The Kingdom (2007)

Operation: Kingdom

Das Interview mit Jennifer Garner und Jamie Foxx

Jennifer Garner

Jennifer Garner

Big Stars vor dem OutNow.CH-Mikro! In der Liga von Jamie Foxx und Jennifer Garner hatte OutNow.CH bisher noch nicht oft die Ehre. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Denn je grösser der Star, desto komplizierter scheint die Durchführung eines kurzes Gespräch zu werden. Grund für den Blitzbesuch der beiden Texaner in der Schweiz war die Übertragung von "Wetten, dass...?" aus Basel. Und so hatten dann gleich mehrere Leute etwas zu sagen bei der Zuteilung der Journalisten in die verschiedenen Gesprächsrunden. Es gab den Anstandswauwau vom ZDF, mehrere Agenten für je Jamie und Jennifer, eine Publizistin für die deutschen Medien und ein stattliches Grüppchen an Schweizer PR-Menschen, die auch OutNow.CH eingeladen haben. Wenn sich die beiden Stars dann in letzter Minute noch entscheiden, lieber doch zu zweit zusammen Rede und Antwort zu stehen, wird der vorbildlichst ausgeklügelte Interviewplan hinfällig, und es bildeten sich vereinzelt ein ein paar tellergrosse Schwitzflecken.

Jamie Foxx

Jamie Foxx

Schliesslich kam das Gespräch dann trotzdem noch zustande, nachdem der OutNow.CH-Reporter mal wieder froh war, einen Fotografen mit Profikamera dabei zu haben. Denn während dem vorangehenden Photocall, bei dem alle Schauspieler schnell vor einer Kartonwand posierten, verdächtigte ein übereifriger Leibwächter alle mit kleinen Digicams Fotografierenden als heimlich herangeschlichene Fans, die es auszusortieren galt. Beruhigende Worte einer Schweizer PR-Frau konnten den bulligen Securitykasten gerade noch besänftigen. Am Ende sassen vier Journalisten den zwei Stars gegenüber während im restliche Raum sechs weitere Ohrenpaare darüber achteteten, dass nichts dem Image schadendes verzapft wurde (Assistent eines Superstars zu sein, ist wohl tatsächlich ein 24 Stunden Job). Jennifer und Jamie waren als Belohnung aber wirklich supernett. Vor allem Jennifer Garner, die sich artig fürs Kommen bedankte und deren Gesicht auch in Realität etwas schnusselig Zerbrechliches hatte. Auch Jamie wirkte ein bisschen wie ein kleiner Junge - trotz seiner Muskelberge und den zwei hochkarätigen Brillianten in seinen Ohrläppchen. Es hockte auf der Armlehne des Sofas, tigerte mitten im Interview herum, um sich ein Mineral zu holen und gab ständig Laute von sich, als wäre er MC an einem Rapkonzert. Ein aufgedrehtes Doppel also, wie an der diesjährigen VMA-Verteilete, wozu OutNow.cH auch gleich die erste Frage hatte.

» The interview in English

OutNow.CH (ON): Was war da los an den MTV Video Music Awards? Ihr beide habt einen Preisträger präsentiert und solltet gemeinsam vom Teleprompter lesen. Aber es sah so aus, als wollte Jamie nicht wirklich...

Jennifer Garner (JG): Wir haben einfach ein bisschen rumgeblödelt, und ich wollte unser Aufgabe ordentlich zu Ende führen. Du wirst es heute wohl noch oft erleben. Jamie macht den Clown, und ich muss die Situatin dann retten.

Auf in den Kampf

Auf in den Kampf

Jamie Foxx (JF): So ist es. Genau.

ON: Hab ich da nicht einen Produktionsleiter von MTV gesehen, der euch vom Bühnenrand her angeschrien hat?

JF: Junge, du hast echt zu viel Zeit zur Verfügung.

JG: Wir hatten es einfach lustig.

ON: Genau wie bei der Oscarverleihung 2006, wo du fast ausgeschlipft bist, auf der Bühne.

JG: Wow, aber nur fast.

ON: Und dann rettetest du die Situation mit dem genialen Spruch: "Ich mache alle meine Stunts selber!" Kam dir das da einfach so in den Sinn?

JG: Ich habe sicher nicht geplant zu straucheln. Aber ich konnte mich gerade noch unter Kontrolle bringen und der Spruch kam mir dann einfach als erstes in den Sinn.

JF: Das war grossartig.

Päng!

Päng!

ON: Warum wolltet ihr bei The Kingdom mitmachen?

JG: War mir zusagte bei diesem Film, ist der der Konflikt zwischen zwei Teams, dem FBI und der arabischen Polizei. Er wird von beiden Seiten gezeigt. Es wird einem nichts vorgekaut und gesagt, welcher Teil der Welt nun der schlechtere ist, sondern man muss seine eigenen Vorurteile hinterfragen. Ich mag, dass der Film ambivalent ist.

ON: Ist das amerikanische Kino heute realistischer als die amerikanischen Nachrichten?

JF: Ich denke nicht, aber wie meinst du das genau?

ON: Es gibt heute ja diese embedded journalists, die genau das schreiben, was das Militär möchte.

JG: Sowas gibt es bestimmt. Und dieser Film ist vielleicht nicht so pro-amerikanisch wie er auf den ersten Blick scheint. Gleichzeitig ist er sich aber auch nicht zu Schade, FBI-Agenten im Einsatz zu zeigen, die in Übersee einfach ihren Job machen.

JF: Wie sind denn die Nachrichten in Europa so?

ON: Meistens anti-amerikanisch!

Päng!

Päng!

JF: Und woher kommt das? Vielleicht ist auch das nur Propaganda und hat überhaupt nichts mit der Wahrheit zu tun, wie sie wirklich vor sich geht. Vielleicht gibt es das Twists auf beiden Seiten.

JG: Jamie spricht eine meiner Lieblingszeilen in The Kingdom: "Schau, wir sind auch nicht perfekt. Wir haben nicht alles richtig gemacht, aber wir wissen wie diese Untersuchung zu führen ist, also lasst uns euch helfen!" Es ist keiner der Filme, wo die Amis mit glänzenden Gewehren einmarschieren und die Probleme der Welt lösen. Wir beschreiben auch das Leben der Saudis zuhause bei ihren Familien, um die gemeinsamkeiten zu zeigen, und nicht bloss die Unterschiede. Es versucht recht stark, eine ausgewogene Herangehensweise zu bewerkstelligen.

ON: Es ist nicht Rambo aber auch kein Syriana.

JF: Nein, es ist ganz bestimmt nicht Syriana!

JG: Es ist Unterhaltungskino. Der Film will auch Film sein - mit Action, mit Humor. Es gibt Drama und schöne Beziehungen zwischen den Characteren. Das Ziel war Unterhaltung, wir bitten euch aber auch zu denken dabei.

Päng!

Päng!

ON: Kein einfaches Unterfangen.

JF: Der Film bekommt es aber recht gut hin. Vielleicht entgeht dir das weil unsere Regierung dir sagt, wie Amerika denken muss, und wir werden alle danach definiert. Aber als wir den Film in Los Angeles gezeigt haben, dachten auch alle, wir werden Amerika mit wehenden Fahnen zeigen. Danach waren alle überrascht, das es eben nicht so war. Im Endeffekt ist es aber immer noch ein Movie.

ON: ... und ihr verbessert die Welt am Ende.

JF: Ich denke nicht, dass um das Retten der Erde geht. Es geht um das Zusammenstehen, um eine Änderung hervorzurufen. Im Film will das offizielle Amerika nicht, dass das FBI Leute schickt. Es geht um Persönliches. Wir reisen dahin, weil wir jemanden verloren haben. Uns ist die Rettung der Welt egal, wir wollen nur herausfinden, was unserem Freund passiert ist. Wir gehen da mit einer westlichen Sicht der Dinge rein bis uns Ashrafs Figur zurückpfeift. Und dann finden wir langsam raus, dass auch er Freunde auf allen Seiten verloren hat.

JG: Es geht um zwei Leute, die eine menschliche Beziehung aufbauen und als Team arbeiten.

ON: Basiert der Film eigentlich auf wahren Begebenheiten?

JG: Es begann mit Peter Berg, der ein Buch namens "My FBI" von Louis J. Freeh las.

JF: Und es gab ein Bombenattentat in Riad

JG: Aber nicht auf eine westliche Siedlung wie in The Kingdom. Sie haben spezifisch etwas erfunden, um nicht von der Realität eingeholt zu werden zwischen Beendigung der Dreharbeiten und dem Release des Films im Kino.

Päng!

Päng!

ON: Musstet ihr zur Vorbereitung Enthauptungsvideos anschauen, wie man sie auf den Netz findet?

JG: Wir arbeiteten mit dem FBI und sie zeigten uns ein paar intensive Sequenzen.

JF: Ja! Crazzzyyy. Und when ich crazy sage, dann mein ich *BOOM* - die Explosion - und ich sag nur noch "Oh mein Gott!".

JG: Das war nicht lustig.

JF: Ich musste sie fragen, ob sie wirklich so arbeiten müssen.

ON: Wie war der Dreh in Abu Dhabi?

JG: Ich war leider nicht dort.

Gruppenbild mit Dame

Gruppenbild mit Dame

JF: Es war wunderschön. Da gibt's sehr viel Kohle. Wir wurden in einem Lamborghini und einem Phantom Rolls Royce herumkutschiert. Es war geil! Jegliche Art von Speisen. Man musste nur in die Hände klatschen. Die haben sich um uns gekümmert. Es war richtig nett. Und man merkt gleich wieder, wie man die Propagandamaschine aushebeln kann, wenn man einfach mal mit den Leuten aus dem Mittleren Osten abhängt. Die sagen: "Jamie, es ist nicht alles so wie du denkst. Lass mich dir mein Land zeigen." Und dann zeigen sie dir die Schönheiten des Landes. Das einzige, was mich gestört hat, war bei einer Wüstensafari. Danach gab es ein Abendessen und die Bauchtänzerin, die da auftauchte kam aus New York! Abgesehen davon, war es grossartig.

ON: Ich las, dass du viele Bodyguards hattest.

JF: Peter Berg hat da ein bisschen übertrieben. Es waren keine dreissig Bodyguards. Ich hatte auch keinen Vorkoster. Das waren Witze.

ON: Hast du dort viele Frauen gesehen?

JF: Die sahen vor allem mich, weil ihre Geschter verschleiert waren. Es waren schon vor allem Männer - und viele Satellitenschüsseln. Die lieben US-Promi-Magazine dort.

ON: Für dich Jennifer, war es der erste Film als Mami. Ist es anders auf dem Set mit einem Kleinkind?

JG: Mein Tochter war mit dabei. Und alle hatten Verständnis, dass ich öfters in den Wohnwagen zurückkehrte. Ich konnte also viel Zeit mit ihr verbringen und hatte viele frei. Ein idealer Job für Mütter. Und mein Mann (Ben Affleck) war auch dabei. Wir teilen uns die Erziehung. Er kümmert sich jetzt gerade um sie.

ON: Danke für das Interview und viel Spass heute Abend bei "Wetten, dass...?" Es werden euch Millionen zuschauen!

09.10.2007 / rm, db (Fotos)