Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler (2007)
Die Schweizer Premiere in Zürich
In Deutschland hat der Film bereits in der ersten Woche die Charts erobert und wird dort wohl auch noch eine Weile zu notieren sein. In der Schweiz läuft er am 18. Januar an und versucht, dem Schweizer Regisseur zu einem finanziell einträchtigen Hit zu verhelfen. Mein Führer, die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler, dessen Regisseur Dani Levy diesen Mittwoch höchstpersönlich dafür sorgte, dass die Vorpremiere im Zürcher Kino mit ein bisschen Glanz und Prominenz gefüttert wurde.
Nachdem die Journis hinter die Kordel gestellt wurden, fing das grosse Warten an. Wer sollte denn heute kommen? Kollegen mit Kamera warteten gespannt auf Hauptdarsteller Helge Schneider, der ja aber gar nicht auf der Gästeliste war. Dafür kam ein anderer: Paul Riniker, der seine Tränensäcke noch immer stolz zur Schau trägt und freundlich für Fotos posierte. Wetterfee Cecile Bähler war die Nächste. Sie schien mit den Fotos unseres Knipsers nicht zufrieden zu sein, denn nach kurzem Blick in die Kamera posierte sich grad nochmals. Gelohnt hat's sich auf alle Fälle....
Danach ging es ans fröhliche "VIP-Spotting". Kennt man den? Nö. Ist das eine? Nein, das ist ein Ticketgewinner. Und wenn man bekannte Gesichter wie die Radiomacher der Zürcher Lokalsender (grad von beiden) erspähte, so wurde auf Fotos verzichtet. Auch Film-"Urgesteine" wie Madeleine Hirsiger huschten ohne Posing an den Kameras vorbei. Ohne schönen Pulli (wie in Breakout) stand aber Roeland Wiesnekker kurz für ein Foto zur Verfügung. Und wohl direkt vom Swissair-Prozess eingetroffen, wurde eine Grounding-Crew entdeckt. Währenddessen wurde auch Sylvester Groth den anwesenden Journalisten vorgestellt und konnte ein paar Worte in die Kameras sprechen. Er spielte übrigens Dr. Joseph Goebbels im Film und war in der Realität ohne Schminke nur sehr schwer wieder zu erkennen.
An diesem Abend war aber einer das Mass aller Dinge. Der Basler Regisseur Dani Levy wurde von Kamera zu Mikrophon gereicht und durfte dort Fragen beantworten, die ihm an diesem Tag sicherlich noch nie gestellt wurden. Bei uns hielt er sich nur kurz auf, wusste aber folgendes zu sagen:
OutNow.CH (ON): Dein Film wird momentan durch ganz Deutschland gezogen. Sind solche Reaktionen, seien sie positiv oder negativ, willkommen oder bist du überrascht, dass soviel drüber gesprochen wird?
Dani Levy (DL): Natürlich find ich es gut, wenn über den Film gesprochen wird. Es wäre sehr naiv zu denken, dass eine solche Geschichte einfach mir nichts, dir nichts in die Kinos kommt und dann ignoriert wird. Was mich allerdings ärgert, sind die Kritiken von Menschen, die den Film nicht gesehen haben und trotzdem vorab schon drauf einschlagen und das ganze zum Politikum machen. Die kritisieren das Projekt an sich und stilisieren den Film unnötig hoch, ohne auch nur eine Szene daraus gesehen zu haben. Klar, der Film hat einen Standpunkt, doch es ist trotzdem nur ein Film, der unterhalten soll und natürlich auch ein bisschen provoziert.
ON: Wann hat dir zum letzten Mal jemand "Peperoni" gesagt (Anm. "Peperoni" war Levys erste Rolle in der Schweizer Soap der 80er Jahre "Motel")
DL: (lacht) Hmm, da muss ich überlegen. Ist noch gar nicht so lange her. Beim Wandern. Da hat's jemand gerufen. Das verfolgt mich wohl bis ins hohe Alter. Das werd ich nicht mehr los. Aber ich kann gut damit leben.
Dann wurde es Zeit. Ein knapp 90-minütiger Film stand vor uns und dem Rest des überraschend gut gefüllten Kinos. Die Reaktionen im Publikum waren gemischt und auch der Abschlussapplaus (ja, hier darf man klatschen, wenn der Regisseur schon anwesend ist) bewies, dass der Humor im Film definitiv Geschmacksache ist.
Wie es sich für eine Premiere gehört, durften dann noch Macher und Involvierte des Films auf die Bühne, ein paar Fragen wurden gestellt und der Anlass fand seinen Ausklang in der nahe liegenden Bar.




