Love Made Easy (2006)
Interview mit Martin Landau

Martin Landau
Die Filmographie von Charakter-Darsteller Martin Landau umfasst stolze vier Jahrzehnte. Er arbeitete mit Alfred Hitchcock in North by Northwest und wurde für seine Darstellung von Bela Lugosi in Tim Burtons Ed Wood mit dem Oscar für den besten Nebendarsteller ausgezeichnet. Dass ein Schweizer Regisseur wie Peter Luisi mit dieser Hollywood-Legende arbeiten konnte, hat mit viel Glück zu tun. Über drei Stationen wurde der Kontakt hergestellt, denn es ist nicht gerade einfach an Schauspieler dieses Kalibers heranzukommen. Landau konnte sich aber die sieben Drehtage freinehmen - inklusve zweier Nachtdrehs - und spielt nun den Mafiaboss Don Farinelli Sr. in der Komödie Love Made Easy.
OutNow.CH (ON): Love Made Easy ist eine Schweizer Produktion mit einem Schweizer Regisseur. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?
Martin Landau (ML): Ich habe das Drehbuch gelesen, Peter getroffen und ihn auf Anhieb gemocht - ein aufgeweckter und sehr intelligenter Mensch. Es schien eine lustige Sache zu werden. Und so hab ich für sehr viel weniger Geld mitgemacht als ich das sonst tue.
ON: Love Made Easy (Die Liebe - leicht gemacht) ist ein sehr positiver Titel.
ML: Ein süsser Titel. Die Liebe ist nie einfach. Aber es ist ein sehr interessanter Titel. Ich würde ein Handbuch mit diesem Titel auf jeden Fall gerne einmal lesen.
ON: Der Film wurde mit Cast und Crew aus beiden Produktionsländern in Los Angeles gedreht. Wie hast du diese kulturelle Mischung erlebt?
ML: Ach, ich habe schon mit Cast und Crews zusammengearbeitet, die gar kein Englisch verstanden. Schweizer sprechen ja Englisch mit einem leichten Akzent. Interessanterweise waren einige dieser Crewmitglieder der englischen Sprache sogar mächtiger als die Einheimischen. Deshalb gab es da auch keine wirklichen Schwierigkeiten.
ON: Wurden die Klischees, die du von Schweizern kanntest, bestätigt?
ML: In der Filmindustrie muss man grundsätzlich ein bisschen wahnsinnig sein. Schweizer sind zwar ein wenig verschlossener, was ich aber auch bei Deutschen und Österreichern beobachte. Aber Leute, die sich mit Film beschäftigen, sind immer eine Ausnahme der gängigen Klischees. Sie haben auf der ganzen Welt eine gewisse Ähnlichkeit.
ON: Peter Luisis Drehbuch zelebriert die Antihelden. Was fasziniert dich mehr, die Helden oder die Antihelden?
ML: Heldenhafte Filmfiguren, die keine dunkle Seite haben, sind sehr langweilig. Solche Helden gibt es gar nicht im Leben. Oder hast du schon einen getroffen? Wenn jede Filmfigur ein Musterknabe wäre, dann möchte ich kein Schauspieler sein.
ON: Der Gambler Don Farinelli Sr. verliebt sich leidenschaftlich im Film. Ein Sprichwort besagt, dass man entweder Glück in der Liebe oder Glück im Spiel hat. Was ist in dieser Hinsicht deine Erfahrung?
ML: Es gibt einfach Leute, die viel Glück haben. Und ich glaube, dass man in beiden Belangen auch viel Unglück haben kann. Ich selber hatte nie besonders viel Glück im Spiel. In all den Jahren hatte ich aber manchmal Glück in der Liebe. Abgesehen davon hatte ich aber auch Beziehungen zu Frauen, die einen wahrhaften Touch von Midas hatten. [kichert]
ON: Im Sinne von alles, was sie berühren, wird zu Gold?
ML: Nein, alles was ihnen in die Hände kommt, wird zu Scheisse. [lacht]



