Hero - Ying xiong (2002)

Der historische Hintergrund

Hero basiert auf geschichtlichen Entwicklungen im China des dritten vorchristlichen Jahrhunderts. Zwischen 475 und 221 vor Christus war das Land in die sieben Königreiche Qin, Zhao, Han, Wei, Yan, Chu und Qi gespalten, die untereinander um die Vorherrschaft kämpften. Deshalb nennt man diese Epoche auch "Ära der Streitenden Reiche" - eine Zeit, in der brutale Kriege und damit Entbehrungen und Leid kein Ende zu nehmen schienen.

Der Krieg bestimmte den Alltag. Dank technischer Fortschritte entstanden Gussformen für Waffen, was wiederum die Bewaffnung von Infanterie ermöglichte. Damit veränderte sich auch die Kriegsführung. Bisher hatten Aristokraten auf Streitwagen selbst die Schlachten ausgefochten. Nun führte ein Feldherr die Infanterie in den Krieg, wurden Bauern in die vorderen Frontreihen gezwungen, während ihre Kommandanten im Hintergrund strategisch die Fäden zogen. Viele Abhandlungen zum Thema Kriegsführung wurden in dieser turbulenten Epoche geschrieben, darunter Sun Tzus berühmte Schrift "Die Kunst des Krieges". Diese detaillierte Studie über den Krieg gilt auch heute noch als Standardwerk für das Leben auf dem Schlachtfeld.

Obwohl von Machtkämpfen beherrscht, war die "Ära der Streitenden Reiche" trotzdem auch eine Zeit grosser Ideen und Gedanken. Diese kulturelle Blüte ist auch als "Epoche der einhundert geistigen Schulen" bekannt. Die Entwicklung der Lehren des Konfuzianismus, Taoismus und Legalismus geht auf diese Zeit zurück - wie auch einige der berühmtesten Lyrik- und Prosaschriften Chinas. Der andauernde Kriegszustand brachte auch weitere gesellschaftliche Veränderungen mit sich, führte zu Wirtschaftsreformen, während der fortschrittliche Umgang mit Eisen die Landwirtschaft aufblühen liess. Und dies wiederum hatte eine enorme Bevölkerungsexplosion zur Folge.

In diesem wichtigen Abschnitt der chinesischen Geschichte konnte sich auch ein Feudalsystem fest verwurzeln. Jeder der sieben Landesherren strebte nach der Vorherrschaft, war überzeugt, dass nur er ausersehen war, "alle unter dem Himmel" zu vereinen. Ein Terminus, der mit Zivilisation an sich gleichbedeutend war. In der Verfolgung dieses Ziels war keiner rücksichtsloser und ehrgeiziger als der König von Qin. Von der Geschichtsschreibung als brutaler Tyrann überliefert, war der Monarch fest entschlossen, alle anderen Königreiche zu erobern und sie zu kontrollieren. Viele Geschichten gibt es, wie aus ganz China Attentäter versuchten, den König zu ermorden. Hero erzählt eine dieser Geschichten.

Um das erste chinesische Kaiserreich zu schaffen, war den sieben Königen kein Aufwand zu gross. An den Grenzen entstanden riesige Festungen und Wälle, Militärberater entwarfen Strategien zum Sieg über feindliche Armeen, und Allianzen wurden zwischen einzelnen Staaten geschlossen, nur um dann wieder aufgelöst zu werden. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung standen nomadenhafte Krieger, die mit ihren herausragenden Kampfkünsten im Auftrag verschiedener Königreiche gegen deren Feinde in den Krieg zogen. Hero ruht das Schicksal Chinas in den Händen dieser drei legendären Krieger.

25.03.2003 / Rialto Film AG