm im Detail vorstellen. Ich halte einfach nichts von weit im voraus gemachten Ankündigungen, die man dann sowieso noch fünfmal ändern muss, bis es soweit ist. Das war auch bei The Ring Thing so. Da haben wir in der Woche des Drehbeginns bekannt gegeben, dass wir den Film jetzt drehen und nicht vorher schon jahrelang darüber geredet. Irgendwann im März/April nächsten Jahres werden wir den nächsten Film ankünden.

ON: Abschliessen möchte ich mit ein paar Schlüsselbegriffen, zu denen du mir einfach sagen könntest, was dir dazu spontan in den Sinn kommt. Das erste wäre

ON: Schweizer Filmszene.

DK: Ich sage mal, hoffentlich im Aufbruch.

ON: BAKOM

DK: Bundesamt für Kommunikation (Er lacht). Ich kann nicht viel mehr dazu sagen.

ON: Internet

DK: Sehr spannend.

ON: Street Parade

DK: Nach wie vor die grösste Veranstaltung dieser Art in der Schweiz oder sogar in Europa. Ich finde die Street Parade nach wie vor ein Superanlass.

ON: Edward Piccin

DK: Ein sehr guter Schauspieler.

ON: Dominik Kaiser, besten Dank für das Interview.

22.12.2004 / rm