Mädchen, Mädchen 2 (2004)
Interview mit Diana Amft, Karoline Herfurt, Jasmin Gerat
"Girls only" hiess es auf den Einladungen. Na dann nichts wie rein ;)... Natürlich kann ein solches "Verbot" die OutNow'schen Jungs niemals von der Erfüllung ihrer Pflicht abhalten. Okay, als Alibi haben wir noch ein weibliches Redaktionsmitglied mitgenommen. Und was wir sahen, würde jedem frühreifen Teenager das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Ja, es waren Mädchen da. Viele Mädchen. Nur Mädchen. Solche, die einfach da standen und an ihrer Zigarette zogen. Andere konnten sich Schminktipps holen (uns haben sie da aber nicht auf den Stuhl gelassen) und wiederum andere jagten der Girlie-Group "Tears" hinterher, um doch noch ein Autogramm zu ergattern. Ja, es war Frauenabend im Kino Abaton in Zürich. Mädchen Mädchen 2 war als Vorpremiere zu sehen. Mit einigen Überraschungen, wie uns versichert wurde...
Die Überraschung bestand (neben dem überraschend lustigen Film) darin, dass die Hauptdarstellerinnen auf die Bühne kamen, verfolgt von den oben angesprochenen Sängerinnen und jede(r) bekam beim Verlassen des Kinos noch ein Schminkmüsterli, was natürlich jetzt gebraucht werden soll.
Bevor die jungen deutschen Schauspielerinnen allerdings die Zürcher Kinobühne stürmten, mussten sie sich den stahlharten, alles aufdeckenden und frechen Fragen des OutNow-Teams stellen. Was dabei herauskam, wer mit wem was hat (oder auch nicht) und wie's um einen dritten Teil der Filmreihe steht, erfahrt ihr im nachfolgenden Interview.

Jasmin Gerat

Diana Amft

Karoline Herfurth
ON: Wieviel Mal habt ihr den Film denn schon gesehen?
Jasmin Gerat (JG): Zweimal
Karoline Herfurth (KH): Ich auch erst zweimal
Diana Amfurt (DA): Ich hab ihn schon dreimal gesehen. Das letzte Mal mit meinen Eltern.
ON: Habt ihr den mit Publikum, also öffentlich, gesehen? Oder waren das Vorführungen nur für euch?
DA: Einmal, das war super toll, konnten wir den Film in Köln in einem riesigen Cinedome sehen. Nur wir vier.
KH: Das war extrem dekadent, aber toll...Wir sassen zu viert in einem riesigen Kino, damit wir auch mitbekommen, worüber wir reden sollen bei den Presseterminen. Und das war ein ganz anderes Gefühl, wie wenn Du mit Publikum da drin sitzt. Deswegen hat die eigentliche Premiere natürlich auch mehr gekickt.
ON: Was habt ihr eigentlich so vom Film erwartet? Und hat er dieser Erwartungen erfüllt?
KH: Was für mich wichtig war, dass er sich vom ersten Teil unterscheidet. Also es ist ja zwar eine Fortsetzung, soll aber eigentlich ein eigenständiger Film sein. Einer, der zwar Elemente aus dem ersten Film übernimmt, aber auch zeigt, dass die Figuren älter geworden sind. Und ich finde, dass er beides sehr sehr schön erreicht hat.
DA: Ja, man kennt ja das Buch, man hat schon zusammengearbeitet und ich habe erwartet, dass es einfach ein ganz lustiger Film wird. Und diese Erwartungen hat er für mich erfüllt.
ON: Wenn man für eine Fortsetzung unterschreibt, wenn man da mitmacht, besteht da nicht die Gefahr einer Wiederholung? Einer Neuerzählung des ersten Teils? Habt ihr da irgendwie Einfluss drauf oder stört es euch nicht, solange die Bezahlung gut ist?
KH: Genau darum war ja die Erwartung da, dass sich der Film vom ersten Teil unterscheidet. Wichtig war halt, ein paar Stufen weiter zu gehen und nicht einfach ein dahergelaufenes Buch zu verfilmen. Das ist zwar eine grosse Gefahr, wurde hier aber sehr, sehr schön gelöst.
JG: Das war ja auch ein völlig anderer Regisseur. Das sieht man auch. Der erste Teil ist ein wunderbarer Film, der zweite aber auch. Und man muss den ersten auch gar nicht gesehen haben, um den zweiten zu schauen. Das sind zwei völlig verschiedene Filme geworden. Eben weil's zwei verschiedene Regisseure waren.
ON: Wieviel von euch selber ist in den jeweiligen Charakteren? Fliesst da Persönlichkeit ein oder ist das 100% Schauspiel?
KH: Ich glaube, dass in jeder Filmfigur ein Stück Persönlichkeit drinliegt. Aber ich unterscheide mich schon von Lena. Es ist ja auch so, dass dir durch das Drehbuch vorgeschrieben wird, wie du die Figur zu spielen hast. Ich würde viele Dinge anders als sie machen, drum kann man nicht sagen, dass da viel von mir selber drin ist.
ON: Also hat man kaum die Chance, eigene Persönlichkeit reinzubringen?
KH: Die Chance hat man sicher, vielleicht den Willen nicht. Bei mir ist es halt auch ein Anspruch oder ein Ideal, eine Rolle so zu spielen, dass ich mich selber nicht wieder erkennen kann.
JG: Ich glaube, dass in jeder Rolle was persönliches drinsteckt. Geht ja gar nicht anders. Natürlich gibt es solche "Method-Actors", von denen man liest, wo die eigene Frau den Mann am Abend nicht wieder erkennt, weil er noch so voll in der Rolle steckt. Aber in diesem Film ist das halt so, dass ich auch nicht soviel mit der Lucy gemein habe. Du fährst halt einfach jeden Morgen als Jasmin zum Set und dann bist du den ganzen Tag eine andere Figur. Ich hatte aber auch schon andere Projekte, wo ich gemerkt hab, dass es auf mein Privatleben abfärbt. Da konnte ich meine Freunde nicht mehr anrufen, konnte nicht telefonieren. Da war ich in einer völlig anderen Welt. Ich musste dann auch alleine sein und mir immer wieder sagen "Jasmin, das ist nur eine Rolle". Demnächst spiel ich zum Beispiel eine Tänzerin und bin heute den ganzen Tag wie eine Tänzerin durch die Gegend gelaufen und habs gar nicht gemerkt. Das passiert halt einfach.
ON: Es gibt ja viele ähnliche Filme, die das Thema "Mädchen und Jungs" haben. Auch aus Amerika. Habt ihr da ein Vorbild, wie zum Beispiel den American Pie?
KH: Ich glaube, die Situationen bei uns gibt genug Anlass, sich wieder zu erkennen oder das ganze nachvollziehen zu können. Im zweiten Teil hier geht es ja um alltägliche Sachen, wie Wohnungssuche, von zuhause ausziehen, einfach kein Geld zu haben wenn man studiert und so. Da steckt man grad selber drin, hat es hinter sich oder kann es sich vorstellen. Für mich gibt's keine Vorbilder in amerikanischen Filmen, denen ich jetzt nacheifere oder so. Und wenn man halt einen Film in dieser Generation dreht, dann kommt man bald mal auf die gleichen Themen, wie andere.
ON: Ihr habt alle schon fürs Fernsehen gearbeitet. Gibt es da einen grossen Unterschied vom Fernsehfilm zum Kinofilm? Ist es halt das höhere Budget oder was meint ihr?
JG: Bei den meisten deutschen Kinofilmen hat man angeblich mehr Geld. Früher mal. Aber ich musste auch zuerst lernen, dass es zum Beispiel auch beim Fernsehen Regisseure gibt, die viel mehr mit dir arbeiten, auch wenn es "nur" ein Fernsehfilm ist. Und beim Kino ist halt der Druck grösser und darunter leidet dann die Arbeit. Ich empfinde das sehr gemischt, mache also keine grossen Unterschiede.
KH: Das hängt auch immer mit der Produktion zusammen. Das kann man gar nicht verallgemeinern. Beim Kinofilm ist halt das Pensum in der Regel kleiner, weil die Technik halt anders ist. Da brauchen wir anderes Licht, mehr Pausen da und so. Das ist also abhängig vom Regisseur und von der Produktion.
DA: Diese Erfahrung hab ich auch gemacht. Da bleiben einem mehr Zeit zum proben, zum Text lernen und all das.
JG: Gut hier hatten wir trotzdem viele Minuten im Film, wo wir uns drauf vorbereiten mussten. Da steckt also schon ein bisschen Arbeit dahinter *g*
KH: Es kommt ja auch drauf an, welche Aufmerksamkeit einer Rolle zugeschrieben wird. Ich hatte auch schon Kinofilme, wo ich ein höheres Pensum hatte als beim Fernsehen. Kommt halt echt auf die Produktion drauf an.
ON: Wie geht's jetzt weiter mit euch? Was habt ihr für Projekte in der Hinterhand? Gibt's einen dritten Teil, oder dürft ihr das noch gar nicht sagen?
KH: Ehm... Sollen wirs verraten? (Grosses Gelächter) Also in der Fantasie gibt's den schon, aber geplant ist noch nichts.
JG: Also im September kommt ein Film von mir raus, den ich in Kappstadt gedreht hab. Und dann geht's auch diese Woche wieder los mit einem grossen Projekt fürs ZDF.
KH: Also ich hab grad zwei Filme hintereinander gedreht und bin drum recht kaputt. Drum fahr ich jetzt erst mal in den Urlaub und dann beginnt meine Schauspielschule.
DA: Ich beginne nächste Woche auch mit neuen Dreharbeiten und dann geht's ebenfalls an die Schauspielschule.
ON: So, dann hab ich noch ein paar Pop-ups für euch. Mal schauen, was euch zu diesen Begriffen einfällt.
ON: Schweiz
JG: Cool.
KH: Zürich.
DA: Käse.
ON: Jungs.
JG: Lecker.
KH: Rothaarig.
DA: Jungs sag ich "Flaschendrehen". Bei "Männer" hätte ich was anderes gesagt.
ON: Internet
JG: Gut.
KH: Ich bin da vorsinnflutlich. Ich habe keinen Anschluss zuhause.
DA: Ich hatte noch nie eine E-Mail-Adresse.
JG: Gutes, aber gefährliches Medium.
ON: Fortsetzungen
JG: Nicht immer gut. Aber Before Sunset ist bestimmt der Knaller.
KH: Wenn man was gesehen hat, was einem gefällt, will man mehr.
ON: Fussball-EM.
KH: Grossartig, spannend, aufregend. Ich wär so gerne in Portugal.
DA: Das ist Fussball, oder? Fällt mir nichts dazu ein.
JG: Langweilig.
ON: Promotionsarbeit
DA: Abwechslungsreich.
KH: Macht grossen Spass. Mach ich gerne.
ON: Lieblingsfilm
DA: Kleine Haie.
JG: True Romance.
KH: Die Schöne und das Biest. Den hab ich sicher über vierzig Mal gesehen. Den Trickfilm find ich wunderschön. Immer wenn ich nicht einschlafen konnte, hab ich den Film nachgesprochen....Ich war ja sooo verliebt in das Biest.
JG: Dirty Dancing, La Boum. Halt diese Filme, die speziell waren in unserer Jugend. Die fand und find ich immer noch sehr schön.
ON: Der Rest des Tages
JG: Unseren Kinofilm heute abend ankündigen. Dann morgen noch ein bisschen mit Karoline durch Zürich flanieren.
DA: Ich muss leider wieder zurück und kann nicht lange bleiben. Drum geht's halt heute früh ins Bett.
ON: OutNow.CH
JG: Coole T-Shirts.
DA: Hoffentliche gute Berichterstattung.
DA: Sympathisch.
ON: So, das wars schon. Hat ja gar nicht weh getan. Danke für die Antworten und viel Spass noch heute abend.
JG: War cool. Sehr sympathisch. Danke.
Kaum waren wir aufgestanden und hatten unsere obligaten Fotos geschossen, kamen auch schon die nächsten Interviewer dran. Die Umgebung war sicherlich nicht optimal für ein Interview, aber es ging auch so. Die drei Mädels machten einen sehr sympathischen Eindruck. Zuerst noch ein bisschen zurückhaltend wurde das Gespräch dann offener und wir hätten sicher noch ein paar Minuten länger quatschen können. Hat Spass gemacht. Sicherlich werden wir die eine oder andere wieder mal vor dem Mikro haben.

