Neuchâtel International Fantastic Film Festival 2004
NIFFF 2004: Die Programm-Highlights
Filmfestivals sind eine tolle Sache. Filmbegeisterte noch und nöcher tummeln sich für eine längere Zeitspanne an ein und demselben Ort und gucken sich begeistert einen Film nach dem anderen an. Aber wir alle wissen, nicht jeder Film ist gleich gut. Die Begeisterung ist nicht immer gleich gross. Es gibt Filme, die den Weg von den Festivals in die regulären Kinos niemals schaffen werden. Skurrile Filmkunst aus fernen Ländern, Retrospektiven von Reihen, die damals schon niemand sehen wollte, Perlen aus den Archiven, sperrige Schweizer Filme ohne Fördergelder, bewegungsarme Animationsfilme, billige Actionkracher etc. OutNow.CH will diese Filme nicht einfach unter den Teppich kehren sondern sie in einer unregelmässig erscheinenden Rubrik würdigen. "Ferner liefen..." nennt sich diese und der Titel wird jeweils ergänzt durch den Ort an denen sich diese nicht ganz so tollen Filme den OutNow.CH Redakteurinnen und Redakteure erstmals offenbarten.
Princess Hibiskus
Der erste Animationsfilm aus Hong Kong in Farbe stammt aus dem Jahre 1957. Ein 100-minütiges Puppenmusical über einen Studenten, der sich in eine Blume verliebt. Zwei Worte genügen um den Film zu beschreiben: Katzengesang und Gonggeplenkel. *Dong*
Visitor
Nigeria ist ein Phänomen. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas werden derzeit mehr Filme produziert als in Indien oder in den USA. Warum nur hat niemand ausserhalb von Westafrika je einen der jährlich 1200 Titel gesehen, die als VHS-Kassette bis zu 200.000 mal verkauft werden und in den zahlreichen Videoclubs schnell ein Millionenpublikum erreichen? Das Beispiel Visitor zeigt, dass sie für den westlichen Geschmack einfach zu strub sind. Eine Geistergeschichte, deren einzig furchterregendes Element, das Musikthema ist, das einem auch Stunden nach dem Film noch verfolgt. Ansonsten farbige Männer in noch farbigeren Klamotten, die am Tisch sitzen und lachen, bis einer nach dem anderen umgebracht wird.
The Killing of Satan
In diesem Film aus dem Jahre 1983 kämpft ein philippinischer Chuck Norris gegen einen roten Teufel im Spandexanzug mit angeklebten Hörnchen. Zu allem übel mit amerikanischen Stimmen à la Home Shopping Kanal synchronisiert.
Hard Luck Hero
In den Hauptrollen die Boys von V6 a.k.a. die japanischen Take That. Wenn die Otakus dann mal aufgehört haben zu kreischen wird es klar. Es ist nichts weiter als eine 79-minütige Autoverfolgung mit ein bisschen Thaibox-Klamauk gegen Ende. Spice World made in Japan.
Darkness Bride
Hong Kong Filme, die auf dem Bauernhof spielen? Auch das gibt es. Nicht nur die Zuschauer möchten da Landlflucht betreiben. Die Protagonisten machen gleich mit. Ohne grosse Einfluss auf die Spannung des Films zu nehmen.

