Grindhouse - Planet Terror (2007)

Interview mit Rose McGowan

Rose McGowan

Rose McGowan

Rose McGowan und Robert Rodriguez kamen anlässlich des ihres aktuellen Kinofilms Planet Terror an 60. Ausgabe des Filmfestivals von Locarno. Der Film stand auf dem Programm der Piazza-Grande Filme und die beiden Stars gehörten zu den bekanntesten Leuten in während des Festivals in der Schweizer Sonnenstube. OutNow.CH konnte an einem Round-Table-Interview zusammen mit zwei welschen Movie-Websites in der Fünf-Sterne-Villa-Parkanlage die beiden interviewen.

» The Interview in English

OutNow.CH (ON): Du spielst in beiden Grindhouse Filmen, welchen bevorzugst du?

Rose McGowan (RM): Nun ich bin ziemlich sicher, dass wenn ich die Frage beantworte, dann wird Robert Rodriguez oder Quentin Tarantino nicht mehr mit mir arbeiten wollen. Also kann ich das wirklich nicht beantworten, aber ein netter Versuch!

ON: Was war dein Beitrag zum Charakter von Cherry (ihre Figur in Planet Terror)?

"Du bist heiss, Baby!"

"Du bist heiss, Baby!"

RM: Ich denke ich kann das nun sagen, da Robert auf dem DVD-Kommentar ziemlich offen über dieses Thema gesprochen hat. Wenn Cherry über das "unnütze Talent Nummer 32" spricht, handelt es sich dabei um etwas, was ich auch immer gesagt habe. Denn es gibt Dinge in denen du gut bist, mit denen du nie Geld verdienen kannst oder die dir sonst im Leben weiterhelfen werden. Er hat sehr viel von meinem Charakter in sie hineingesteckt. Du spielst den Vorstellungen deines Charakters die jemand anders von dir hat entsprechend. Das ist komisch.

ON: Wo liegen die grössten Unterschiede in der Arbeitsweise zwischen Robert Rodriguez und Quentin Tarantino?

RM: Das Set von Robert ist sehr ruhig. Das von Quentin ist sehr laut - Ich bin sicher ihr habt alle Quentin schon mal sprechen sehen. Auf der anderen Seite sind beide sehr präzise und lassen dich nicht wirklich etwas am Dialog ändern. Die wollen das wirklich Wort für Wort wies dasteht. Diesbezüglich sind sie sich sehr ähnlich.

ON: Aber am Set ist es ganz klar, wessen Film es ist.

RM: Ja. Das sollte bei jedem Film der Fall sein. Robert und Quentin haben dieselbe Crew verwendet und mit Robert spricht niemand, aber mit Quentin herrscht eine ständige Diskussion. Da kann man den Unterschied genau sehen.

ON: Wie hast du es geschafft deinen Charakter (Cherry) in dieser verrückten Welt von Planet Terror umzusetzen?

Das Locarno-Paar

Das Locarno-Paar

RM: Nun ich wurde ebenfalls in einer verrückten Welt geboren. (lacht) In Italien, nebenbei gesagt. Ich betrachte es gar nicht von dieser Seite, weil wenn da ein Chick ist, wie Cherry, und sie lebt in einem kleinen Städtchen und ihr Leben ist scheisse und all diese verrückten Dinge geschehen wirklich, dann passiert das auch wirklich. Es ist nicht mit einem Augenzwinkern zum Publikum sagend "Ist das nicht verrückt?". Alles ist real für die Charaktere im Film. Wenn du das dann nicht spielst, ist es ein Witz, es kommt dann nicht richtig rüber, weil du dann nichts von dem verrückten Zeugs glaubst, was ja schon schwer zu begreifen ist. Macht das irgendeinen Sinn? Ich habe einen Jetlag. Ich werde nicht lügen. (lacht) "Ich habe ein ambient (Schlafmittel) genommen und das steckt noch immer in meinem Kopf" Das ist mein Lieblingssong. Okay, ich weiss ich klinge verrückt, macht weiter. (lacht)

ON: Du hast schon bei Scream mitgespielt und nun in diesem Film, hast du gewisse Vorlieben für das Horror-Genre?

RM: Eigentlich mag ich Horrorfilme überhaupt nicht - das ist die grösste Ironie am ganzen. Ich mag sie nicht und ich schau sie mir nicht an. Aber ich schaue all diese Autopsie-Serien und ähnliche Dinge, aber keine Fake-Sachen. Die machen mich wahnsinnig. Es hat sieben Jahre gedauert, bis ich mich durch The Omen geschlagen habe, jeweils fünf Minuten pro Mal. Ich erschrecke noch immer wenn das Hausmädchen sagt "Es ist alles für dich Damian!" Erschreckend, sehr erschreckend. Wes (Craven), Quentin oder Robert können sich keine echten Operationen angucken oder echtes Blut, währenddessen mich ihr Fake-Zeugs wahnsinnig macht.

ON: Was hältst du davon, dass in Europa der Grindhouse-Film in zwei separate Filme aufgeteilt wurde?

RM: Es ist nicht normal in Europa zwei Filme zusammenzufügen, das ist eine amerikanische Sache, weil dort alles Auto-basiert ist. Da hast du ein Drive-In Kino - jetzt vielleicht nicht mehr, weil du möglicherweise attackiert wirst. (lacht) Aber eigentlich seid ihr viel besser dran, weil bei euch die Filme in voller Länge gezeigt werden, denn in den Staaten mussten sie gewisse Szenen rausschneiden. Hier in Europa müsst ihr also nicht auf die DVD warten, um die kompletten Filme zu sehen.

ON: Hattest du gewisse Freiheiten beim spielen?

RM: Das hängt von der Person ab, nicht bei Quentin, er ist da sehr präzise. Er konzentriert sich sehr stark auf seine Dialoge. Er ist nicht einer der Regisseuren der sagt: "Improvisiere einfach mal!" Aber normalerweise folgst du einfach einer Richtlinie und dann kannst du improvisieren.

ON: Wusstest du von Anfang an über deine Rolle Bescheid, über das Maschinengewehr-Bein?

RM: Ja, darüber wusste ich bereits vor dem Dreh Bescheid. Ich erhielt von Robert eines Tages einen Anruf und er sagte nur: "Cherry wird ein Maschinengewehr-Bein haben." Ich habe nur gelacht und sagte: "Klingt super!" Ich dachte das ist super, wenn man bedenkt, dass ich Horrorfilme nicht mag, ich denke das ist lustig.

ON: Du singst auch, was sind deine musikalischen Einflüsse?

"Gefällt dir das?"

"Gefällt dir das?"

RM: wuchs mit der Musik von Patsy Cline (Country Sänger) auf. Ich konnte nicht schlafen ohne dass ich diese Musik hörte. Ich hab mir viel Country Musik aus den Fünfzigern angehört. Zudem mag ich auch Liebeslieder wie zum Beispiel die von Dinah Washington. Ich mag auch AC/DC. (lacht) Und Justin Timberlake.

ON: Wirst du dir den Film auf der Piazza anschauen?

RM: Ja.

ON: Was erwartest du für Reaktionen vom Publikum?

RM: Die meisten Leute die ich während Vorführungen gesehen habe bedecken ihr Gesicht mit den Händen. Sie haben gleichzeitig geschrien und gelacht. Ich denke das ist die beste Art einer Reaktion. Es ist ein sehr interaktiver Film. Du sitzt nicht einfach da und starrst auf die Leinwand. Es ist vielmehr eine Achterbahnfahrt.

ON: Wie stellst du dir das Überleben von Cherry und ihrer Gruppe in einer Welt, die ganz schrecklich schlimm wurde, vor?

RM: Sie rettet die Welt und wird eine Führerin. Ich denke sie ist eine Art Gott. Sie möchte wie ein grosser Cäsar sein, aber mit einem Maschinengewehr-Bein.

ON: Spielst du lieber in Serien oder in Filmen?

RM: Filme, denn wenn du in Serien spielst, musst du viel mehr arbeiten. Wenn ich bei den Serien arbeitete war ich ständig krank weil ich nicht schlafen konnte. Ich möchte nun selber ein paar TV-Dinge selber produzieren, aber nicht selber mitspielen. Aber ich liebe TV. Ich mag The Closer ganz gut, das ist im Moment ganz klar meine Lieblingsserie. Und dann gibt's noch all meine Autopsie- und Medizin-Sendungen.

ON: Nun zu den Pop-Up Fragen, wir geben dir ein Wort und du antwortest einfach nur mit dem ersten Gedanken.

RM: (gluckst)

ON: Brutalität

RM: Kommt drauf an

ON: Bester Film aller Zeiten

RM: (denkt nach) M

ON: Rockstars

RM: Überbewertet

ON: Charmed

RM: Unterbewertet

ON: Locarno

RM: Erstaunlich

ON: Verpasste Traumrolle

RM: Scarlett O'Hara

ON: OutNow.CH

RM: Was?

ON: Unsere Website

RM: Oh! Okay. Was?- Das ist meine Antwort. (lacht) Nein, Fantastisch!

ON: Besten Dank!

RM: Bitte.

09.09.2007 / pj, henker