Star-Wars-Blu-ray-Set: Episode II - Attack of the Clones

Der wohl schwächste Teil der Sternensaga steht seinem Vorgänger auf Blu-ray in nichts nach: Top-Sound und gutes Bild. Die Extras sind vielleicht sogar ein Stück besser...

Der Film:

Anakin ist gross geworden in Star Wars: Episode II - Attack of the Clones, dem zweiten Abenteuer der Prequeltrilogie. Während die Romanze zwischen Padme (Natalie Portman) und Anakin (Hayden Christensen) einige Schwächen aufweist, ist dieses Sequel definitiv ein würdiges Kapitel in der Star-Wars-Saga. Der digitale Yoda kann in Sachen Ausdruck durchaus mit Gollum konkurrieren, und sein finaler Kampf gegen den herrlich diabolischen Count Dooku (Christopher Lee) löste in den Kinosälen Begeisterungsstürme aus. Zudem gibt es eine spannende Film-noir-Nebenhandlung, in der Obi-Wan Jango Fett und der Kreation einer Klon-Armee auf die Schliche kommt. Die letzte halbe Stunde gipfelt im Beginn des Klonkrieges, der schon lange in den Köpfen der Fans herumschwirrte. Die Umsetzung dieser Schlacht ist ein gigantischer Kindergeburtstag, der unglaublich Spass macht. Obwohl diese Episode wohl der schwächste Teil der gesamten Reihe ist, bietet er dennoch Spannung, Drama und Action am Laufband, wie es sich für einen Star-Wars-Film gehört.

Der Blu-ray-Transfer:

Episode II wechselt mit jeder Location ihren Look. Vom klinisch-kalten Kamino zum erdigen Geonosis gibt die Blu-ray diese verschiedensten Stimmungen in brillanter Qualität wider. Es ist, als sähe man den Film zum ersten Mal, wenn man die Kratzer in C-3PO oder die Stoffasern der Jedi-Roben bis ins letzte Detail klar ausmachen kann. Dennoch reicht es auch hier nicht ganz für die Höchstwertung, da einige Umrisse der von realen Schauspielern gespielten Figuren schwammig wirken und schnelle Szenen ab und an wackelig sind. Glatte 6 Sterne gibt es jedoch für den unkomprimierten Ton der Disc. Alleine schon die Sequenz im Asteroidengurt lässt die Wände wackeln. Doch obwohl dies eine aggressive, laute Tonspur ist, werden weder die Musik noch die kleinen Details im Keim der Action erstickt. Die beiden aus Archivmaterial zusammengeschnittenen Audiokommentare der Filmemacher und Darsteller enthüllen zudem einige interessante Fakten zu den Dreharbeiten.

Die Specials:

Disc 7 surrt wieder im Blu-ray-Player und entführt die Star-Wars-Jünger auf die Planeten Coruscant, Naboo und Geonosis. Auffallend, dass hier Kamino nicht vertreten ist und wohl ein weiterer Hinweis darauf, dass diese Veröffentlichung noch lange nicht das ultimative Set ist, das sich viele Fans wohl erhofft hätten.

Deleted/Extended Scenes:

Auf Coruscant gibt es eine Extended Speeder Chase zu sehen, in der sich der Speeder von Obiwan und Anakin in einer wehenden Flagge verhängt. Diese Szene ist noch im Rohzustand und hätte die Sequenz eher unnötig verlängert. Dasselbe kann man von The Lost Twenty nicht behaupten. Hier erzählt Jedi-Archivarin Jocasta Nu über die nur 20 Jedi, die den Orden je verlassen haben und denen in der Bibliothek Büsten aus Bronze errichtet wurden. Count Dooku ist natürlich einer davon, und man erfährt, wieso er sich entschied, dem Orden den Rücken zuzuwenden. Eine Szene also, die Lucas definitiv in den finalen Schnitt hätte einfügen sollen.

Auf Naboo darf Hayden erneut beweisen, dass er in diesem Film schauspierlerisch nicht gerade auf der Höhe war. Anakin's Nightmare zeigt, wie sich der junge Jedi unfreiwillig komisch im Bett windet und einen weiteren Albtraum von seiner Mutter in Gefahr hat. Glück gehabt, ist das weg! Anakin and Ruwee wirft einen Blick auf eine Konversation zwischen Anakin und seinem zukünftigen Schwiegervater. Wie alle anderen Szenen in Padmes Elternhaus (die auf der DVD-Fassung zu sehen sind) lernen wir hier etwas mehr über die Senatorin und ihre Familie, was eine willkommene Ergänzung ist.

Geonosis bringt Raid on the Droid Control Ship and Extended Arena Fight mit sich; eine unfertige Actionsequenz, in der Ki Adi Mundi mit einer Gruppe Jedi das Kontrollschiff stürmt. Da er einer der coolsten Jedi des Rates ist, hätte er ein wenig mehr Action durchaus verdient gehabt.

Interviews:

Nachdem der Coruscant-Overview einen Blick auf die Entstehung der unteren Ebenen der riesigen Stadt wirft, erinnert sich Ewan McGregor an seinen ersten Kinobesuch: Star Wars. Sein Onkel Denis Lawson spielte immerhin den furchtlosen Rebellenpilot Wedge.

Bei Naboo und Tatooine gibt es nur die Overviews zu sehen. Witzig wie viele interessante Ausschnitte sich hier befinden, die man noch nie gesehen hat.

Beim Overview zu Geonosis haben die Macher sichtlich Freude, konnten sie doch einen komplett neuen Planeten kreieren, dessen Architektur an Termitenhügel angelehnt ist. Hayden Christensen kommt danach kurz zu Wort, bevor er und Christopher Lee über die Schwierigkeiten der Arbeit mit Bluescreen philosophieren. Hier gibt es sogar einige wunderbare Bloopers vom Set zu entdecken, die Lust auf mehr machen.


The Collection:

Wie zu allen sechs Filmen können wir hier Modelle und Kostüme ganz genau studieren, die Designs um 360 Grad drehen lassen und Videokommentare dazu geniessen. Diese Mini-Making-ofs sind neben den Deleted Scenes das absolute Highlight der Extras. Interessant ist es, das Design der weiblichen Tusken Raiders zu sehen, welche nur kurz im Film vorkommen, oder mehr über die Entstehung der drei Arena-Bestien zu erfahren. Beim Video zur Super Battle Droid Maquette gibt es sogar Inhalt, der wortwörtlich unter der Gürtellinie liegt und den man gesehen haben muss. Zu all diesen Extras gesellt sich wiederum eine Concept Art Gallery in Full HD.


Fazit:

Ein sehr guter Filmtransfer mit kleinen Problemen und ein perfekter Sound machen die Stube zum Schlachtfeld. Die Deleted Scenes von Episode II sind wesentlich unterhaltsamer als die des Vorgängers, und auch das restliche Bonusmaterial vermag Neues zu bringen. Das Material ist spannend und gut gewählt, doch man wird hier halt einfach das Gefühl nicht los, dass noch unzählige Stunden ähnliches Material in den Archiven herumschwirrt, das auch endlich das Auge des Zuschauers treffen möchte. Um die Extras übrigens wirklich geniessen zu können, sollte man im Hauptmenu die "Play All"-Funktion wählen, um exzessives Rumdrücken auf der Fernbedienung zu umgehen.

Quelle: OutNow.CH

19.09.2011 20:00 / ma


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5 Kommentare

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