Eden (2006)

Interview mit Charlotte Roche

Charlotte Roche

Charlotte Roche

Je länger je öfter wird der Moderationsauftritt im Musikfernsehen, oder was noch davon übrig blieb, zum Zwischenspiel auf dem Weg zur Schauspielerei. In die Reihe der Tschirners, Makatschs, Schwarzs und Phan-This reiht sich nun auch die grosse Charlotte Roche, die Frau von der Fast Forward-Front. Ihr erster Film, eine Schweizer-Koproduktion, heisst Eden. Sie spielt darin eine Kellnerin, die sich als Genussmensch neu definiert, nachdem sie bei einem Meisterkoch auf den Geschmack der Haute Cuisine gekommen ist.

OutNow.CH traf die neuerdings mit Brille Auftretende auf ihrem Kurztrip ans Zurich Film Festival und konnte zwischen dem Auftritt auf dem roten Teppich und und dem beim Aeschbi kurz mit ihr quatschen. Dabei ging es um ihren Film, die Bild-Zeitung und Stierhoden.

OutNow.CH (ON): Hat dir das Essen im Film wirklich so geschmeckt.

Charlotte Roche (CR): Ja. Das Problem ist nur, wenn du sieben Mal dasselbe essen musst, kannst du davon genau so brechen, wie von Leberwurst oder so.

Es waren keine richtigen Stierhoden.

Es waren keine richtigen Stierhoden.

ON: Wie schmecken denn Stierhoden?

CR: Im Film sind es gar keine richtigen Stierhoden, sondern nur rund geschnittenes Ochsenfleisch. Aber an dem Tag, als ich die Ochsenfleischstücke immer eins nach dem anderen schnell runterschlucken musste, hat der Koch echte Stierhoden mitgebracht und in Butter gebraten. Ein Stierhoden ist echt so gross, wie von einem dicken alten Mann die Niere und es schmeckt nach Hirn.

ON: Hast zu während dem Filme zugenommen?

CR: Ja. Total! So ein Film wird ja nicht chronologisch gedreht. Auf der Leinwand kann ich nun immer genau sagen, wann was gedreht wurde, weil ich immer dicker geworden bin.

ON: Wie gut kannst du den kochen?

CR: Wegen dem Film, kann ich das schon ein bisschen besser. Ich traue mich schon ganze Tiere zu kochen. Enten oder Hühner als Ganzes ist ja schon für Fortgeschrittene. Und letztens habe ich sogar Rehrücken gemacht. Das war gut.

Als Stargast in Zürich

Als Stargast in Zürich

ON: Was hat dich am Drehbuch zu Eden am meisten fasziniert?

CR: Das kann ich ganz genau sagen. Auf den ersten vier Seiten geht es um diesen Jungen, der die hochschwangere Frau beim Duschen beobachtet. Alleine dieses Bild liess mich denken, dass kann nur ein guter Film sein. Das stimmt ja auch.

ON: Ein Bild reichte?

CR: Damit fing das ja nur an und dann kommen ja ganz viele andere tolle Bilder.

ON: Ist nun Schauspielerin dein neuer Traumberuf?

CR: Das wäre ich gerne. Ich würde schon mehr davon machen, aber die Bücher müssen halt auch was taugen. Auf etwas wie Eden habe sehr lange gewartet. Ich glaube ich muss jetzt nochmal sieben Jahre warten. Ich habe viele Angebote gehabt, und zum Glück immer abgesagt, weil das immer sehr sehr schlecht war.

ON: Wann sieht man dich wieder am Fernsehen?

CR: Sobald ein mutiger Mensch, der beim Fernsehen arbeitet, mir eine Sendung gibt, wo ich machen darf, was ich möchte. Das ist leider sehr selten.

ON: Am Ende stellen wir jeweils Pop-Up-Fragen, wo die Leute einfach sagen, was ihnen gerade in den Sinn kommt.

CR: Das kann ich.

Roche als Eden.

Roche als Eden.

ON: Bild-Zeitung

CR: Nur Arschlöcher, die da arbeiten.

ON: Kochen

CR: Am liebsten für die Familie, aber nur wenn der Mann mehr kocht als die Frau.

ON: Voyeure

CR: Finde ich bei Zeitungen mit Paparazzibildern schrecklich. Voyeuristische Zeitungen sind verwerflich, und Leute die das lesen auch, weil die geben denen ja Geld. Aber privat voyeuristisch zu sein, find ich das ganz gut.

ON: Eigene Kinder

CR: Kann ich jedem empfehlen.

11.10.2006 / domstah