Fast & Furious (2009)

Interview mit Vin Diesel

Vin Diesel

Vin Diesel

Vin Diesel - Der Mann fürs Grobe und die Trickfilmfiguren mit den grummligsten Stimmen. Als Low-Level-Actionheld verschrien, hat der Amerikaner zwischendurch immer wieder in herausragenden Produktionen mitgewirkt (Pitch Black, The Iron Giant). Seine wohl bekannteste Rolle ist aber die, welche in zuallererst berühmt machte: Der muskelbepackte Schnellfahrer Dominic Toretto aus der Fast and Furious-Reihe.

Für den vierten Teil, Fast & Furious, der so cool ist, dass er sogar auf die beiden Artikel verzichten kann, hat sich Diesel nochmals hinters Lenkrad gewuchtet. Anlässlich der Promotour durch Europa sprach der sympathische Schauspieler mit OutNow.CH in Köln über sein Äusseres, wie man Sequels richtig macht und die Wichtigkeit der Stimme eines Schauspielers.

OutNow.CH (ON): Warum nochmal Fast and Furious?

Der Cameo, mit dem nochmals alles von vorne begann.

Der Cameo, mit dem nochmals alles von vorne begann.

Vin Diesel (VD): Sie machten mir ein Angebot, dass ich nicht ausschlagen konnte. (Er lacht.) Ich werde ja oft gefragt, warum ich nicht schon bei Teil 2 wieder mit an Bord war. Ich wollte einfach kein Sequel rausrotzen nur um des Sequels Willen: Das gleiche nochmals. Titel draufklatschen und rein damit in die Kinos. So verliert man doch nur das Vertrauen der Zuschauer. Das Filmstudio wusste das. Deshalb fragten sie mich, ob ich für Teil 3 zumindest einen Cameo machen könne - dafür dürfe ich dann beim vierten Teil auch als Produzent figurieren. So haben sie mich gekriegt. Nun konnte ich meine Art von Sequel machen: Die Fortsetzung einer Geschichte, wie das jeweils Francis Ford Coppola macht: Teil 1 und Teil 2. Nicht einfach Actionszenen und Verfolgungsjagden, und was die Filmreihe sonst noch so ausmacht, aneinanderreihen. Denn als wir The Fast and The Furious drehten, hatten wir niemals im Sinn, eine Fortsetzung zu machen.

ON: Was denkst du über die Teile 2 und 3 aus heutiger Sicht?

VD: Ich hoffe, die Leute merken selber, was ich davon halte, wenn sie sich den neuen Film angeschaut haben.

ON: Ist der Film für dich auch ein Wiedersehen mit Freunden aus vergangenen Tagen?

VD: Die Charaktere funktionieren als Ensemble, deshalb wäre es seltsam, sie zu trennen. Umso wichtiger, dass wir die Originalschauspieler wieder aufbieten konnten. Das war quasi unsere Pflicht.

ON: Interessierst du dich für schnelle Autos?

VD: Nun, in den letzten Monaten hatte ich einen ziemlich wichtigen Passagier im Fond meines Wagens, deshalb bin ich da ein bisschen vorsichtiger geworden.

ON: Du redest von deiner Tochter. Wie hat sie dein Leben verändert?

VD: In ganz vielen Facetten. So ein Kind öffnet Kammern in deinem Herzen, von denen du gar nicht wusstest, dass sie existieren. Diese Pressetour war eine der schwierigsten für mich, weil ich den kleinen Engel zurücklassen musste. Da fängst du dich echt an zu fragen, ob du im richtigen Business bist.

ON: Der Trailer zu Fast and Furious ist sehr cool gemacht, weil man in den ersten 30 Sekunden gar nicht realisiert, dass es sich um einen F&F-Film handelt. Hattest du als Produzent auch Einfluss darauf?

An Dom kommt keiner vorbei!

An Dom kommt keiner vorbei!

VD: Ich würde gerne die Lorbeeren dafür einsacken, aber mein Arm als Produzent reichte nicht bis in den Schnittraum hinein. Aber du hast natürlich recht. Das haben sie wirklich toll hingekriegt.

ON: Wie interpretierst du deine Rolle als Produzent?

VD: Ich bin in grösserem Masse verantwortlich für einen Film. Bei Fast and Furious zu Beispiel konnte ich schon früh Einfluss nehmen auf die Richtung, welche der Film einzuschlagen hatte. Und ich konnte dafür sorgen, dass alle Beteiligten glänzen durften. Es ist viel Arbeit, gibt aber auch etwas Sicherheit. Auch wenn dir niemand garantieren kann, wie erfolgreich ein Film am Ende sein wird.

ON: Du bist physisch immer sehr präsent in deinen Rollen. Wie bereitest du dich in Sachen Work-out vor?

VD: Heutzutage hängt das oft von der Rolle ab. Ich designe jeweils etwas sehr Spezifisches für die Rolle. Für Riddick war zum Beispiel auch Yoga und Pilates im Spiel. Dom (Seine Figur aus Fast and Furious) hingegen darf nicht aussehen, als sei er allzu oft im Fitnessstudio. Er darf nicht so massiv daher kommen wie ein Riddick oder ein XXX. Der verbringt wohl lieber zwei Stunden mehr in seiner Garage als beim Fitten.

Sensation! Haare auf dem Kopf von Diesel gesichtet!

Sensation! Haare auf dem Kopf von Diesel gesichtet!

ON: Wann wurde dir eigentlich klar, dass du ohne Haare am besten aussiehst?

VD: Ist das so? Du denkst also nicht, dass ich in Find me Guilty niedlich aussah? Spass beiseite: Es begann wohl, als ich zum ersten Mal als Türsteher arbeitete.

ON: Weisst du eigentlich, dass du in den deutschen Synchronfassungen deiner Filme dieselbe Stimme wie Nicolas Cage hast?

VD: Das ist sicher etwas, um das ich mich kümmern muss. (Nicht ganz frei von Ironie) Ich wundere mich, dass sowas so willkürlich passiert. Die Studios sollten doch mehr Einfluss auf die Synchronfassungen haben. Ich bin überrascht. Eine Stimme ändert doch so viel?!

ON: Nun, auch Schwarzenegger musste seine deutsche Stimme mit Stallone teilen.

VD: Was ist nur aus dieser Welt geworden?

16.03.2009 / rm