Shine a Light (2007)

Die Schweizer Premiere in Zürich

Läck mir! Soviele Logos mit der herausgestreckten Zunge sieht man sonst nur vor den grössten Konzerthallen dieser Erde. Die Rolling Stones haben wieder mal gerufen – und obwohl die Eintrittspreise für einmal wirklich moderat waren (denn es war „nur“ eine Filmpremiere, die Meisten hatten wohl sowieso ein Gratisticket und die echten Stones glänzten durch Abwesenheit), sah es eine Stunde vor Filmbeginn danach aus, als wären es dieselben Altrocker, welche üblicherweise zum Stones-Konzert pilgern, die auch für Shine a Light den Aufmarsch wagten. Das Fanshirt aus der Kiste geholt – worauf in den meisten Fällen halt eben das Zungenlogo zu sehen ist - freuten sie sich gesittet auf ein Wiedersehen mit ihren Idolen. Kein Wunder war der Radiosender „nur für Erwachsene“ einer der Sponsoren.

Der Altrocker und...

Der Altrocker und...

Radio 1 entsandte auch die dünnbeinige Suzanne Zahnd als Conferencier zur Premiere ins Zürcher Abaton. In den perfekt zur Musikrichtung des Abends passenden Röhrlijeans hatte sie eine Stones-Coverband zu präsentieren, welche den Lookalike-Wettbewerb der Boulevardzeitung Blick, die auch als Sponsor amtete, gewonnen hatte. Die fünf Herren machten aber nicht den leisesten Anschein eines Doppelgängers von Keith, Mick, Charlie oder Ron. Vielleicht gab es deshalb nur den Trostpreis in Form einer Soundtrack-CD. Ebenfalls beim gleichen Sender Numero Uno zu hören ist Kinokritiker Wolfram Knorr, der den Film vorgänglich lobpreisen durfte, und für den treffendsten Beschrieb des Hauptakts sorgte. Die rollenden Steine sehen tatsächlich aus wie „ausgezutzelte Datteln“.

... die Rockerbraut

... die Rockerbraut

Zahnd, bekannt aus ihren SOUNDS-Zeiten bei DRS3, war schön anzusehen. Da man so das Gesicht zur Radiostimme kennenlernen konnte, hatte der Abend auch noch etwas für all jene, welch nichts mit der Musik der Stones anfangen konnten. Denn ein grosser Promiauflauf war es beileibe nicht. Gerade eine Ex-Miss hat ein Flair für die Altrocker. Melanie Winiger scheint sich aber vor allem ihrem Papa zuliebe Tix gekrallt zu haben. Dazu gesellten sich mit Tim Wieland ein Ex-Mister-Schweiz und mit Carmen Fenk ein Ex-Musicstar. Ex und Hopp hiess es auch für den Perlwein in den Cupligläsern, bevor es los ging mit dem Film. Was hätte man sich nur gefreut, wenn der Regisseur des Streifens, Martin Scorsese, sich zu einem Schweiz-Besuch aufraffen hätte wollen? Dann wäre wohl auch der rote Teppich ausgerollt worden.

12.05.2008 / rm, db (Fotos)