Love Made Easy (2006)

Interview mit Melanie Winiger

Melanie Winiger

Melanie Winiger

Miss, Mami, Mannequin, Möchtergernmaturandin und neuerdings auch Method Actress. Melanie kennen alle. Fast ist man geneigt, sie Megastar zu nennen - weltbekannt, zumindest in der Schweiz. Ihr neuer Film Love Made Easy wird oft nur "der neue mit Melanie Winiger" genannt. Sie hat ihren Weg gemacht, mit dem Fernsehfilm Sonjas Rückkehr Respekt von ungewohnter Seite verdient. Das ist nicht mehr dieselbe Frau wie vor drei Jahren, als OutNow.CH sie für Achtung, fertig, Charlie! zum ersten Mal zum Interview traf.

Jetzt spielt sie Natalia, ein aus Russland übersiedelter Striptease-Profi. OutNow.CH ersparte sich die Fragen zu diesem Metier und fragte lieber direkt nach ihren Brüsten. Denn mit Breakout ist ihr nächster Film schon abgedreht. Und darin soll sie aufs ganze gehen, meinte zumindest der Regisseur. Aber die Wahrheit weiss wie immer Melanie besser.

"Natalia" zeigt sich bissig.

"Natalia" zeigt sich bissig.

OutNow.CH (ON): Gratulation zu Sonjas Rückkehr. Ich hatte das Glück, den Film in Baden auf Grossleinwand zu sehen. Was hat es für dich bedeutet, diesen Fernsehfilm in einem richtigen Kino mit Publikum zu sehen?

Melanie Winiger (MW): Besten Dank. Ob Grossleinwand oder nicht macht für mich keinen grossen Unterschied. Mir ist es wichtiger, dass meine Familie und meine Freunde dabei sind. Egal ob nun 1000 Leute mit im Saal sitzen oder ich alleine mit fünf anderen den Film am Fernseher schaue.

ON: War die Rolle der Sonja die bisher intensivste Erfahrung als Schauspielerin für dich?

MW: Ja, definitiv. Es war ein Drama, bei dem ich einen Charakter mit vielen Facetten spielen musste. Eine Figur mit diesem Schicksal zu spielen hat mich ziemlich mitgenommen.

ON: Du hast mit dieser Rolle grossen Eindruck hinterlassen - auch bei gestandenen Filmredaktoren. Warst du überrascht darüber?

MW: Ehrlich gesagt, befasse ich mich nicht gross mit den Meinungen von Kritikern. Ich habe mich intensiv mit Tobias Ineichen, dem Regisseur des Films, auseinandergesetzt. Es war unser Projekt. Ich selber bin mit meiner Leistung zufrieden gewesen. So gut wie man als Schauspielerin halt mit sich zufrieden sein kann. Ich konzentriere mich einfach auf meine Arbeit und will nicht wissen, was alle anderen im Filmbusiness davon halten.

Melanies Autogrammkarte Version 2006

Melanies Autogrammkarte Version 2006

ON: Love Made Easy ist wieder ein Komödie. Von diesem Genre wolltest du nach Charlie ein bisschen Abstand nehmen. Was hat dich trotzdem zu diesem Projekt gezogen?

MW: Als ich nach der Schauspielschule aus Los Angeles zurückkam, habe ich gleich beide Filme, Sonjas Rückkehr und Love Made Easy, am Stück gedreht. Ich sah dies als Chance für mich, um zu merken, was mir besser zusagt. Erst danach habe ich mich eher gegen das Komödiengenre entschieden.

ON: Was hat dir an der Geschichte von Love Made Easy besonders gefallen?

MW: In der heutigen Zeit gibt es in den Filmen immer wieder explodierende Autos, oder es geht um Geld, Diamanten oder sonst etwas, das schön glitzert. Love Made Easy hingegen zeigt die Wichtigkeit der Freundschaft. Die fünf Männer im Film, die sich selber als Loser bezeichnen, schaffen etwas, weil sie zusammenhalten. Es ist keine "Haha-Komödie", bei der die Leute auf Bananenschalen ausrutschen. Weiter finde ich sehr witzig, dass alle im Film meinen, meine Figur sei perfekt. Statt einer Stripperin ist sie einfach eine Tänzerin. Dabei hat sie im Endeffekt genau die gleichen Probleme wie alle anderen auch: sie will geliebt werden und Freunde um sich scharen. Sowas wünschen wir uns eigentlich alle. Auch ein Robbie Williams will abends im Hotelzimmer nicht ganz alleine sein.

ON: Ist es Zufall, dass man dich in letzter Zeit in Filmen oft in Mutterrollen sieht?

MW: Dass ich in Love Made Easy eine Mutter spiele, ist völlig nebensächlich. Bei Sonjas Rückkehr war es das Thema der Geschichte. Hier spielt es vor allem deshalb eine Rolle, damit der Plot am Ende aufgeht.

ON: Wie war es in Amerika zu drehen?

MW: In Sachen Crew war es kein so grosser Unterschied zu hier. Aber die Schauspieler haben mir imponiert. Sie hatten extrem viel Geduld und haben nie gemotzt. Auch bei den schlimmsten Drehtagen waren sie immer positiv eingestellt und sagten jeweils "We're living the dream!"

Schon als Miss von coolen Männern umgeben

Schon als Miss von coolen Männern umgeben

ON: Hast du dich während deiner Zeit in L.A. auch um Filmrollen bemüht und bist dafür an Castings gegangen?

MW: Das durfte ich gar nicht. Ohne Arbeitsbewilligung war da gar nichts zu machen. Ohne Bewiligung nimmt dich kein Agent in die Kartei, und ohne Agent darfst du auch nicht an die Castings. Es ist also ein Teufelskreis. Ich habe mich deshalb nie gross darum gekümmert.

ON: Im Film trägst du ein rosa Shirt mit der Aufschrift Stromberg. Hat das was mit der Fernsehserie zu tun?

MW: Nein. Das ist einer meiner Sponsoren. Eine Kleiderfirma, die mit dem Shirt Product Placement machte. Die Fernsehserie kenn ich gar nicht. Ich gucke am liebsten Lost und Prison Break.

ON: In deinem nächsten Film Breakout spielst du eine Anwältin bei der Jugendanwaltschaft. In einem Verhör beweist du dem Angeklagten, dass sich hinter dem Spiegel im Raum keine weiteren Polizisten befinden, indem du kurz deine Brüste entblösst. War da ein Bodydouble im Spiel?

MW: Das war ein Double, das sind nicht meine. Einfach so mach ich das nicht. Da kann der Regisseur noch lange das Gegenteil behaupten.

Fröhliche Premiere

Fröhliche Premiere

ON: Welche Filmprojekte stehen als nächstes an?

MW: Es gibt Projekte "in der Pipeline". Aber über die kann man logischerweise noch nicht sprechen.

ON: Man hört, dass du an deinem Bühnendeutsch feilst. Bist du in Deutschland schon vorstellig geworden?

MW: Ich habe schon Anfragen aus Deutschland bekommen. Deshalb will ich gewappnet sein, falls das perfekte Angebot kommt - damit wir dann gleich loslegen können.

13.09.2006 / rm