Severance (2006)

Ein blutiger Betriebsausflug

Interview mit Danny Dyer

Danny Dyer

Danny Dyer

Ist Danny Dyer cool? Ja. Zumindest gemäss der OutNow.CH-Fotografin, die mit ihm über das Abschneiden der Engländer an der Fussball-WM in Deutschland plauderte. Ist Danny Dyer berühmt? Ein bisschen. In England hat er schon in einigen Filmen fürs Kino und das Fernsehen mitgespielt. Vor allem The Football Factory ist ziemlich bekannt. Ist Danny Dyer mutig? Klar. Er schaute sich sein neuestes Werk Severance im Tessin sogar mit den Kritikern an, obwohl ihn Regisseur Christopher Smith vor den ganz gemeinen Kerlen gewarnt hatte.

» The interview in English

OutNow.CH (ON): Erzähl uns bitte von dem Charakter Steve, den du in Severance spielst.

Glögglibögen sterben jeweils zuerst.

Glögglibögen sterben jeweils zuerst.

Danny Dyer (DD): Steve trägt die Gruppenverantwortung. Er nimmt Drogen und ihm misslingt so ziemlich alles, was er anpackt. In einem normalen Horrorfilm wäre er der erste, der das Zeitliche segnen würde. Es ist klever gemacht, dass derjenige, den es offensichtlich am ehesten erwischen wird, hervortritt. Aber es ist eine grossartige Figur. Ich bin offenbar aus einem bestimmten Grund mit von der Partie.

ON: Glaubst du, dass deine Fans beunruhigt sein werden, da du im Film einen Drogenabhängigen spielst?

Endlich gefunden: Der Verlobungsring

Endlich gefunden: Der Verlobungsring

DD: Nein. Die Filme, die ich bisher gemacht habe, waren alle ziemlich kontrovers - handelten von Drogen und Hooligans. Die Leute fangen wohl eher damit an, solche Rollen von mir zu erwarten. Mir folgt ein gewisser Kult. Die Kriminellen lieben mich. Ich kriege all die bösen Scheisstypen, die mich mich mögen. Die alten Damen wollen hingegen nichts von mir. Auch Kinder lassen die Finger von mir. Severance ist für mich eine gute Möglichkeit, andere Seiten meiner Schauspielfähigkeit zu zeigen. Es ist eine Gelegenheit, witzig zu sein.

ON: Anscheinend war Horror nicht zu oberst auf deiner To-Do-Liste aufgeführt. Warum bist du trotzdem dem Cast beigetreten?

Nimm das, Quentin Tarantino!

Nimm das, Quentin Tarantino!

DD: Die meisten Horrordrehbücher die du kriegst sind Müll. Sie sind echt beschissen. Sowas von offensichtlich. Immer derselbe alte Mist. Das heutige Publikum sieht eine Menge Filme. Dadurch sind sie einen Schritt voraus. Sie wissen stets, was als nächstes geschehen wird. In Severance hingegen weiss man nie, was kommen wird. Als ich das Skript las, war ich total davon überzeugt.

ON: Was macht es denn so grossartig?

DD: Es ist der Humor und dass es ihm einen Schuss Horror verpassen kann. Immer wenn es wirklich krass und abartig wird, schalten sich diese leichten, unbeschwerten Momente ein, die etwas Entspannung bringen. Es ist wirklich sehr klever, aber ein schwieriges Unterfangen, dies so hinzukriegen. Doch ich denke, dem Drehbuch ist dies sehr gut gelungen.

ON: Hast du jemals in deinem eigenen Leben schlechte Erfahrungen mit solchen teambildenden Aktivitäten gemacht?

DD: Nein. Das ist mehr ein Ding für Büros und solche Typen. Ich habe nie in einem Büro gearbeitet, hatte nie damit zu tun. Ich bin kein Burogummi. Das passt nicht zu mir.

ON: Was sind deine nächsten Projekte?

Danny in Locarno

Danny in Locarno

DD: Mir wurde ein weiterer Horrorfilm angeboten: The Lesbian Vampire Killers. Es ist eine Verarsche und ich bin der einzige männliche Part im Film. Da gibt es nur junge Frauen, die herumrennen und sich gegenseitig beissen. Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Rolle annehmen soll. Gerade eben habe ich meinen ersten Horrorfilm abgedreht, nun wird es sehr schwer werden, diesen zu toppen. Severance ist meine bisher beste Arbeit. Es gibt andere Projekte, da hab' ich Glück. In meinem Business kriegst du nie etwas garantiert - ein echt harter Job. Das Jahr verlief für mich jedoch sehr gut. Vier Filme habe ich nacheinander drehen können. Ich habe mit Gillian Anderson einen Film gemacht. Sie ist eine grossartige Schauspielerin. Du musst echt ständig besser werden und an dir arbeiten, wenn du mit Personen wie ihr zusammenarbeitest.

ON: Vielen Dank für das Gespräch.

DD: Danke auch.

10.08.2006 / rm, nd