Achtung, Fertig, Charlie! (2003)

Das Interview mit Mia Aegerter

Die Militaristen und Rekruten riefen und OutNow.CH folgte ihrer unmissverständlichen Aufforderung. So trafen wir am Morgen vor der offiziellen Schweizer Premiere früh im Technopark in Zürich ein, wurden - nein, (noch) nicht mit Militärküche - mit Gipfeli und Getränken verpflegt und durften die wichtigsten Personen aus und um Achtung, Fertig, Charlie! interviewen...

Mia Aegerter schaut sich erst mal den Soundtrack zu Achtung, Fertig, Charlie! an, den wir zum Unterschreiben dabeihaben.

OutNow.CH: Wo wir schon beim Thema Musik sind. Mit wem möchtest du gerne mal zusammenarbeiten?

Mia Aegerter: Also wenn ich wählen könnte, egal wen?

ON: Ja.

MA: Alanis Morrisette. Oder mit Red Hot Chili Peppers. So eher in die Richtung.

ON: Und filmerisch?

Plauderrunde mit Philip und Mia

Plauderrunde mit Philip und Mia

MA: Filmerisch ist es mir hauptsächlich wichtig, dass die Rolle gut ist und das die Dialoge gut sind. Aber am liebsten würde ich natürlich einen Film machen mit Quentin Tarantino. Oder mit Guy Ritchie.

ON: Und wie bist du zu Achtung, Fertig, Charlie! gekommen?

MA: Ich habe eine Anfrage bekommen für diesen Film. Sie haben mich angerufen und gefragt, ob ich Lust hätte mitzuspielen und ich sagte ja.

ON: Ziemlich schnell?

MA: Ja. Dazumal war nur sicher, dass Marco Rima mitspielt und Martin Rappold. Dann habe ich das Drehbuch zugeschickt bekommen, sie haben aber noch nicht gewusst für welche Rolle sie mich wollten. Ich habe von Anfang an gern "Laura" spielen wollen und dann habe ich das Casting gemacht und dann war das klar.

ON: Den Part von "Michelle Bluntschi" hättest du dir auch vorstellen können?

MA: Am Anfang ja, wobei das im Prinzip nicht möglich gewesen wäre, weil ich dann gerade meine Single veröffentlich habe. Das heisst ich bin viel unterwegs gewesen und hätte die Dreharbeiten gar nicht wahrnehmen können und ausserdem ist mir Laura von Anfang an sympathischer gewesen, weil sie so abartig ist (lacht). Wenn du denkst "Oh, jetzt kommt die wieder", dieser Effekt ist einen Herausforderung. Und Laura ist jemand der alles andere ist als ich. Von dem her war das eine Herausforderung für mich.

ON: Wie ist der Unterschied zwischen Filmdreharbeiten und Seriendreharbeiten? [Mia Aegerter spielte in der deutschen Serie Gute Zeiten, Schlechte Zeiten mit]

MA: Das ist ein grosser Unterschied. Bei der Serie ist es ein grosser Stress. Man pfeffert das einfach hin, wenn du Pech hast so 15 Szenen am Tag. Und man hat halt pro Szene 20 - 30 Minuten Zeit. Und man hat so zwei Versuche, wenns nicht klappt hast du Pech gehabt. Und beim Kinofilm habe ich gemerkt, wenn ich nur ein bisschen mehr Proben kann und das ein bisschen mehr entwickeln kann, vielleicht nur einen Versuch mehr habe, ist das Endprodukt halt einfach besser. Gerade bei Szenen wo man sich hineinsteigern muss, weinen und so.

ON: Und vom Umfang her? Vielleicht im Vergleich Schweiz/Deutschland?

Sie scheint hin und weg zu sein ...

Sie scheint hin und weg zu sein ...

MA: Ich weiss nicht, ob das an der Schweiz liegt, aber ich habe das Team als extrem nett empfunden. Alle sind sehr nett miteinander umgegangen. Ich bin voll positiv und herzlich aufgenommen worden, obwohl sie ja schon einen Monat vorher mit dem Dreh begangen haben und schon ein Camp hatten. Ich bin dann einfach so reingeschneit und der Umgang war wirklich super.

ON: Und für die Zukunft? Nächste Projekte? Wirst du dich da eher nach Deutschland oder nach der Schweiz richten?

MA: Also, wenn man das alles planen könnte, dann wäre mein Leben wohl einfacher. Was sicher ist, ist das ich in nächster Zeit sicher noch Gigs haben werde. Ich bin mit meinem Gitarristen unterwegs. Wir machen zu zweit Live-Performances auf Openairs und bei Radiofestivals. Und mit dem SonntagsBlick mache ich eine Tour für Kinder in der Schweiz, wo in jeder Stadt 100 Kinder dabeisein werden. Und dann arbeite ich auch an meinem Album weiter. Ich habe vier Ideen die ich neu entwickeln und aufnehmen muss. Also, ich nehme zu Hause auf und präsentiere das dann der Plattenfirma. Das wird jetzt anstehen in den nächsten Wochen.

ON: Zuhause?

MA: In Berlin habe ich ein kleines Studio eingerichtet, in dem ich Vorproduktionen mache. Und natürlich muss ich schauen wie Hie u jetzt funktioniert. Wenn es weiterhin in den Charts hinaufklettert - was wir uns alle erhoffen - dann hoffe ich auf noch mehr Live-Gigs in der Schweiz.

ON: Hast du eigentlich auch so hohe Natel-Rechnungen wie Laura wahrscheinlich hätte?

MA: Immens. Immens! Ich habe wirklich astronomisch hohe Handy-Rechnungen und vor allem wenn ich in der Schweiz bin, rufen mich alle auf das Handy an, welches ich in Deutschland angemeldet habe und dann zahle ich die Verbindung Deutschland/Schweiz auch noch. Ich habe gerade eben mit der Platten-Firma gesprochen und gesagt, dass ich ein Schweizer Handy brauche (lacht).

ON: Wer hatte die Idee mit dem Übergang vom Filmende in das Musikvideo?

MA: Ich glaube die Idee hatte die Produktion, Lukas Hobi. Und Mike Eschmann. Ich habe mir das natürlich schon erhofft, dass so etwas möglich wäre. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich in der Kirche dann wirklich zu Singen beginne. Ich habe erwartet, dass es beim Abspann kommt oder halt nur die Musik, aber so ist es halt noch cooler rausgekommen.

ON: Wie war die Zusammenarbeit mit Mike?

MA: Eschmann oder Müller?

ON: Eschmann.

Mia im Element!

Mia im Element!

MA: Sehr angenehm. Er ist ein sehr ruhiger Mensch und einer, der nicht die Nerven verliert. Sehr ein lieber Mensch. Wir haben auch gut harmoniert. Als ich in Deutschland war, habe wir ein paar mal telefoniert und besprochen wie er die Rolle sieht und wie ich die Rolle sehe. Und als ich die Szenen gehabt habe, habe ich viele Sachen umgeschrieben, wo ich gesehen habe, was besser wäre für die Rolle, z.B. Sachen wo ich gesehen habe, dass man das nicht so sagt oder auf Bärndütsch nicht so sagt, das Skript war ja auf Züridüütsch geschrieben. Und dann haben wir uns jeweils am Abend vorher getroffen und haben das besprochen. Das habe ich sehr geschätzt, dass er so flexibel ist.

ON: Du hattest also Einfluss auf deine Dialoge?

MA: Ja, du kannst dir vorstellen, wenn du einen Dialog oder Monolog vor dir hast, dass du dir sagst, da will ich lieber den Satz zuerst und dann eher den. Oder da will ich einen anderen Ausdruck verwenden. Vom Sinn her stimmt's natürlich. Aber es geht darum, dass du die Sätze "mundgerecht" machst, damit es glaubwürdiger wird.

ON: Ich habe hier noch ein paar Stichworte, bei denen du einfach sagen kannst, was dir in den Sinn kommt:
GZ SZ

MA: Eine sehr wichtige und gute Erfahrung. Aber ein abgeschlossenes Kapitel.

ON: Prix Walo

MA: Ziemlich lange her. Der grösste Wettbewerb den ich in der Schweiz gewonnen habe.

ON: Hollywood

... und somit wäre auch das letzte Interview geschafft!

... und somit wäre auch das letzte Interview geschafft!

MA: Ich warte ständig noch auf den Anruf (lacht).

ON: Marco Rima

MA: Ein sehr lustiger und lieber Mensch, der die ganze Zeit alle unterhaltet, selbst beim Essen.

ON: Melanie Winiger

MA: Eine sehr direkte, bodenständige Person, die ich schätze.

ON: Internet

MA: Nicht mehr weg zu denken.

ON: Frauen im Militär

MA: Nicht mein Fall. Will sagen, die Emanzipation soll sich auch dort durchsetzen, aber trotzdem nicht mein Fall.

ON: Das war schon alles. Vielen Dank.

MA: Bitte.

05.09.2003 / pf, nd