Eagle Eye (2008)

Eagle Eye - Ausser Kontrolle

Interview mit DJ Caruso

DJC

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DJ Caruso erwartete die Crew von OutNow.CH in einem schönen Hotelzimmer in Zürich. Bevor er am Abend beim Zurich Film Festival über den roten Teppich stolzieren durfte, um seinen neuen Film Eagle Eye zu präsentieren, nahm sich der sympathische Regisseur ein wenig Zeit, um interessante Fragen zu beantworten.



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OutNow.CH (ON): Die komplette Kontrolle aller elektronischen Geräte ist das Grundthema von Eagle Eye. Was machte die Story für dich interessant?

DJ Caruso (DJC): Es geht immer erst um die Charaktere. Ich las über Jerry Shaw und Rachel, und die Charaktere sprachen mich an. Als ich das ganze Drehbuch las, wusste ich erst nicht, was genau da vor sich ging, und genau das machte es für mich interessant. Es fühlte sich an wie eins dieser Videospiele, wo die Charaktere von einer Stimme am Telefon durch ein tolles Abenteuer geführt werden. Und als ich kapiert hatte, dass es dabei um die technischen Dinge geht, die wir im Alltag brauchen und wie viel Kontrolle wir dadurch abgeben, hat es mich endgültig gepackt.

ON: Kannst du uns sagen, was totale Fiktion ist im Film und was nicht?

DJC: Es gibt keine totale Fiktion im Film. Klar, das Computersystem im Pentagon ist ein bisschen ausgebaut, aber die haben da wirklich einen riesigen Computer. Der schaut sich dein Handeln an und wenn er was Aussergewöhnliches entdeckt, wirst du markiert und sie nehmen dich ins Visier. Wir haben das natürlich ein bisschen strapaziert. Und auch das 36. Stockwerk im Pentagon und die ganzen Systeme da unten sind ein bisschen weit hergeholt. Wir haben das Ganze ein bisschen in die Zukunft verschoben.

ON: Eagle Eye ist dein zweiter Film mit Shia LaBeouf. Glaubst du, dass er einer der kommenden Hollywood-Superstars sein könnte? Er ist im Moment ja in aller Munde.

DJC: Richtig. Er ist überall. Aber was toll ist, ist dass Eagle Eye so richtig gross eröffnet hat an den Kinokassen in den Staaten. Das war sehr gut für Shia als Schauspieler. Denn hier hat es keinen Harrison Ford und keinen Hut. Keine gigantischen Roboter. Filme wie Eagle Eye und Disturbia helfen ihm, sich als Schauspieler und Star zu etablieren. Er ist ja auch der einzige männliche Star in seiner Altersgruppe. Er ist erst 22 Jahre alt und wird noch eine ganze Weile dabei bleiben.

ON: Er hatte ja einen Autounfall während der Produktion zu Eagle Eye. Wie gross war der Einfluss davon in die Produktion?

DJC: Nun, er wurde ja nicht verletzt während dem Dreh zu Eagle Eye. Es war während Transformers 2. Aber wir waren in der Post-Production, als es passierte. Der Einfluss auf Eagle Eye war also gering. Ausser das er überall in der Presse war, was natürlich für den Film auch gut war. (lacht) Aber Transformers 2 musste den Dreh für ein paar Tage unterbrechen.

ON: Der Film hat einen sehr imposanten Cast. Wie gross war dein Einfluss, diese Rollen nach deinem Wunsch zu besetzen?

DJC: Es ist wie überall. Wenn du Erfolg hast, und ich hatte erst grad schönen Erfolg – „knock on Wood" – dann ist es einfacher, die Schauspieler zu finden, die man sich wünscht. Ich war schon immer ein Fan von Michelle Monaghan. Ich liebe Kiss Kiss Bang Bang und sie war so gut da. Und Rosario Dawson und Billy Bob Thornton sind auch fantastisch. Ich war in der Lage, diese Leute zu treffen, anstatt das ganze Casting-Zeugs mit all den Sitzungen machen zu müssen. Es ist halt einfacher, gute Schauspieler zu bekommen, wenn du etwas hast, was du zeigen kannst. Wenn sie dir trauen und du einen guten Ruf hast. Und ich glaube, den habe ich von den Schauspielern, mit denen ich gearbeitet habe. Die haben hoffentlich ihre Freunde angerufen und ihnen davon erzählt.

ON: Wie ist es mit diesen Superstars zu arbeiten? Sind die schwierig am Set oder total normal?

DJC: Also, man sollte nie sagen, dass Billy Bob Thornton normal sei. Er ist bizarr und verrückt, aber das lieben wir an ihm. Ausserdem kannst du nicht jeden Schauspieler gleich dirigieren. Ich muss mich jeweils den Schauspielern anpassen. Alle sind verschiedene Charaktere und müssen auch so behandelt werden. Shia LeBoeuf muss komplett anders angegegangen werden als Michelle Monaghan. Und wie ich mich Billy Bob Thornton nähere für etwas, wovon ich denke wäre gut für den Film, ist total anders als bei Shia LeBoeuf. Du musst immer auf der Hut sein und dich anpassen. Ich hatte noch nie so viele Schauspieler wie jetzt. Ich hatte also jeden Tag eine neue Herausforderung, wie ich mit ihnen kommunizieren kann. Aber glücklicherweise hatte ich nicht diesen „Filmstar-Scheiss", dass einer nicht aus dem Wohnwagen kommt, wenn der andere nicht auch kommt und solches Zeugs.

ON: Welcher deiner Filme war für dich persönlich der Beste oder der Wichtigste?

DJC: Persönlich? Ich glaube The Salton Sea - der erste Film. Er bedeutete mir so viel und die Charaktere und Figuren waren so gut getroffen. Er repräsentierte eine Periode meines Lebens, als ich noch auf der Suche war, wie ich denn die Sachen angehen würde. Ich hatte zwar nie Drogenprobleme, aber ich fühlte mich dem Charakter Danny Parker sehr nah.

ON: Zum Abschluss gibt es noch die üblichen Pop-Ups. Okay? Schweiz.

DJC: Schönheit

ON: Mobiltelefone

DJC: Angst

ON: Bester Crash in einem Film

DJC: The French Connection

ON: Steven Spielberg

DJC: Genie

ON: Bester Film aller Zeiten

DJC: (Denkt lange nach)

ON: Neben Eagle Eye

DJC: (lacht laut auf) Nein, das würd ich nie tun… Ehm, von Federico Fellini

ON: Zurich Film Festival

DJC: Aufregend

ON: OutNow.CH

DJC: Bad Ass! Ich hoffe, das übersetzt sich gut in eure Sprache. Ich meine natürlich „sehr cool"!

02.10.2008 / muri, db (Bilder)