Terminator 3

Das Interview mit Kristanna Loken

Ihre funkelnden Augen hatten es uns angetan. Die Terminatrix war in Zürich und das liessen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Also, volle Konzentration auf die Fragen und nicht immer in das strahlend schöne Gesicht von Kristanna Loken schauen, das war unsere Devise.
Dienstag, 16.20 Uhr. Showtime!

» The Interview in Englisch

OutNow.CH: Hi Kristianna, der Film war ja super. Gratulation. Wie oft hast Du denn Terminator 3 schon gesehen?

Kristanna Loken: Danke erstmal. Ehm, ein paar Mal schon. In voller Länge etwa ein halbes Dutzend Mal.

ON: Sprechen wir kurz über Arnold Schwarzenegger. Wie ist er so? Ist er der grosse Kinostar oder ist er eher der nette Typ von nebenan?

KL: Er ist ein netter Typ aus Österreich... Nein, Arnold ist toll. Es hat Spass gemacht, mit ihm zu arbeiten. Er ist halt einfach der grosse Kinostar und ich habe vieles von ihm lernen können, schon nur wenn ich ihm zugeschaut habe während den Kampfszenen. Und auch jetzt bei der Vermarktung des Filmes. Wie er mit der Leuten und den Journalisten umgeht. Grossartig.

ON: Habt ihr noch Kontakt oder seit ihr getrennte Wege gegangen, als der Film abgeschlossen war?

Kristanna in Action

Kristanna in Action

KL: Oh, nein. Wir hatten eben erst gestern die Premiere in London und er war da mit seiner Frau. Wir haben schon ein paar solcher Anlässe besucht, wie in Berlin, Madrid, London oder auch Los Angeles. Ich sehe ihn also immer wieder.

ON: Ja, das ist Business. Aber im Privaten?

KL: Nun, ich unterstütze ihn natürlich bei seiner politischen Karriere und ich hoffe, dass ich ihn auch noch in Zukunft zu Gesicht bekomme. Aber ich mag seine Frau sehr gut. Sie ist ja so nett. Und die zwei älteren Töchter sind auch sehr nett. Er hat einen guten Job gemacht, mit seiner Familie.

ON: Warst Du schon früher ein Fan der Terminator-Filme?

KL: Ich fand damals Robert Patrick in T2 sehr toll. Und natürlich habe ich mich in letzter Zeit vermehrt um die Filme bemüht, aber eigentlich war ich schon immer ein Fan.

ON: Die Terminator-Reihe ist eine der grössten der Filmgeschichte. War es ein Traum von Dir, da einmal dabei zu sein?

KL: Ich hätte nie gedacht, da mal dabei zu sein. Es war eine grosse Ehre, ein Teil eines so bekannten "Produktes" zu sein. Und viele Leute auf einem solchen Niveau zu beeinflussen, das mag ich.

ON: Ist das Dein Bereich jetzt? Action-movies? Oder können wir Dich zukünftig in anderen Sparten des Filmes sehen?

KL: Definitiv. Ich hoffe auf eine abwechslungsreiche Karriere. Ich weiss aber noch nicht, was als Nächstes an der Reihe ist. Ich bin sehr vorsichtig und geduldig, was die Auswahl meiner nächsten Rolle angeht. Da gibt es ein paar Sachen, die ich mag, aber wir werden sehen...

ON: Wie lange dauert die Promotion des Filmes denn schon?

KL: Also, wir sind nun seit zehn Tagen in Europa. Wir bereisen noch drei Länder nach der Schweiz. Aber nachher möchte ich gerne ein paar Tage für mich und auch mal wieder Freunde besuchen.

ON: Ist es heute das erste Mal für Dich, dass Du in der Schweiz bist?

KL: Nein, ich war schon vor ein paar Jahren mal bei einem Freund, der ausserhalb von Zürich wohnt. Ich verbrachte einige Zeit in dem kleinen Ort, besuchte die Streetparade, tanzte die ganze Nacht und hatte riesigen Spass. Das war so schön...

ON: Wir haben gelesen, dass Du gerne Ski fährst. Ist es möglich, Dich mal in den Schweizer Bergen anzutreffen?

KL: Nun, ich war noch nie hier zum Ski fahren, aber ich würde es gerne. Eigentlich war ich noch nie in Europa zum Ski fahren...

ON: Zurück zum Film. In einigen Szenen hattest Du eine Menge zu tun als T-X. Wie hast Du Dich darauf vorbereitet?

KL: Ich hatte viel zu trainieren. Ich hatte einen Ernährungsberater, wollte stärker werden und Muskelmasse aufbauen. 15 Pfund Muskeln habe ich aufgebaut. Ich machte Waffentraining, Gewichtstraining, Martial-Arts und hatte einen Coach für meine Mimik. Für die surreale Mensch-Roboter Qualität meiner Rolle. Aber es hat Spass gemacht. Auch am Set, wenn man nie wusste, in welcher Position man heute seinen Körper durch die Luft fliegen lassen musste. Es war eine grosse Herausforderung, dass alles so zu machen, dass es auf der Leinwand "einfach" aussieht. Aber ich war bereit dazu.

ON: Wie spielt man eigentlich einen Roboter?

KL: Es geht darum, die "Wand" zu finden. Die "Wand" zwischen Mensch und Roboter. Und natürlich darum, alle Dinge zu eliminieren, die für uns selbstverständlich sind, wie Augenzwinkern oder andere Gesichtsausdrücke. Alle diese Sachen eben, die wir im täglichen Leben so machen.

ON: Ist es wahr, dass Du Knochen sammelst?

KL: Ja, das ist es. Es ist erstaunlich wie die Leute immer wieder solche Sachen herausfinden... Aber ich bin wirklich sehr an Knochen und auch Voodoo interessiert. Wir haben eine grosse Sammlung von Knochen zuhause. Ich sammle die Stücke auf der ganzen Welt. Besonders natürlich Tierknochen, wie von Zebras oder Onyxs. Auch habe ich eine Menge Knochen, wo ich die Tiere gar nicht kenne. Aber ich mag besonders die Schädel, wo noch Zähne dran sind...

ON: Es gibt viele Gerüchte im Internet über Dich. Welches möchtest Du ein für alle Mal klären?

KL: Das Gerücht, dass ich ein Model bin, dass zur Schauspielerei gekommen ist. Das stimmt nicht. Ich hab schon mit 13 Jahren geschauspielert und hatte eine tägliche TV-Serie und hab danach studiert. Meine Mutter war ein Model und hat mich dazu gebracht, um noch etwas Geld zu verdienen, für meine Studien. Aber es war nie wirklich "mein Ding". Das überlasse ich lieber meiner Mutter... Aber jetzt, da ich seit fast sieben Jahren in L.A. wohne, habe ich Glück, dass ich immer wieder arbeiten kann. Sei es für's Fernsehen oder in kleineren Filmen. Das möchte ich geklärt haben.

ON: Wie bist Du denn zu der Rolle in T3 gekommen?

Kurz vor der Terminierung

Kurz vor der Terminierung

KL: Nun, durch Vorsprechtermine und meine Agenten, wie jeder andere auch. Durch meinen Körperbau, meine Athletik und meiner physischen Verfassung habe ich einfach nichts mehr dazwischen kommen lassen und mir den Job geholt. Ich habe sogar schon einen Trainer engagiert, bevor die Vorsprechen losgingen, um mich auf die Schläge und Tritte vorzubereiten. Beim ersten Vorsprechen, las ich einfach den Text für den Regisseur. Die anderen Vorsprechen waren hauptsächlich körperlicher Natur. Ich musste viel rennen, stoppen, umdrehen, springen, bös dreinschauen, treten und so weiter. Aber der Regisseur hat nie was gesagt, so wusste ich nie, ob ich "richtig" gefallen war oder "korrekt" geschlagen hatte. Als sie mich dann anriefen, war ich gerade beim Ausritt und meine Freundin war so begeistert, dass sie zu schreien anfing, als ich wieder nachhause kam. Da wusste ich, dass ich die Rolle hatte.

ON: Du hast in TV-Serien wie Mortal Kombat oder Star Trek: Voyager mitgemacht. Was ist der grösste Unterschied zwischen solchen Serien und einem grossen Kinofilm?

KL: Natürlich ist es die Grösse. Das Budget ist grösser und der "Name" natürlich auch.

ON: Wie fühlt es sich an, sich selber als "Action-Figur" in den Läden zu sehen?

KL: Ziemlich wild, eine Miniatur-Ausgabe von dir selber zu sehen. Aber es ist lustig.

ON: Besteht eine Chance, Dich in einem eventuellen Terminator 4 wieder zu sehen?

KL: Die Frage hab ich schon viele Male gehört. Das ist gut. Denn schlussendlich entscheiden die Fans, ob ein Film Erfolg hat und noch ein Teil gemacht wird oder nicht. Ich wäre natürlich geehrt, wenn ich nochmals eine Rolle bekommen würde. Aber zum jetzigen Zeitpunkt läuft erst mal der dritte Teil und darauf konzentrieren wir uns im Moment.

ON: Du bist auf einer Früchte-Farm aufgewachsen. Vermisst Du diese Zeit manchmal?

KL: Absolut. Es ist toll, eine Farm zu haben, wo man zurückkommen kann. Ich bin der Erde oder dem Klima sehr verbunden und es ist immer wieder toll zurück zu kommen und einfach abzuschalten.

ON: Was heisst "abschalten" in deinem Fall?

KL: Nun, da gibt es viele Dinge. Ich meditiere, reite aus, wandere, lese ein Buch oder gehe an den Strand.

ON: Hast Du denn noch Zeit für das?

KL: In letzter Zeit leider nicht. Aber ich will es nachholen.

ON: Hast Du schon Fans, die an Deine Haustür klopfen? Was machst Du gegen solch aufdringliche Leute?

KL: Ich hatte wirklich ein paar von denen. Es ist bizarr. Definitiv eine Störung des Privatlebens. Aber normalerweise schicke ich meinen Freund hinaus. Er kümmert sich dann um die Situation.

ON: Ich habe ein paar Wörter hier, wo Du bitte einfach das sagst, was Dir gerade dazu einfällt.
Schwarzenegger

KL: Gross

ON: Nackt-Szenen

KL: Körperliches Training

ON: Star Trek

KL: "Voyager"

ON: Spezial-Effekte

"Mist, sie wollte meine Telefonnummer nicht..."

"Mist, sie wollte meine Telefonnummer nicht..."

KL: Interessant

ON: Grosse Kanonen

KL: Viel Spass

ON: Kampfszenen

KL: Zerstückelt...

ON: Interview Marathon

KL: Training *g*

ON: Internet

KL: Unwissend

ON: Der Rest meines Tages

KL: Lang...
Das macht Spass. Ich mag es. Das war wirklich gut!

ON: So, das war's von unserer Seite. Besten Dank für die tollen Antworten und viel Glück in Deiner weiteren Karriere.

KL: Danke Jungs für die Fragen. Hat echt Spass gemacht!

Kristianna Loken machte einen sehr professionellen Eindruck auf uns. War sie anfangs als "kühl" und ein wenig "zickig" eingestuft, machte sie dann bei der ausführlichen Foto- und Unterschriftssession wieder wett. Sympathische Frau, die Gute. Und ihrem Lachen und ihrer Ausstrahlung kann sowieso keiner wiederstehen...

Kristanna Loken

Kristanna Loken

Kristanna Loken's Filmographie

Terminator 3 (2003)

Academy Boyz (2001)

Panic (2001)

Philly (2000)

D.C. (2000) [TV]

Mortal Kombat: Conquest (1998) [TV]

Pensacola: Wings of Gold (1997) [TV]

Aliens in the Family (1996) [TV]

Unhappily Ever After (1995) [TV]

As the World Turns (1994)

22.07.2003 / muri, pf

{movie: Terminator 3}