Die Preisträger der Berlinale 2006

Begehrter Bär

Begehrter Bär

Die Bären sind verteilt. Mit dem morgigen Sonntag, 19. Februar, gehen die 56. Internationalen Filmfestspiele in Berlin zu Ende. Heute, einen Tag vor Festivalschluss, wurden die Preise und Auszeichnungen verliehen, allen voran die Preise der Internationalen Jury mit dem Goldenen Bären als Hauptpreis.


<b>Die Preise der Internationalen Jury</b>

<u>Goldener Bär 2006</u>
Grbavica von Jasmila Zbanic

<u>Silberner Bär - Grosser Preis der Jury 2006</u>
ex-aequo En Soap von Pernille Fischer Christensen und Offside von Jafar Panahi

<u>Silberner Bär - Beste Regie 2006</u>
Michael Winterbottom und Mat Whitecross für The Road to Guantanamo

<u>Silberner Bär - Beste Darstellerin 2006</u>
Sandra Hüller in Requiem

<u>Silberner Bär - Bester Darsteller 2006</u>
Moritz Bleibtreu in Elementarteilchen

<u>Silbernern Bär - Für eine künstlerische Leistung 2006</u>
Jürgen Vogel als Schauspieler, Co-Autor und Co-Produzent in/von Der freie Wille

<u>Silberner Bär - Beste Filmmusik 2006</u>
Peter Kam für Isabella

<u>Alfred-Bauer-Preis 2006</u>
El Custodio von Rodrigo Moreno


Neben den Preisen der Internationalen Jury wurden an der Berlinale verschiedene weitere Auszeichnungen verliehen. So der Preis für den besten Erstlingsfilm mit En Soap als Gewinner, die Preise der Internationalen Kurzfilmjury mit dem Goldenen Bären für Aldrig Som Första Gangen! und die Preise des Kinderfilmfestes/14plus mit dem Gläsernen Bären für Drommen.

Die zahlreichen Preise der unabhängigen Jurys umfassen unter anderem den Panorama Publikumspreis, welcher bei den Filmen an Bubot Niyar und bei den Kurzfilmen an Hayelet Bodeda vergeben wurde. Je ein Goldener Ehrenbär für ihr Lebenswerk wurde dem polnischen Drehbuchautor und Regisseur Andrzeij Wajda und dem britischen Schauspieler Sir Ian McKellen verliehen. Die Berlinale Kamera, eine Ehrung für "Persönlichkeiten, denen sich die Berlinale auf besondere Weise verbunden fühlt" geht 2006 an den Kameramann Michael Ballhaus, den Regisseur Jürgen Böttcher sowie den MoMa-Kurator Laurence Kardish.

Die vollständige Liste mit sämtlichen Preiskategorien, Preisen und Preisträgern findet man auf der Website der Berlinale.

Quelle: Berlinale: Preise und Ehrungen 2006

18.02.2006 22:00 / rs

Links zum Thema:

» OutNow.CH war an der Berlinale 2006


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Die Preisträger des Wettbewerbs wurde erstmals nicht schon am Samstag Nachmittag verkündet, sondern in einer feierlichen Schlussveranstaltung bekannt gegeben. Der goldene Bär für den besten Film ging in der live im Internet und von 3sat übertragenen Show an den bosnischen Beitrag Grbavica.

Die abschliessenden Worte der Vorsitzenden der internationalen Jury Charlotte Rampling hatten durchaus ihre Gültigkeit. Die Britin hoffte, dass die Entscheidungen des achtköpfigen Gremiums auch "die politische Stimmung von heute reflektieren" würden. Denn der silberne Bär für den grossen Preis der Jury ging ex-aequo an den dänischen Beitrag En Soap und den iranischen Film Offside. Wahrscheinlich kein Zufall vor dem Hintergrund des als "Karikaturstreits" bekannten Phänomens. Auch The Road to Guantanamo, der Film von Michael Winterbottom und Matt Whitecross über drei zu Unrecht in Kuba inhaftierte Moslems, durfte mit dem silberen Bären für die beste Regie eine Preis nach Hause mitnehmen. Von den Folgen eines Konfliktes, der schon fast wieder ein bisschen vergessen gegangen ist, handelt hingegen der Siegerfilm von Jasmila Zbanic. Darin findet in Sarajewo eine Teenagerin die Wahrheit über ihren Vater heraus, von dem ihr ihre Mutter immer erzählt hat, er sei als Kriegsheld gestorben.

Die grosse Zahl an deutschen Beiträgen im Wettbewerb musste zwangslaufig auch von der Jury berücksichtigt werden. Die Bären für die besten schauspielerischen Leistungen gingen an Requiem und Elementarteilchen. Keine grosse Überaschung war die Auszeichnung für Sandra Hüller. Ihre Darstellung in Requiem wurde allerorts als herausragend gelobt und die Bühnenfrau war die klare Favoritin. Eher überrascht hat hingegen Moritz Bleibtreu. Seinem sexbesessenen Oberstufenlehrer aus der Houllebuecq-Verfilmung zogen viele Kritiker die Rolle des Vergewaltigers aus Der freie Wille vor. Jürgen Vogel, der diese schwierige Figur mutig zum Leben erweckte, musste aber auch nicht leer ausgehen. Er gewann den silbernen Bären für eine künstlerische Leistung als Schauspieler, Co-Autor und Co-Produzent von Der freie Wille.