Nightcast (2007)
Die Schweizer Premiere in Zürich
Der Schweizer Film stand bisher ganz im Zeichen von jungen Rotzbengeln, alternden Unterwäscheschneiderinnen und natürlich dem Swissairgrounding. Dies hat sich jetzt entscheidend geändert, denn die Schweiz hat seine erste actiongeladene, endzeitangehauchte Low-Budget Comicadaption. NightCast feierte nach einer langen Entstehungsgeschichte am 31.03.2007 Premiere und zeichnete den Abschluss eines langen und steinigen Weges, welcher 2004 begann und der von viel Entschlossenheit, Durchhaltevermögen und natürlich harter Arbeit zeugt.
Wie Regisseur Marco von Moos an der Premiere erzählte, begannen sie den Film ohne jegliche finanzielle Zusage: "Solche eine Adaption kann nur mit fünf Millionen umgesetzt werden" waren häufige Aussagen. So suchten sie sich zuerst geeignete Schauspieler und erhielten schliesslich auch die Geldzusage. Einige Zeit später platzte diese Vereinbarung jedoch und sie standen vor dem Nichts. Dies hielt sie jedoch nicht auf, und verbissen drehten sie weiter und können jetzt, nach rund zwei Jahren Entwicklungszeit, die erste Schweizer Comicadaption vorweisen. Dies wurde unter anderem auch dank den Schauspielern ermöglicht, die auf ihre Gagen verzichteten.
Die Vorführung startete mit einer rund 10-minütigen Verspätung vor einem sehr gut gefüllten Saal und wurde vom Publikum, welches unter anderem aus Personen bestand, die auch persönlich mit dem Film verbunden sind, euphorisch aufgenommen. Nach der obligatorischen Dankesrede ging der Film los und wurde nach 99 Minuten mit einem langen Applaus beendet. Nach einer beinahe zu lang geratenen Gag-Reel ging es ans gemütliche Plaudern im lokalen Kinokaffee.
Dem Publikum hats weitgehend gefallen. Neben dem Look wurde auch die Musik und natürlich auch der gewaltige Aufwand gelobt, den die Verantwortlichen im Hobby und Guerilla-Stil auf sich genommen hatten. Obwohl man natürlich an allen Ecken und Enden sieht wie klein das Budget gewesen ist, konnten sie mit der düsteren Ausleuchtung und den verfallenen Drehorten vieles kaschieren und mit Hilfe von vielen freiwilligen Schauspielern eine solide Comicadaption abliefern, welche gut inszenierte Action mit einer tragischen Story verbindet.
Wie Marco von Moos nach der Vorstellung im Gespräch unter vier Augen durchblicken liess, hat er bereits das nächste Projekt in der Pipeline bei dem er schon am Drehbuch schreibet. Er betonte, dass er jetzt genug hat von Low-Budget Action habe und wirklich etwas Neues probieren will. Konkreten Fragen wich er aus, doch er deutete etwas in Richtung Kammerspiel an. Nach NightCast darf man da gespannt sein.




