3. Zürcher Filmbörse 2006

Für das WM-Studio zuhause: Die Original Alain Sutter-Puppe

Für das WM-Studio zuhause: Die Original Alain Sutter-Puppe

Das Kino- und Filmjahr 2006 nähert sich dem Abschluss. Doch bevor sich der Filmfan im Dezember mit dem gemeinen Volk zum vorweihnachtlichen Einkauf trifft, gibt es jeweils diesen einen Termin, der schon seit langem in der Agenda steht. Die Zürcher Filmbörse. Roman Güttinger hat einmal mehr in seinem sagenhaften Fundus gestöbert, die Perlen der Filmgeschichte herausgefischt und präsentierte am Samstag im Kino Abaton in Zürich einen kleinen Einblick in die Welt der Originalrequisiten, Masken, Filmprops und Memorabilia. Zusammen mit diversen anderen Ausstellern lud er die Freunde des Films zu einer Börse ein, in der nicht nur gestaunt, fotografiert oder angetatscht wurde, sondern vor allem eins: verkauft.

Bis fast am Schluss durfte man ausserdem hoffen, dass Peter Jackson persönlich anwesend sein würde. Daraus wurde aber leider nichts.

Frühaufsteher stehen an.

Frühaufsteher stehen an.

Morgens um 11.00 Uhr fanden sich dann auch die ersten Interessierten vor der Eingangstür des Zürcher Kinos wieder. Das grosse Portemonnaie war voll und die Augen am leuchten. Kurz nach der Türöffnung herrschte dann auch schon mächtiges Tohuwabohu im (zu kleinen) Foyer. Und was man da so alles entdecken konnte. Für die nächste Eroberung ein Wolverinekostüm. Der gelbe Kampfanzug aus Kill Bill, das fliegende Messer aus The Shadow oder der heilige Gral von Indiana Jones. Ob der wohl auch ewiges Leben verleiht?

Weiter ging die Tour, vorbei an Schwertern, Messern, Köpfen (Hellraiser) und als dann die Barren in Gold gepresstem Latinum zum Vorschein kamen, konnte die Frage nach dem Wert der Barren leider nicht beantwortet werden. Fürs allmorgendliche Rückenkratzen gab es eine Krallenhand aus Nightmare on Elm Street und wer es gerne spielerisch mag, der holte sich für knapp 500 Franken das genial aussehende Schachspiel zu Alien vs. Predator.

Mini-T

Mini-T

Während im Hintergrund der Sound von Happy Feet versuchte, die Besucher zum Kauf anzuregen, wurde eins wieder einmal klar: Wer keinen wirklich gut gefüllten Geldbeutel dabei hatte, wurde zum Zuschauen verdammt. Oder wer kann schon 5'000.- für einen "lebensgrossen" C3-PO auf den Tisch knallen? Gut, wenn der jetzt jeweils die Cocktails serviert hätte, dann wäre es überlegenswert. Aber so?

Der Meister der Filmrequisiten hatte dann auch praktisch keine Zeit zu plaudern, liess jedoch verlauten, dass er beim lebensgrossen Darth Vader, der Terminator 2-Figur und dem angesprochenen C3-PO schon ein wenig zu kauen hätte, würden die verkauft werden. Über das himmelblaue Superman-Kostüm, das ganz unschuldig in der Ecke stand, verlor er hingegen kein Wort.

Sick Bäbi

Sick Bäbi

Je weiter man in die Gänge vordrang, desto gruseliger wurden die Angebote. Zwar waren die angebotenen DVDs aus Zürcher Hand noch interessant, jedoch nachdem man die Treppe hinaufgekraxelt war, verwandelte sich das Abaton in einen Tummelplatz für Horrorprodukte. Zwischen "Evil Pieces", "Rotten Dolls" und "Sick Stuff" gab es noch Poster aus Hollywoods Glanzzeiten, alte Filmhefte oder Duschvorhänge mit Totenköpfen drauf.

Fazit des Besuchs: Für eine Eintrittsgebühr von satten 10.- Franken war es wie zuvor schon recht eng, unübersichtlich und sehr Genrespezifisch. Ausserdem waren die Preise für die diversen Ausstellungsobjekte, DVDs und Autogramme ebenfalls recht gesalzen. Denn so gern ich Bilder von Bruce Campbell oder The Rock schön eingerahmt und mit Unterschrift in der Glasvitrine stehen haben möchte, dreistellige Beträge möchte ich dafür nicht ausgeben. Cool war es trotzdem und hoffentlich sieht man sich nächstes Jahr wieder.

02.12.2006 / muri (Text), db (Bilder)