Bridget Jones: The Edge of Reason (2004)

Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns

Colin Firth saves the day

OutNow.CH war mal wieder ganz nah bei den Stars und entwickelte im Nobelhotel am Zürichsee fast selber Starallüren. Kein Wunder bei dieser Ambiance, wo einem so vieles abgenommen wird. Ein Portier gibt der Drehtür einen Schubs, damit man sich nicht überanstrengt. Und wenn man eine Ovomaltine bestellt im edlen Salon, was die normale Klientel, aus dem Blick des Kellners zu schliessen, nicht oft zu tun pflegt, muss man den orangen Beutel nicht selber aufreissen. Das heisse Getränk wird in einem Porzellankrug fixfertig angerührt zu Tisch gebracht.

Bridget in edler Garderobe

Bridget in edler Garderobe

Doch was schreibe ich hier von devotem Hotelpersonal. Über Stars wollt ihr lesen. Zwei davon waren anwesend: Renée Zellweger und Colin Firth, bekannt aus Bridget Jones: The Edge of Reason, tingelten durch Europa auf ihrer Promotour. In manchen Ländern war auch noch Hugh Grant zugegen bei dem Frage- und Antwort-Spielchen mit den Journalisten. In Holland zum Beispiel. In die Schweiz fehlte er aber trotz Ankündigung. Und zwar nicht, wie eine hysterischen Kolumnistin einer Zürcher Tageszeitung recherchiert haben will, weil er mit seiner Freundin in England kuschelte, sondern weil wir uns wie bei der Fussball-EM 2008 die Stars mit Österreich teilen müssen. Grant war am fraglichen Tag in Wien und bekam dort mit ziemlicher Sicherheit ähnliche Fragen zu hören, wie in allen Ländern zuvor schon.

Ich will auch aufs Foto

Ich will auch aufs Foto

Auch die Schweizer Journaille fragte nichts weltbewegendes. Je weiter die Anreise, desto banaler der Wissensdurst, liess sich aus den mit französischem, italienischem und schweizerdeutschem Akzent gestellten Fragen schliessen. Mit dem Unterschied, dass Renée Zellweger in der Schweiz einen Sonderstatus geniesst, wegen ihres Nachnamens. Ein Missverständnis, das an dieser Stelle endlich mal aus der Welt geschafft werden sollte. Zellwegers Vater Emil Erich reiste nach den zweiten Weltkrieg schon als Junge zuerst nach Australien und dann in die USA aus. Auf dem Schiff in die Staaten traf er auf seine zukünftige Ehefrau aus Norwegen, die Mutter von Renée. Diese war eine Sami aus Lappland. Deshalb auch die Gesichtszüge von Renée Zellweger, die zumindest als ungewohnt bezeichnet werden können. Zellwegers Bezug zur Schweiz ist deshalb limitiert. Ihr Vater hat höchstwahrscheinlich die Schweiz nicht sehr bewusst erlebt. Sie ist eine sehr amerikanische Frau, die aussieht wie eine Sami und halt diesen Kuhschweizer Nachnamen hat. Bei weitem keine zweite Rene Russo, die bei Jay Lenos Late Night Show öffentlich nach Berner Sennenhunden schrie, und die - Blick sei dank - auch geliefert bekommen hat.

Renée Zellweger war zierlich, sehr dünn und viel kleiner als man sie sich vorstellen würde. Schlicht nicht wieder zu erkennen als Bridget, nachdem sie zu ihrer Idealfigur zurückgefunden und ihr Haar dunkel gefärbt hat, für ihre Rolle in Cinderella Man mit Russel Crowe. Nach denen hat überraschenderweise niemand gefragt. Ein neckisches Herzchen auf dem Hosenboden und dauernd Lutschbonbons kauend hatte sie gleich drei Personal Assistants und einen Bodyguard dabei.

Colin Firth hingegen kam im Strubelpeter-Look: Haare zersaust, das Hemd aus den Jeans. Insgesamt war er der lustigere, eloquentere Gesprächspartner und blieb auch länger für Fotos und Autogramme hängen.

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11.11.2004 / rm, rs (Bilder)