The Ring Thing (2004)
Das Interview mit Mark Schippert

Auf dem Regie-Stuhl bei The Ring Thing sass der ehemalige Pöstler Mark Schippert. Während den Gründerjahren bei TeleZüri als Cutter angestellt wurde das Schweizer Farbfernsehen durch seinen durchgeknallten "Party Judge" auf ihn aufmerksam. Innerhalb der Jugendsendung "Oops!" durfte er dann den kultig verehrten "Scharmör" in über 180 Folgen in abstruse Abenteuer schicken. Ganze fünf Jahre - bis zum bitteren Ende der hausgemachten SF-DRS-Jungendschiene - hatte er so genug Arbeit. Als danach das Angebot zum LOTR-Spoof kam sagte Schippert nicht "Nein" und deshalb muss er sich nun unsere Fragen gefallen lassen...
OutNow.CH (ON): Waren dir als Regisseur von The Ring Thing die Bezüge des Films zur Schweiz und den Landschaften in der Schweiz wichtig?
Mark Schippert (MS): Speziell bei diesem Film natürlich schon. Gerade weil der ganze Film draussen in der Natur handelt, war mir das bei The Ring Thing schon extrem wichtig.
ON: Im Guestbook auf der offiziellen Webseite des Films schreiben viele junge Leute vom Stolz, der sie erfüllt, dass die Schweizer als erste einen Spoof zu The Lord of the Rings herstellten. Siehst du das auch als eine Art Skirennen?
MS: Nein. Überhaupt nicht. Als mir die Idee im Januar zugetragen wurde, dachte ich in keinem Moment daran, dass wir die ersten sind. Ich fand es einfach eine coole Idee und wollte es unbedingt machen.
ON: Siehst du es gerne, wenn dein Film den Nationalstolz, der nur auf Landschaften und dem Dialekt basiert, fördert?
MS: Das sehe ich nicht so. Ein grosser Teil der Leute reagiert auch auf die Witzigkeit.
ON: Bist du selber zufrieden mit dem Endprodukt, wie es jetzt auf der Leinwand zu sehen ist?
MS: Ich bin mit der Leistung, mit dem, was wir in der kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben, zufrieden.
ON: Die Zeit war äusserst knapp für The Ring Thing. Würdest du nochmals bei einem so stressigen Projekt mitarbeiten wollen?
MS: Das würde ich schon. Ich würde einfach einiges anders machen. Der Stress ist nicht das grösste Übel. Schlimm ist, dass man nicht ganz genau das machen kann, was man will, weil es die Zeit nicht zulässt. Wenn man so etwas nochmals so machen würde, müsste man beim Timing auf bestimmte Sachen besser achten, damit man bei den wichtigen Dingen mehr Zeit hätte, diese auszuarbeiten.
ON: Die OutNow.CH User, die den Film schon gesehen haben, fragen sich in unserem Forum, ob tatsächlich ein Drehbuch verwendet wurde. Du als Regisseur könnest uns da sicher kompetent Auskunft geben.
MS: Das habe ich auch gelesen. Aber es ist tatsächlich eines verwendet worden. Ich habe jeden Tag einen Wisch ("Fötzel") in der Hand gehabt, der wahrscheinlich das Drehbuch war.
ON: Seit dem Absetzen der Jugendsendung "Oops!", zu der du die Scharmör-Folgen beigesteuert hast, ist schon mehr als ein Jahr vergangen. Was macht Mark Schippert, wenn er nicht Lord of the Rings Parodien dreht?
MS: Nichts zu tun habe ich eigentlich erst jetzt. Nachdem "Oops!" abgesetzt wurde, jobbte ich ein bisschen. Ich habe hier und dort einen Videoclip oder einen Werbespot gedreht. Danach fing die Arbeit zu The Ring Thing an. Daran arbeite ich seit Januar. Im Moment habe ich gerade Ferien und gucke danach weiter.
ON: Es sind also noch keine neuen Projekte in Planung?
MS: Doch, da gibt es einiges. Aber davon ist noch nichts spruchreif. Unter anderem auch, weil mir bis jetzt die Zeit fehlte, mich genauer damit auseinander zu setzen.
ON: Wann wird es DVDs mit "Scharmör"-Folgen geben?
MS: Die gibt es schon. Sogar mehrere. Beim Scharmör besteht das Problem darin, dass alle Rechte dem Schweizer Fernsehen gehören. Die Leute vom Sender erweisen sich teilweise als schwierig, wenn man solche Projekte machen will. Wir durften auch keine Homepage machen für den Scharmör.
ON: Das stimmt. Im Netz ist sehr wenig darüber zu finden.
MS: Dem ist leider so. Aber es gibt zum Beispiel am 29. Januar einen Scharmör-Abend, den ich sehr empfehlen kann. Im Rahmen des "Volts and Visions"-Festivals werden im EWZ in Zürich fünfzehn Sendungen gezeigt. Moderiert von Susanne Kunz und kleinen Theaterstücken dazwischen. Das ist etwas, wo man den Scharmör mal wieder sehen kann. Ansonsten sind die DVDs halt nur intern produziert worden. Die durften nicht verkauft werden und wurden an Leute verschenkt, die mitgearbeitet haben. Die Stückzahl war auf etwa 100 Exemplare beschränkt.
ON: Kann man schon verraten, welches Zusatzmaterial die DVD zu The Ring Thing bringen wird? Gibt es einen Audiokommentar?
MS: Es ist noch nicht ganz genau abgemacht, was da drauf kommen wird, aber es wird in jedem Fall Zusatzmaterial geben. Outtakes werden sicher drauf sein. Dann vielleicht noch ein paar gelöschte Szenen. Was ansonsten noch drauf kommt, müsste man am besten die Produzenten fragen. Dies wären zumindest die Sachen, die ich gerne drauf hätte. Wir werden sehen, welche Ideen wir noch haben werden.
ON: Dann habe ich zum Schluss noch vier Stichworte, wobei ich gerne wissen möchte, was Dir dabei durch den Kopf geht.
MS: Ok.
ON: Humor
MS: Lustig
ON: Sputnik-TV
MS: Historisch
ON: Filmfestivals
MS: Wichtig.
ON: Gwendolyn Rich
MS: Auch lustig
ON: Das wärs auch schon gewesen. Besten Dank und weiterhin viel Erfolg mit dem Film.


