Bridget Jones: The Edge of Reason (2004)

Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns

Die Pressekonferenz

Eine stark gekürzte Fassung der Medienkonferenz von Renée Zellweger und Colin Firth in Zürich anlässlich des Films Bridget Jones - The Edge of Reason. Wer sich für die komplette Fassung interessiert, wende sich der englischen Fassung zu.

» English original version

Die Medienvertreter (MV): War es schwer, wieder in die Haut von Bridget Jones zu schlüpfen?

Renée Zellweger (RZ): Bei Sequels ist es immer schwierig, die Fans zu befriedigen. Freude herrscht. Ich durfte wieder mit den selben Leuten zusammenarbeiten.

MV: Und bei Colin...?

Colin Firth (CF): Bei Sequels ist es immer schwierig, die Fans zu befriedigen. Freude herrscht. Ich durfte wieder mit den selben Leuten zusammenarbeiten.

MV: War es schwierig, soviel Gewicht anzufressen?

RZ: Nein. Das geht schwupsdibubs. In etwa wie ein Kleid wechseln oder in einem andern Dialekt zu sprechen. Es war mir eine Ehre.

MV: Gefällt es ihnen, so anders zu sein auf der Leinwand als im richtigen Leben?

RZ: Ich wiederhole. Es war mir eine Ehre.

MV: War, die Bridget zu spielen, eine Selbsterfahrung?

RZ: Man lernt nie aus. Bei diesem Projekt habe ich gemerkt, dass Kuchen essen an einer Geburtstagparty normal ist.

MV: (Mit starkem italienischen Akzent) Ist es nicht anachronistisch von Bridget, diese Besessenheit keine alte Jumpfer zu werden?

RZ: Hä!?

CF: Ich glaub, ich weiss, was sie meinen. Dass es veraltet sei für eine Frau einem Mann nachzuhöseln, um als etwas zu gelten?

RZ: Und die Frage wäre...?

CF: Ob diese Einstellung veraltet ist.

RZ: Ob dies eine antiquierte Ideologie ist, meinen sie?

CF: Ich verstehe ihren Akzent bestens. (Colin Firth hat eine Italienerin geheiratet)

RZ: Ja. Das Frauenbild aus den Medien ist nicht in allen Belangen erreichbar. Bridget sieht das selbstironisch und das ist inspirierend - vor allem für Frauen. Dieses Mal geht es aber eher um die Beziehung selber. Die genauso wie die Suche nach dem perfekten Mann, nie den romantischen Vorstellungen genügen kann.

CF: Ich möchte anfügen, dass Bridget trotz alle ihren Unzulänglichkeiten Erfolg hat in der modernen Welt aber als Figur auf den Frauen in den Romanen von Jane Austen basiert. Meine Figur und seine Einstellung gegenüber Frauen dagegen ist ein Relikt aus alten Tagen. Solche Archetypen vor einer modernen Kulisse funktionieren prächtig.

MV: Denken sie auch, Colin sei ein Relikt?

RZ: Aber nicht doch.

CF: ICH weiss NICHT, ob Colin ein Gentleman ist.

RZ: Mach, dass Deine Freunde werden wie Du!

MV: Ist der Film feministisch?

RZ: Normalerweise fragt man mich das Gegenteil. Bridget lebt aber recht gut mit ihren Misserfolgen. Sie kämpft für den Erfolg und fand sich damit ab, dass nicht alles immer perfekt laufen kann. Deshalb ist sie ein Vorbild für alle Frauen.

MV: Erleben sie auch peinliches im Leben?

RZ: Immer. Vor allem, wenn die Kamera läuft. Das Glück ist nicht auf deiner Seite in diesem Beruf. Ich bin froh, dass ich es von der Tür bis zum Stuhl geschafft habe.

CF: Es ist immer ein grosser Triumph, wenn man dies ohne Demütigung schafft.

RZ: Und wenn man es übersteht, ohne dass die Mutter sich schämen muss, oder alle Deine Freunde nichts mehr von Dir wissen wollen, ist es noch besser.

MV: Die Schweiz sieht sie als "unser Girl in Hollywood". Verbindet sie etwas mit der Schweiz?

RZ: Ich fühle mich geehrt und bin stolz darauf. Danke.

MV: (Ein etwas dickerer Mann) Kann ich die Telefonnummer ihres Ernährungsberaters haben?

RZ: Natürlich. Wieso?

MV: Was gefällt ihnen besser. Zu - oder abnehmen?

RZ: Ich weiss es nicht. Es war einfach teil der Fleischwerdung von Bridget. Einfach mein Job. Ich assoziiere weder das zu- noch das abnehmen mit Spass.

MV: Was denken Sie von Leuten wie Daniel Cleaver? Sie haben ihn regelrecht vermöbelt.

CF: Ist das so. Es sah nicht wirklich nach einem Kampf aus, oder?

RZ: Ich war beeindruckt.

CF: Mit Männer wie Cleaver ist es wahrscheinlich lustiger, wenn man mit ihnen abhängt. Aber würde man ihm diese Frage stellen, würde er jetzt noch stammeln. Die Charaktere sind Archetypen. So etwas trifft man nicht einfach so. Ausser man kennt Hugh Grant. Weil niemand im richtigen Leben so ist wie die Figur auf der Leinwand, ausser Hugh, der präzise handelt, wie er im Film agiert. Das hindert mich natürlich bei der Meinungsäusserung. Einen Mark Darcy in echt zu treffen ist aber schon recht unwahrscheinlich. (Zu Renée) Du darfst auch was sagen.

RZ: Meinen Freundinnen würde ich ihn nicht vorstellen.

MV: Da er nicht hier ist, sollte es einfacher sein zu Antworten.

CF: Er liest die Schweizer Presse.

MV: Kann man sagen, wer stärker war, nach dem zweiten Kampf?

CF: Meine Grossmutter kämpft besser als die zwei Schwestern aus dem Film.

RZ: Beim Dreh, war es ziemlich kalt.

CF: Es war ein Kampf gegen die Tundra.

MV: Teile des Films wurden in Thailand gedreht. Hat man sie dort als westliche Frau bewundert?

RZ: Weiss ich nicht mehr. Ich hab nicht viele Einheimische getroffen. Ich war zum arbeiten dort.

MV: Werden sie ein Haus in den Alpen kaufen?

RZ: Diese Frage ist mir zu doof.

MV: Man redet wüster im zweiten Teil.

CF: Ich weiss nicht, ob mehr geflucht wurde.

RZ: Das war alles improvisert...

CF: ...von einem gewissen Schauspieler. Aber ein "Bumsen" musste raus. Weil Marc Darcy so was nicht oft sagt.

RZ: Das ist einfach Helen Fieldings Humor.

CF: Und die Londoner reden einfach so.

RZ: Stört sie das?

MV: Nein, aber...

CF: ... was sollen nur die Kinder denken? Ich sehe das Problem. Aber die Briten spicken ihre Sprache mit Flüchen.

MV: Hat sich etwas verändert seit dem Gewinn des Oscars?

RZ: Ich hab noch nichts bemerkt.

MV: Gibt's eine dritten Film und werden sie nochmals fett?

RZ: Jetzt ist Colin dran.

CF: Ja. Mark Darcy wird fett. Und ICH werde das geniessen.

RZ: Das ist eine Frage, die man Helen Fielding stellen sollte.

CF: Zuerst braucht es den Roman, dann denken wir darüber nach.

RZ: Und der muss von Helen sein?

CF: Es handelt sich ja nicht um Harry Potter.

MV: Haben sie eine Lieblingskomödie?

CF: Mir fällt gerade keine ein.

RZ: Solche Fragen sind ähnlich, wie auf Befehl lustig zu sein.

CF: Komödien (grübel). Weisst Du eine, Renée?

RZ: Du zuerst.

CF: Genau. Ich mag halt das übliche. Some like it hot und Breakfast at Tiffany's und so. Amerikanische Klassiker halt. Komödien sind schwer zu übersetzen.

RZ: Es gibt zu viele Filme auf der Liste, die auf ihre eigene Art lustig sind, um einen davon zu nennen.

MV: Besten Dank.

11.11.2004 / rm, rs (Fotos)