Snatch. (2000)
Snatch - Schweine und Diamanten
Produktionsnotizen zu Snatch: Die Familie
"Es genügt nicht, das richtige Gesicht und die richtige Persönlichkeit für eine Rolle zu haben", sagt Guy Ritchie. "Es geht darum, so etwas wie eine Familie zu gründen. Deswegen dauerte das Casting so lange - die Schauspieler sollten sehr authentisch, sehr ausdrucksstark sein, aber auch ausserhalb der Leinwand Format besitzen. Ich will nach einem langen Drehtag die Möglichkeit haben, mit den Jungs ein Bier trinken zu gehen und das Geld einkassieren zu können, das mir Jason (Statham) noch von der gestrigen Schachpartie schuldet."
Vinnie Jones sieht das ganz genauso: "Jeder kennt jeden. Du kennst alle von den Beleuchtern über die Elektriker bis zu den Schauspielern. Wir kennen jeden namentlich und nach der Arbeit trinken wir immer noch einen zusammen", sagt er. Statham ergänzt: "Das liegt daran, dass wir fast die gleiche Crew wie bei Lock, Stock haben. Alle können über dieselben Sachen lachen, und es existiert in vielen Bereichen diese besondere Übereinstimmung. Wir haben, wie damals, wieder unseren Spass." Dennoch sind alle sehr ernsthaft bei der Sache. Nochmal Statham: "Wir drehen hier einen Film, und jeder weiss, worum es geht." "Wir holen kontinuierlich das Letzte aus jedem heraus", erklärt Ritchie. "Entweder säufst Du ab oder schwimmst mit, und in dieser Truppe sind die meisten wie Fische umhergeschwommen." Um die Disziplin aufrecht zu erhalten, führte Ritchie am Set ein Geldstrafen-System ein. Strafen gab's für Handies, Zuspätkommen, Nickerchen während des Drehs, freche Bemerkungen und schlechte Laune. Ein Crewmitglied wurde sogar verdonnert, weil keine Tassen mehr auf dem Kaffeetisch vorhanden waren. "Die Geldstrafen sorgten dafür, dass das Schiff auf Kurs blieb", erhellt Ritchie. "Leider war ich einer derjenigen, die am meisten abdrücken mussten. Die Jungs stellten mir eine komplette Party in Rechnung, weil ich vergessen hatte, ein paar Socken an die Ausstattung zurück zu geben." Jason Statham ergänzt: "Am meisten verpassten wir ihm die 'Alarm-Strafe' - jedesmal, wenn wir das Gefühl hatten, dass er jetzt wieder ein bisschen zu viel Alarm macht."
Für weitere Nebenverdienste sorgte ein altmodisches Kartenspiel, mit dem sich die meisten der Crew die Zeit zwischen den Takes vertrieben. "Das ging auch bei Lock, Stock schon so", erklärt Vinnie Jones. "Der Produzent kommt an und bringt alle auf die Palme, weil er wieder seine Karten zückt! Da hatte er auch in Brad den richtigen gefunden, obwohl ich glaube, dass er bei den gesetzten Beträgen in Dollar gedacht hat, während wir mit Pfund spielten. Schätze, wir haben ihm ein wenig das Fell über die Ohren gezogen!"

