300 (2007)

Interview mit Rodrigo Santoro

Rodrigo Santoro

Rodrigo Santoro

Der brasilianische Schauspieler Rodrigo Santoro ist ein bekannter Soap-Star in seiner Heimat und die Stimme von Stuart Little, wenn die animierte weisse Maus Brasilianisches Portugiesisch spricht. Wenn Hollywood nach ihm ruft, dann braucht's meist einen leicht oberflächlichen Schönling. (Schaut euch mal Charlie's Angels: Full Throttle oder Love Actually an, wenn ihr dafür Beweise braucht.). Die Rolle für die er von den Kritikern am meisten gelobt wurde, war im Arthur Cohn Film Behind the Sun, der das Film Festival in Venedig gewonnen hat. Wer von euch die dritte Staffel von Lost bereits guckt, hasst kennt vielleicht auch noch seine Figur Paolo. Xerxes, der kahle Gigant, der schwul wie eine Drag Queen wirkt, ist vielleicht eine etwas seltsame Rollenwahl für ihn, aber im Gespräch mit OutNow.CH in Berlin behauptet Rodrigo, er wollte ihn schon immer spielen.

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OutNow.CH (ON): Macht es Spass, jemanden wie Xerxes zu spielen?

Rodrigo Santoro (RS): Es war eine Transformation von mir selber zu dieser Figur. Ich musste trainieren und meinen ganzen Körper rasieren. Frank Miller beschrieb die Figur als drei Meter gross, ohne Haare und mit einer Stimme wie ein Donnerschlag.

ON: Aber gänzlich böse ist er nicht.

Im Xerxes-Kostüm

Im Xerxes-Kostüm

RS: Er ist nicht eindeutig. Er ist eher ein Wesen als ein König. Es ist eine Figur aus einem Comic und deshalb mythologisch und fantastisch. Im Film gibt es auch Giganten mit Hummerscheren statt Fingern. Es macht Spass, sowas zu spielen. Und Xerxes ist nur ein Beispiel davon. Ich denke nicht, dass er böse ist. Es geht nicht nur um gut oder böse.

ON: Leonidas ist ja auch nicht nur gut.

RS: Beide kämpfen für ihre Ziele. Die Spartaner kämpfen für die Freiheit gegen Xerxes' Tyrannei. Xerxes muss die Welt erobern. Diese Mission hat ihm sein Vater hinterlassen. Aber wie er es macht, ist seltsam. Er glaubt echt, er sei Gott. Weil er so megalomanisch ist, macht es die Figur interessant. Es geht nur um sein Ego.

ON: Wählst du deine Charaktere mit Karrierehintergedanken aus?

RS: Ich fokussiere mich immer auf meine derzeitigen Projekte. Ich habe während meiner schauspielerischen Laufbahn bemerkt, dass man das nicht wirklich kontrollieren kann. Man weiss vorher nie, wie ein Film wird und wie die eigene Leistung darin ausfällt. Wer seine Rollenwahl auf Prognosen basiert, wird immer im dunkeln tappen.

15.02.2007 / rm